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    Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland

    Diagnosen - Reflexionen - Perspektiven

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    Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland
    Diagnosen - Reflexionen - Perspektiven

    Verlag:
    Bertelsmann W.  Weitere Titel dieses Verlages anzeigen

    Erschienen: Oktober 2007
    Seiten: 222
    Sprache: Deutsch
    Maße: 242x170x17
    Einband: Kartoniert / Broschiert
    Reihe: Forum Bildungsethik
    ISBN: 3763935428
    EAN: 9783763935420

    Inhaltsverzeichnis

    Inhalt
    Vorwort 5
    I. Das Menschenrecht auf Bildung: ein Forschungsprojekt 9
    Hintergründe und Kontexte der aktuellen Diskussion um das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland
    Marianne Heimbach-Steins
    11
    Grundlegung und Kriterien des Menschenrechts auf Bildung
    Katja Neuhoff 48
    II. Diagnosen 67
    Das Recht auf Bildung in Deutschland
    Vernor Muñoz 69
    Das Menschenrecht auf Bildung und der Schutz vor Diskriminierung
    Mona Motakef 97
    Bildungssegregation - Gibt es das?
    Werner Schönig 115
    Bildungschancen und -probleme für Migranten und Migrantinnen in Nürnberg
    Hans Hesselmann 146
    Konfliktfelder bei der Gewährung des Rechts auf Bildung für Kinder ohne Aufenthaltsrecht und Duldung
    Ute Koch 155
    III. Reflexionen 175
    Unverzichtbar für die Subjektwerdung des Menschen
    Axel Bernd Kunze 177
    Historische und positiv-rechtliche Aspekte des Menschenrechts auf Bildung
    Heiner Bielefeldt
    198
    IV. Perspektiven 203
    Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland
    Katja Neuhoff und Gerhard Kruip 205
    Autoren und Autorinnen 221



    Vorwort

    Vorwort

    Der gerechte Zugang zu Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Fragen des einundzwanzigsten Jahrhunderts - ein Thema, dessen enormes Gewicht nicht zuletzt im Zusammenhang mit den PI SA-Studien immer deutlicher geworden ist. Denn wer keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Bildung hat, wird sich auch in nahezu allen anderen Lebensbereichen schwer tun.

    Unter dem Titel "Das Menschenrecht auf Bildung: anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung" haben der Lehrstuhl für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover im März 2006 ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt zu Fragen der Bildungsgerechtigkeit begonnen. Es schließt an ein gemeinsames Forschungskolloquium an, zu dem sich im Herbst 2002 an der Universität Bamberg Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Christlicher Sozialethik, Philosophie und Pädagogik sowie Verantwortliche aus der Bildungspraxis versammelt hatten. Ziel war es damals gewesen, Perspektiven für einen christlich-sozialethischen Bildungsdiskurs auszuloten. Die Resultate dieser Tagung sind unter dem Titel "Bildung und Beteiligungsgerechtigkeit. Sozialethische Sondierungen" (2003) ebenfalls im W. Bertelsmann Verlag dokumentiert.

    Das Forschungsprojekt versteht sich als anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Es verfolgt zwei grundlegende Ziele: eine systematische Begründung der Notwendigkeit und Reichweite des Menschenrechts auf Bildung in christlich-sozialethischer Perspektive sowie die Erarbeitung konkreter sozialethischer Maßstäbe zur politischen Umsetzung im Rahmen einer nachhaltigen Bildungssozialpolitik. Das Vorhaben schließt eine empfindliche Forschungslücke innerhalb der Christlichen Sozialethik, die sich bisher erstaunlich wenig mit dem Thema Bildung beschäftigt hat. Zugleich greift das Projekt in die Debatte um Status und Verständnis von Beteiligungsgerechtigkeit ein, die innerhalb der Sozialethik gegenwärtig sehr intensiv geführt wird. Von Beteiligungsgerechtigkeit zu sprechen, macht deutlich, dass für die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit auch der Zugang zu immateriellen Gütern, wozu auch der Zugang zu Bildung gehört, von zentraler Bedeutung ist.

    Erste Forschungsergebnisse wurden im Januar 2007 auf einer Tagung in der Akademie des Erzbistums Bamberg Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg vorgestellt und weiterentwickelt. Die Vorträge sind - ergänzt um weitere Beiträge - im vorliegenden Band dokumentiert.

    Der erste Teil des Bandes stellt zunächst das Forschungsprogramm des genannten DFG-Projektes, in dessen Kontext die Nürnberger Tagung stattgefunden hat, näher vor (I.). Marianne Heimbach-Steins beleuchtet einleitend Verlauf und Stand der aktuellen Diskussion um das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland und zeigt auf, wie das laufende Forschungsprojekt an diese Debatte anschließt. Darauf aufbauend verdeutlicht Katja Neuhoff, welche sozialethischen Forschungsfragen und Forschungsaufgaben sich im Einzelnen dabei stellen.

