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    Der Staat und seine historische Rolle

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    Der Staat und seine historische Rolle

    Autoren:

    Verlag:
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    Erschienen: Februar 2008
    Seiten: 159
    Sprache: Deutsch
    Maße: 183x111x20
    Einband: Kartoniert / Broschiert
    Reihe: Klassiker der Sozialrevolte
    ISBN: 3897719169
    EAN: 9783897719163

    Inhaltsverzeichnis

    INHALT
    Zur Einleitung 7
    Peter Kropotkin
    Die historische Rolle des Staates (1896) 12
    Peter Kropotkin
    Der moderne Staat (1913) 71
    Kommentiertes Personenregister 155



    Vorwort

    Zur Einleitung

    Dieser Band vereinigt zwei seinerzeit unabhängig voneinander erschienene und bislang in der Rezeption vernachlässigte Beiträge Kropotkins, die zusammen gelesen eine umfassende Analyse und Kritik staatlicher Gesellschaftsorganisation darstellen. Der Staat - in der kommunistischen Variante bereits gescheitert - wird auch heute nur von Anarchistinnen grundsätzlich abgelehnt. Kommunisten, Gewerkschafter, Ökologen wie die meisten anderen sich fortschrittlich wähnenden Zeitgenossen organisieren sich jedoch, indem sie Ansprüche an den Staat formulieren, gar Parteien gründen, anstatt ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Es ist hier nicht der Ort, das weiter auszuführen, doch ist diese allgegenwärtige Haltung Grund genug, Kropotkins Analyse nach hundert Jahren erneut zur Diskussion zu stellen!
    Kropotkin gilt uns heute als der erste und seinerzeit wichtigste Vertreter des kommunistischen Anarchismus. Waren ihm die individualistischen Ansätze von Stirner und Co. zuwider, so sah er im Kollektivismus der Bakunisten keine ausreichenden Antworten auf die industriellen Herausforderungen seiner Zeit. Insbesondere die Aufgaben der Verteilung von Konsum und Arbeit sollten durch eine kommunistische Fortentwicklung des Anarchismus angemessen gelöst werden. Durch sein Selbstverständnis gleichermaßen als Kommunist und Anarchist innerhalb der internationalen Arbeiterbewegung sah er sich jedoch gezwungen, sich mit den grundlegenden Unterschieden des Anarcho-Kommunismus gegenüber den kommunistischen Theorien der Autoritären auseinanderzusetzen. Gerade die Tatsache, dass Marxisten und Sozialdemokraten für sich mit ungeheurer Arroganz in Anspruch nahmen, den einzigen wissenschaftlichen Sozialismus< zu vertreten, forderte den ausgebildeten Naturwissenschaftler Kropotkin heraus, alles daranzusetzen, mit den Mitteln der Empirie zu beweisen, dass der Anarchismus dem freien Geist der menschlichen Natur entspricht und darüber hinaus die einzige Sozialphilosophie mit Zukunft für die Menschheit insgesamt ist. Verschiedene historische Belege für z.B. kommunale Organisationen im Mittelalter, die auf den Prinzipien der gegenseitigen Hilfe, der freien Vereinbarung, der regionalen Föderation und der freien Wahl und Abwahl von Vertretern basierten, beweisen ihm die Machbarkeit und gewissermaßen die "Natürlichkeit" des Anarchismus als Menschheitsprinzip. In den neuen Produktionstechniken in der Industrie und v.a. der Landwirtschaft sah Kropotkin die naheliegende Möglichkeit bei kommunistischer Verteilung der Güter quasi >Reichtum für Alle< herzustellen. Dieses Zusammenspiel scheint Kropotkin zu beweisen, dass die soziale Revolution kurz bevor steht, und er war überzeugt, durch seine historischen Studien wissenschaftlich belegen zu können, dass diese Revolution als soziale scheitern werde, wenn die Massen sich für eine Übernahme des Staatsprinzips entscheiden sollten.
    Die 70er bis 90er Jahre des 19. Jahrhunderts waren Kropotkins aktivste Zeit als Revolutionär im Schweizer Jura und in Frankreich. Hier entwickelte er innerhalb der libertären Arbeiterbewegung die grundlegenden Thesen des kommunistischen Anarchismus. Quasi zum Abschluss dieser Lebensphase, kurz vor seiner gewaltsamen Ausbürgerung aus Frankreich, schrieb er 1896 den Vortrag Die historische Rolle des Staates, der am 7. März 1896 in Paris öffentlich gehalten werden sollte. Von Jean Grave, dem Herausgeber der Zeitschrift Les Temps Noveaux, war er eingeladen worden, an einer Reihe öffentlicher Lesungen teilzunehmen. Vernon Richards schreibt im Vorwort zur englischen Ausgabe, dass bis zu 5.000 Zuhörer erwartet worden seien. Doch auf Druck der Russischen Regierung war Kropotkin kurz vor diesem Termin aus Frankreich ausgewiesen worden. So kam es nie zu der Veranstaltung und der geplante Vortrag wurde am 19.12.1896 in derlei Temps Novea abgedruckt (eine englische Ausgabe folgte 1897, die deutsche Übersetzung besorgte Dr. Ladislaus Gumplowicz 1920 für den Verlag Der Syndikalist).
