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Rombach Verlag KG Weitere Titel dieses Verlages anzeigen
| Inhalt | ||||||
| Vorwort | 9 | |||||
| I. | Der Ausbruch des Waldsterbens | 13 | ||||
| 1. | Begriff und Zielsetzung | 13 | ||||
| 2. | Einleitung | 14 | ||||
| 3. | Vorläufer des Waldsterbens - die Sicht der Forstleute | 16 | ||||
| 4. | Die Rolle der Medien beim Erfolg der Waldsterbensthese | 19 | ||||
| 5. | Das Waldsterben und die UmWeltorganisationen | 21 | ||||
| 6. | Waldsterben aus Sicht der Bevölkerung | 22 | ||||
| 7. | Waldsterben und politische Resonanz | 23 | ||||
| 8. | Waldsterben und Kritiker | 23 | ||||
| II. | Schlüsselerlebnisse | 25 | ||||
| 1. | Die Ergriffenheit der Förster | 25 | ||||
| 2. | Das »Dejä vu«-Erlebnis des Autors | 29 | ||||
| 3. | Das zweite eindrückliche Erlebnis eines Frostschadens im Februar 1983 | 30 | ||||
| 4. | Die Wetterlage Ende Februar 1983 | 31 | ||||
| 5. | Die Frostschütte der Fichte im Februar 1983 | 34 | ||||
| 6. | Die Erfahrungen in der forsdichen Literatur | 38 | ||||
| III. | Die Weißtanne | 41 | ||||
| 1. | Allgemeines | 41 | ||||
| a. | Welche Rolle spielte die Weißtanne in der Waldsterbegeschichte? | 41 | ||||
| b. | Die Waldsterbesymptome der Weißtanne | 42 | ||||
| c. | Welche Standorte liebt die Weißtanne? | 42 | ||||
| 2. | Äste und Kronenformen der Weißtanne | 43 | ||||
| a. | Die Befestigung der Äste an Bäumen | 43 | ||||
| b. | Wie reagieren Weißtannenäste auf Sturm, Schnee und Frost? | 44 | ||||
| c. | Die abgesetzte Storchennestkrone der Weißtanne | 53 | ||||
| d. | Zusammenfassung: Äste und Kronenform der Weißtanne | 55 | ||||
| 3. | Der »Nasskern« der Weißtanne | 56 | ||||
| a. | Was verstehen die Holzleute unter »Nasskern« der Weißtanne? | 56 | ||||
| b. | Ein weiterer Glücksfall für den Autor | 58 | ||||
| c. | Wie reparieren Bäume, hier die Weißtanne, Wunden? | 59 | ||||
| d. | Wo entstehen von Natur aus Wunden an der Tanne? | 69 | ||||
| e. | Zusammenfassung: »Nasskern« | 86 | ||||
| 4. | Weitere am damaligen schwachen Zustand der Weißtanne beteiligte Krankheiten | 87 | ||||
| a. | Nadelschäden durch die Inversionsgrenzschicht bei schönstem, winterlichem Bergwetter | 87 | ||||
| b. | Nadelschütten der Weißtanne | 93 | ||||
| c. | Die Laus Mindarus abietinus und alternde Kronenformen der Weißtanne | 95 | ||||
| Exkurs: Eine weitere Laus | 101 | |||||
| d. | Die Tannenstammlaus (Dreyfusia piceae) und Weißtannensterben | 102 | ||||
| 5. | Zusammenfassung: Weißtanne | 107 | ||||
| IV. | Die Schäden der Fichte | 109 | ||||
| 1. | Waldsterbesymptome | 109 | ||||
| 2. | Das Harzen der Fichte im Sommer 1983 | 109 | ||||
| 3. | Die Wipfeldürre der Fichte im Sommer 1983 | 114 | ||||
| 4. | Rindenpilzschäden an der Fichte durch Sirococcus strobilinus | 117 | ||||
| 5. | Stehendbefall durch Nutzholzborkenkäfer | 119 | ||||
| 6. | Die Vergilbung der Fichte im Jahr 1983 und danach | 120 | ||||
| 7. | Die »Windrisse« - Risse im Stock der Fichte - ihre Bedeutung für die Rotfäuleerkrankung und den Status der Fichte nach Stürmen bei Frost | 127 | ||||
| 8. | Zusammenfassung: Fichte | 129 | ||||