    Die "Diagnosen" im zweiten Teil des Bandes gehen der Frage nach, wie das Menschenrecht auf Bildung gegenwärtig in Deutschland verwirklicht ist und wo sich Probleme bei dessen Umsetzung zeigen (IL). Den Anfang macht dabei der derzeitige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Bildung, Vernor Munoz, der Eindrücke von seinem Deutschlandbesuch im Jahre 2006 zusammenfasst. Mona Motakef fragt in ihrem Beitrag auf Basis einer Studie, die sie für das Deutsche Institut für Menschenrechte erstellt hat, inwiefern Kinder mit Armuts- oder Migrationshintergrund in Deutschland geringere Bildungschancen besitzen und welchen Beitrag Bildung zur Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit leisten kann. Unter der Frage "Bildungssegegration - Gibt es das?" untersucht Werner Schönig anschließend, inwieweit sozialräumliche Aspekte bei der Verwirklichung von Bildungschancen eine Rolle spielen. Schon die bisherigen Beiträge machen deutlich, dass die Bildungschancen von Migrantinnen und Migranten in Deutschland gegenwärtig nicht zufriedenstellend verwirklicht sind - eine Problematik, die in den beiden folgenden Beiträgen daher noch einmal eigens vertieft wird: Hans Hesselmann stellt am Beispiel der Stadt Nürnberg konkrete Lösungsansätze vor. Ute Koch beschäftigt sich speziell mit dem Recht auf Bildung für Kinder, die ohne gesicherten Aufenthaltsstatus - ohne Aufenthaltsrecht oder Duldung - in Deutschland leben.

    Der dritte Teil des Bandes schließlich reflektiert das Recht auf Bildung in systematischer Perspektive (III.): Axel Bernd Kunze umreißt in seinem Beitrag Gehalt und Grenzen dieses Menschenrechts. Dabei zeigt er auf, warum Bildung für den Menschen als selbstbestimmt und verantwortlich Handelnden aus pädagogischer und ethischer Sicht unverzichtbar ist. Heiner Bielefeldt kommentiert diesen Gedankengang aus rechtsphilosophischer Perspektive, wobei er besonders die Bedeutung des positiven Rechts für das Verständnis und die Begründung des Rechts auf Bildung hervorhebt.

    Katja Neuhoffund Gerhard Kruip bündeln und reflektieren abschließend die Ergebnisse der Nürnbeger Tagung (IV.). Dabei benennen sie Perspektiven, aber auch offene Fragen, die für die weitere sozialethische Auseinandersetzung mit dem Menschenrecht auf Bildung - nicht nur im Rahmen des deutschen Kontextes - von Bedeutung sind und weiterer Klärung bedürfen.

    Orkantief Kyrill hatte auch das Nürnberger Tagungsprogramm kräftig durcheinander gewirbelt, sodass bis kurz vor Tagungsbeginn noch improvisiert und am Programm gefeilt werden musste. Dennoch verlief die Tagung sehr erfolgreich, wozu viele beigetragen haben: Unser herzlicher Dank gilt zunächst den Referentinnen und Referenten für ihre Bereitschaft zur Mitwirkung, aber auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus unterschiedlichen Fächern und Arbeitsbereichen für die intensiven Diskussionen während der zwei Tage in Nürnberg. Dem seinerzeitigen Direktor der Akademie, Herrn Prof. Dr. Heimo Ertl, danken wir für die Tagungsorganisation und die gute Zusammenarbeit. Dank gilt ferner den Studentischen Hilfskräften innerhalb des Projekts: Cand. phil. André Grahle und cand. paed. Kevin Rosenkranz haben beide die nicht leichte Aufgabe übernommen, die Tagungsgespräche zu protokollieren und für die spätere Auswertung aufzubereiten. Cand. theol. et paed. Melanie Wolf hat mit großer Sorgfalt an der Redaktion des Bandes mitgearbeitet. Für die Übersetzung des Beitrags von Vernor Muñoz aus dem Englischen danken wir Volker Drell M. A.

    Den Autorinnen und Autoren gilt ein besonderer Dank dafür, dass sie ihre Beiträge innerhalb eines sehr knapp bemessenen Zeitraums für die Drucklegung aufbereitet und zur Verfügung gestellt haben. Der vorliegende Band eröffnet zugleich die neue Publikationsreihe "Forum Bildungsethik", in der über die Tagungsbände und Qualifikationsarbeiten aus dem genannten Projekt zum Menschenrecht auf Bildung hinaus auch weitere Arbeiten aus dem Bereich der normativen Bildungsforschung publiziert werden sollen. Wir freuen uns, dass der W. Bertelsmann Verlag die Idee einer solchen bildungsethischen Publikationsreihe von Anfang an engagiert aufgegriffen hat. Für die gute Zusammenarbeit danken wir insbesondere dem zuständigen Lektor, Herrn Joachim Höper, und der zuständigen Verlagsredakteurin, Frau Sonja Rosenberg. Forschungsprojekt, Tagung und Publikation wären ohne die finanzielle Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft nicht möglich gewesen. Die Tagung wurde ferner durch die Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland (aksb) finanziell unterstützt. Ihnen allen sind wir zu Dank verpflichtet.

