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Wir Babyboomer
Wir "Babyboomerwohlstandsjahrgänge" sind, nachdem das Abendland gleich zweimal abgebrannt ist, die erste Generation, die vom Wiederaufbau und den neuen, wirtschaftlichen Möglichkeiten profitieren konnte. Doch natürlich gab es auch die andere Seite der Medaille, von ungeahnter Einsamkeit, Stress und dem Durchstehen unterschiedlicher Erziehungsexperimente. Des Weiteren sind wir in einer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft die ersten Sprösslinge einer multikulturellen Vielfalt, deren Botschaft ist: "Ausländer ist man nur auf dem Mond". Und deswegen können auch wir überall unsere Anker werfen, wo und wie wir möchten. Die Freie und Hansestadt Hamburg ist in den 60er und 70er Jahren Heimat geworden für zig Tausende von Menschen aus aller Herren Länder: Ob sie nun als "Gastarbeiter" kamen oder als Alliierte für begrenzte Zeit in der Nähe Hamburgs stationiert waren. Ob es Studenten aus dem afrikanischen oder indischen Kontinent waren oder aus Spanien und Persien. Es kamen Weltenbummler, Segler, Professionals, Kaufleute, Staatenlose, Matrosen, Austauschschüler, Flüchtlinge, Au-Pairs, Zugewanderte, Übersiedler, Lebenshungrige, Künstler, Sportler, Stewardessen, Fotografen, Models, Verliebte, Schauspielerinnen, Musiker, Nachtschattengewächse, Diplomaten. Sie alle kamen nach Hamburg, ins Tor zur Welt.
Als Weltgroßstadtpflanzen waren wir immer nah am Puls der Zeit. Und so wuchsen wir hinein in die typische Vielfalt von neuen Lebens- und Beziehungsformen. Langer Rede, kurzer Sinn: Wir sind in eine spannende Zeit hineingeboren. Wir kommen aus der schönsten Stadt der Welt. Und wir sind spitze! "Wer sich gern erinnert, lebt zweimal." Ich sage: Wer sich gern erinnert, lebt immer wieder neu. Weil wir das Gestern nicht nach dem Heute beurteilen können und das Heute nicht nach dem Gestern. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei unserem Törn in die Vergangenheit. Willkommen im Logbuch der 60er und 70er Jahre, willkommen an Bord!
Sandra Iheoma Goetz
HAMBURG
Die Stadt, in der wir aufgewachsen sind, ist so ganz anders als alle Städte dieser Welt!
Erinnern Sie sich mit uns an Ihre Kindheit und Jugend!
Hamburg - Das Tor zur Welt - wurde in den 60er und 70er Jahren zur Heimat für viele Menschen aus aller Herren Länder. Und wir Kinder waren mittendrin. Wir liebten Ausflüge nach Hagenbeck oder zu Planten un Blomen. Secondhandläden in Eppendorf, Teeläden und Flohmärkte, wie der auf dem Fischmarkt, begleiteten unsere Jugendzeit. Das Angebot an Musikklubs, Kneipen, Konzerthallen und Discos war riesig. Wir gingen in das Third World, die Marktstuben, das Madhouse, das KNUST oder wie sie alle hießen. Als Großstadtpflanzen waren wir immer nah am Puls der Zeit und mit dem 18. Geburtstag stand uns die ganze Welt offen.
ISBN: 978-3-8313-1868-1
Sandra Iheoma Goetz ist eine echte Hamburger Deern. Die Journalistin nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Kindheit und Jugend der 60er und 70er Jahre.