| V. | Die Schäden an der Buche | 131 | ||||
| 1. | Leicht zu deutende Krankheitssymptome bei der Buche | 131 | ||||
| 2. | Seltene und auffallende Rindennekrosen | 133 | ||||
| 3. | Der Schlüssel und schwierigste »Brocken« der Schadbilder: Buchen-Kerne | 135 | ||||
| a. | Das Problem der Entstehung des Rotkerns bei der Buche | 136 | ||||
| b. | Erfahrungswissen | 138 | ||||
| c. | Versuch - Bereisung | 140 | ||||
| d. | Ergebnisse | 143 | ||||
| e. | Die Literatur | 148 | ||||
| 4. | Zusammenfassung: Buche | 151 | ||||
| VI. | Zusammenfassung | 153 | ||||
| 1. | Deutung der Ursachen für das Waldsterben | 153 | ||||
| 2. | Fortschritte des Wissens um Waldkrankheiten | 155 | ||||
| 3. | Diskussion der Auswirkungen | 157 | ||||
| VII. | Literaturverzeichnis | 161 | ||||
Vorwort
Eigentlich erklären die zahlreichen, in Fachzeitschriften zerstreuten Artikel des Autors das Waldsterben und dessen Symptome an den Bäumen hinlänglich als natürliche Krankheitsereignisse des Waldes. Diese Krankheiten sind teils selten, teils schwierig erkennbar. In der vorliegenden Schrift sind diese Artikel zusammengefasst, da von niemandem zu erwarten ist, er nähme diese Arbeit selbst vor. Die einzelnen Aufsätze entstanden in der Zeit von 1977 bis 1998. In diesem Buch wird versucht, die manchmal komplizierten Vorgänge vereinfacht darzustellen. Jeder interessierte Waldbesucher soll in das Krankheitsgeschehen der Bäume hineinlinden können. Er soll im Wald mehr sehen, ein tieferes Walderlebnis erfahren. Aus diesem Grunde wurde teilweise auch in erzählendem Stil geschrieben.
Die Erlebnisse und die vielen Zufälle, die oft entscheidende Fortschritte gebracht haben, werden so dargestellt, wie sie mir begegnet waren. Damit sei auch gezeigt, dass Aufmerksamkeit auf beiläufige, manchmal flüchtige Besonderheiten oft geeigneter sind, weiterzuhelfen, als langwierige Arbeiten. Auch ein zu trockener, fachlicher Vortrag sei hierdurch vermieden. Mein Vorgehen und die Arbeitsweise waren: viele Reisen in alle deutschen Gebirge und viele Regionen Österreichs, der Schweiz sowie Frankreichs; intensive Gespräche mit und bei Kollegen vor Ort; genaue Besichtigungen von Waldungen, die besonders aufgefallen waren. Als außerordentlich hilfreich erwies sich die frühe Einsicht, es müsse sich bei der damals sehr offensichtlichen Waldschwäche um ein natürliches Ereignis handeln. Das Fällen oder Fällen lassen auffälliger Bäume und die Zerlegung derselben, oft im eigenen Garten, also das Hineinsehen in die Bäume, brachten viele Erkenntnisse. Einfache Sägearbeiten, das Hobeln, Anfärben und Fotografieren sowie zahlreiche kleine Versuche gehörten zu den ertragreichsten Methoden. Waren Ansätze gefunden, dann musste die zur Verfügung stehende neuere, aber jeweils auch die ältere Literatur möglichst vollständig studiert werden. Denn meist sind Befunde ja nicht singulär, sondern bereits niedergelegt. Gerade die ältere Literatur wurde, von Literaturarbeiten abgesehen, z.B. Cramer (1984) und Wachter (1979), seitens der Waldsterbeforscher meist beiseite gelassen, selten beachtet, handelte es sich doch um »neuartige Waldschäden« ein, wie in der Folge gezeigt werden