    Wir wünschen uns, dass der vorliegende Band die Diskussion um eine Sozialethik der Bildung voranbringen wird. Die neue Reihe "Forum Bildungsethik" will diese Entwicklung zukünftig begleiten und aktiv unterstützen. Darauf freuen wir uns.

    Bamberg und Hannover, im Juni 2007

    Marianne Heimbach-Steins, Gerhard Kruip und Axel Bernd Kunze

    Klappentext



    Das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland

    Diagnosen - Reflexionen - Perspektiven

    Der gerechte Zugang zu Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts - das hat die Diskussion um die PISA-Studien gezeigt. Neu an der gegenwärtigen Debatte ist, dass Bildung auch in Deutschland zunehmend als ein Menschenrechtsthema diskutiert wird. Dazu hat auch der Deutschlandbesuch des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Bildung im Jahr 2006 beigetragen.

    Der Band stellt erste Ergebnisse aus dem DFG-Projekt  "Das Menschenrecht auf Bildung" vor. Die Beiträge fragen, wie das Recht auf Bildung derzeit in Deutschland verwirklicht ist und wo Verbesserungen notwendig sind. Ein Schwerpunkt liegt auf den besonderen Problemen der Bildungsgerechtigkeit von Kindern mit Armuts- oder Migrationshintergrund. Die Autoren reflektieren die Beobachtungen aus christlich-sozialethischer und rechtsphilosophischer Sicht, zugleich zeigen sie Perspektiven für die weitere sozialethische Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung auf.

    Forum Bildungsethik

    Die Reihe steht im Zusammenhang mit dem DFG-Projekt "Das Menschenrecht auf Bildung: anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung", das in Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie der Universität Bamberg und dem Forschungsinstitut für Philosophie Hannover durchgeführt wird. Das Projekt aus dem Bereich der normativen Bildungsforschung wird durch einen Wissenschaftlichen Beirat hergleitet. "Forum Bildungsethik" veröffentlicht die Ergebnisse des Projekts sowie darüber hinaus weitere Beiträge zu einer Sozialethik der Bildung.

    Weitere Informationen zum DFG-Forschungsprojekt "Das Menschenrecht auf Bildung: anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung" sind zu finden unter: www.menschenrecht-auf-bildung.de.

    ISBN 978-3-7639-3542-0

    Autor

    Autoren und Autorinnen

    Heiner Bielefeld!, Dr. phil., Prof., Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Berlin. Kontakt: bielefeldt@institut-für-menschenrechte.de.

    Marianne Heimbach-Steins, Dr. theol, Univ.-Prof., Inhaberin des Lehrstuhls für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie und geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Interreligiöse Studien an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Kontakt: csl@ktheo.uni-bamberg.de.

    Hans Hesselmann, Dr. phil, Leiter des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg. Kontakt: doris.gross@stadt.nuernberg.de.

    Ute Koch , Dr. phil., Geschäftsführerin des Katholischen Forums "Leben in der Illegalität", Berlin. Kontakt: forum-illegalitaet@web.de.

    Gerhard Kruip, Dr. theol, Univ.-Prof, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover und Professor für Anthropologie und Sozialethik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Kontakt: kruip@fiph.de.

    Axel Bernd Kunze, Dr. theol, Dipl.-Päd., Zweites Staatsexamen (Lehramt für die Sekundarstufe II/I mit der Lehrbefähigung für die Fächer Katholische Religionslehre, Pädagogik, Sozialwissenschaften und Politik), Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Kontakt: Kunze-Bamberg@t-online.de.

    Mona Motakef, Dipl.-Päd., Dipl.-Soz.-Wiss., Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Essener Kolleg für Geschlechterforschung der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen. Kontakt: mona.motakef@uni-due.de.

    Vernor Muñoz Villalobos, Dr., Prof., UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Bildung, Genf/Schweiz. Kontakt: vernormu@yahoo.es.

    Katja Neuhoff, M. A., Dipl.-Soz.-Päd. FH, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover. Kontakt: neuhoff@fiph.de.

    Werner Schönig, Dr. rer.pol.habil., Dipl.-Volksw., Professor für Fachwissenschaft Soziale Arbeit am Fachbereich Sozialwesen der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln. Kontakt: w.schoenig@kfhnw.de.