wird, falscher Ansatz. Das Wissen und die Kenntnisse wuchsen langsam, von Jahr zu Jahr. Mit der Zeit jedoch wuchs ein Gesamtbild über das Waldsterben heran, das zusätzlich darzustellen in meiner aktiven Dienstzeit selbstverständlich nicht möglich war. Nach der Pensionierung störte dann mehrere Jahre das Zeit fressende Engagement in einem umweit-politischen Problem. Mir ist bewusst, dass es sehr anmaßend klingen mag, neben den Dienstgeschäften als Forstamtsvorstand wesentliche, wissenschaftliche Funde über das Waldsterben getätigt zu haben. Nun, bei genauem Hinsehen ist das so ungewöhnlich nicht. Zunächst hat ein wissenschaftlich interessierter Praktiker gegenüber einem Labor-Profi ganz beachtliche Vorteile in der Breite und Häufigkeit der Anschauung, in den praxisnahen Berichten von Kollegen und Waldbesitzern, in den Hinweisen der Kunden. Das vertiefte Wissen auf Spezialgebieten, die apparative Ausrüstung und die Zeit sind die großen Vorteile der professionellen Wissenschaftler. Sie befassen sich aber meist mit einem engen Segment, einem Spezialgebiet. Dies verengt zwangsläufig den Blick, lässt ältere Literatur sowie die Meinungen und Thesen anderer leicht an Bedeutung zurücktreten, unwichtig erscheinen. Ein für mich typisches Beispiel stellt Prof. Schütt mit seinem Forstbotanischen Institut in München dar. Er selbst war ein besonders überzeugter Anhänger und Propagandist der Waldsterbensthese und stand sich damit vielleicht selbst im Wege. Doch bemerkenswerterweise forschten er und seine Leute tatsächlich auf völlig richtigem Gebiet in die Bäume hinein. Mit den Ergebnissen kamen er sowie seine Mitarbeiter Baasch (1987) und Schuck (1980; 1981) sehr weit, nahezu zur Lösung. Es fehlte nur der umfassende Blick über das Geschehen im Walde, die richtige Einordnung der Befunde. Vielleicht errichtete auch die vorgefasste Meinung über Luftschadstoffe unüberwindliche Barrieren. Da hat ein wissenschaftlich interessierter Praktiker entscheidende Vorteile, denn die Ergebnisse dieser Wissenschaftler kann er ja wiederum in seine Gedanken- und Beobachtungswelt aufnehmen und einordnen! Kommen ihm dann noch unwahrscheinliche Zufälle, wie dies mir vergönnt war, zu Hilfe, dann scheint schon verständlich, dass ein Praktiker aus dem hintersten Schwarzwald zu richtigen Lösungen, zur Deutung des Waldsterbegeschehens gelangen konnte. Ähnliches kann übrigens durchaus in der älteren Literatur nicht nur einmalig dokumentiert werden. Weiter ist zweierlei zu beachten.
Forstliche Institute, die sich mit Waldkrankheiten befassen können, gibt es ganz wenige. Die Kapazität dürfte geringer sein, als sie in der Landwirtschaft für ein einziges Tier, etwa das Hausschwein, aufgewendet wird. Und dies angesichts der ungeheuren Fülle von Pflanzen, Pilzen und Tieren im Walde. Diese wenigen forstlichen Spezialisten sind oft mit zwingenden Routinearbeiten ausgelastet. Was bliebe an Kapazität für Waldsterben?
Zweitens dürften sich fachfremde Institute, die Waldsterbefragen dankenswerter Weise vielfach aufgegriffen haben, mangels forsdichen Erfahrungshintergrundes sehr schwer tun, was sich auch tatsächlich so gezeigt hat.
An dieser Stelle bleibt mir für vielfältige Förderung und Unterstützung zu danken. Zuerst richtet sich dieses Gefühl an die Familie, die stets geduldig, rücksichtsvoll und hilfreich das Hobby des Vaters tolerierte, ja in Urlaub und Freizeit mitwirkte.
Meine Ergebnisse wären aber auch nicht möglich gewesen ohne Kooperation mit vielen Kollegen. Namendich erwähnt seien nur ganz wenige: So danke ich für aktive Mitarbeit bei Versuchen J. Hoferer, N. Krotz und B. Müller, für Hinweise zahlreichen Kollegen und Geschäftspartnern, für die Bereitschaft zu hilfreichen Gesprächen und Besichtigungen insbesondere den Professoren K.E. Rehfuess, H. Mohr, O. Kandier, W. Liese, H.-J. Steinlin, K. Dengler und W. Schöpfer.
Prof. Vite und Landesforstpräsident M. Scheifele bin ich dankbar für die Überlassung eines Epidiaskops. Dankbar bin ich den sehr tüchtigen Bibliothekarinnen der Forsdichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA), Frau Haug, und Frau Gienke von der Forsdichen Fakultät der Universität in Freiburg. Sie haben mir sehr viel Fahndungsarbeit abgenommen und meine Arbeiten jeweils sehr erleichtert.
Herzlicher Dank für Spenden zur Senkung der Druckkosten gilt meinem Freund Paul Ege, dem Waldbesitzer Dr. Hermann Dietrich-Tröltsch sowie dem sehr guten Kenner und Liebhaber der Waldnatur Anton Wandel. Wir verdanken ihnen einen noch vertretbaren Buchpreis.
Ich danke Herrn Prof. Dr. Werner Konoid für Durchsicht, gute Ratschläge und für die Aufnahme in die von ihm beim Rombach Verlag herausgegebene Reihe »Ökologie«.
Reihe Ökologie herausgegeben von Werner Konoid
Viele vermuten inzwischen richtig: Das »Waldsterben«, die schwere Schädigung der südwestdeutschen Wälder um 1983, war nicht von Luftschadstoffen verursacht. Vielmehr hatte ein Zusammentreffen natürlicher Waldkrankheiten zu jenem miserablen Aussehen der Bäume geführt. Das vorliegende Buch beschreibt erstmals diese Zusammenhänge in einfacher, übersichtlicher und für jeden Naturfreund leicht verständlicher Weise. Dabei lernt der Leser, die natürlichen Bedrohungen der Waldbäume mit ihren potentiellen Gefährdungen in den verschiedenen Jahreszeiten zu verstehen. In spannender, teilweise auch sehr persönlicher Darstellung wird er angeleitet im Wald genauer hinzusehen, unter anderem die damaligen, zum Teil äußerst selten auftretenden, oft auch schwer erkennbaren Phänomene wahrzunehmen.
Darüber hinaus wird deutlich, wie sehr der Mensch dazu neigt, natürliche, jedoch noch unverstandene Phänomene zu Angstszenarien zu stilisieren, und wie die öffentliche Meinung daraus politisch hoch wirksame Umweltthemen aufbauen kann. Für Waldbesitzer und Förster ist die Lektüre des Buches nahezu eine Pflicht, für Waldfreunde eine angenehme Kür.
Rombach Ökologie
ISBN 978-3-7930-9526-2
ELMAR KLEIN, geb. 1933, Forstdirektor a.D, Dr. rer. nat. Studium in Freiburg und München. Verschiedene Funktionen in Nordwürttemberg und Südbaden bei Forstämtern, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt und der Forstdirektion Stuttgart. Von 1975 bis 1998 Leiter des Staatlichen Forstamts St. Märgen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Waldkrankheiten und Forstpathologie, wovon ein Teil in der vorliegenden Publikation zu einer klaren und verständlichen Übersicht über die Waldsterbe-Phänomene zusammengestellt ist.