    Der Staat als übergeordnete Herrschaftsinstitution mit einem Heer von Beamten und Militärs wird hierin von Kropotkin historisch und aktuell akribisch untersucht. Dabei kommt es ihm nicht nur darauf an, den Staat in seiner Rolle der jeweils herrschenden Klassen zu beschreiben, sondern das grundsätzliche Wesen staatlicher Gesellschaftsorganisation - im Unterschied zur mutualistischen und föderativen Vereinigung freier Menschen - herauszuarbeiten. Der Staat in seiner historischen Entwicklung hat grundsätzlich die Zerstörung der Freiheit zum Prinzip. Immer wieder aufkeimende Gestaltungsversuche jenseits staatlicher Organisation - in Sippenverbänden, Kommunen, Handwerkerbünden, Arbeitergenossenschaften usw. - wehren sich in einem ewigen Kampf gegen diese zentrale Gewalt staatlicher Allmacht. Der Mensch, »nicht wild von Natur aus«, wird dabei in Kämpfe und Kriege gezwungen, die nur einem Zweck dienen: Mehrung der Macht und des Reichtums herrschender Minderheiten. Dieses Staatswesen eignet sich wegen seiner immanenten Dynamik keinesfalls als Hülle, die eine revolutionäre Erhebung übernehmen sollte, so wie es die mit den Anarchisten in der Arbeiterbewegung konkurrierenden Parteikommunisten und Staatssozialisten bis heute propagieren. Wenig verwunderlich ist deshalb der Schluss, zu dem Kropotkin gelangt:»Man wird begreifen, sage ich, warum wir zu dem Schluß kommen, daß der Staat abgeschafft werden muß. (...) Man antwortet mit einem Argument... beinahe kindischer Art: Der Staat ist da, sagt man uns. Er existiert, er stellt eine fertige, machtvolle Organisation dar. Warum sie zerstören, anstatt sie nutzbar zu machen? Sie wirkt zum Unheil - gewiß; das kommt aber daher, daß sie sich m den Händen der Ausbeuter befindet. Wenn sie in die Hände des Volkes fällt, warum sollte sie dann nicht zu einem besseren Zweck ausgenützt werden, zum Heil des Volkes?< (...) Wie traurig ist es doch, auf solche Argumente antworten zu müssen! Denn die so räsonieren, haben entweder nicht die geringste Ahnung von der historischen Rolle des Staates, oder sie stellen sich unter der sozialen Revolution etwas so Unbedeutendes, so Nebensächliches vor, daß diese angebliche Revolution nichts mehr gemein hat mit den Bestrebungen des Sozialismus.«Seinerzeit völlig unabhängig schrieb Kropotkin 1913 den Text Der moderne Staat. Doch kann er getrost als konsequente Fortführung gelesen werden, was auch der Übersetzer - vermutlich Gustav Landauer1 im Jahr 1913 - in der erst 1921 in der Zeitschrift Der freie Arbeiter veröffentlichten Ausgabe anmerkt. Hier beschreibt Kropotkin die Funktion und Wesenszüge des Staates - auch unter dem Eindruck des bevorstehenden Weltkrieges - als Organisation im Interesse der jeweils herrschenden Klassen. Dabei zielt Kropotkins Kritik insbesondere auf das gut organisierte Zusammenspiel von Staat, bourgeoiser Großfinanz sowie dem sich um die Jahrhundertwende monopolartig organisierenden Kapital. Er beweist, dass der moderne Staat zwar dem Schein nach demokratisch legitimiert ist, doch eine völlig neue unscheinbarere - Form der Knechtschaft entwickelt, mit völlig neuen Methoden wie beispielsweise einem perfide ausgeklügelten Steuersystem, doch wie im Absolutismus nur den einen Zweck verfolgt: seinem Wesen entsprechend die jeweils Herrschenden stetig zu bereichern. Somit kann die Befreiung der Arbeiterklasse, die Befreiung der gesamten Menschheit niemals das Werk mittels einer Staatsübernahme sein, wie wir heute - fast 100 Jahres später nach dem Zusammenbruch des autoritären Staatskommunismus nur kopfnickend bezeugen können.

    Beide hier veröffentlichten Texte basieren auf den historischen Übersetzungen von Gumplowicz und Landauer, sind jedoch vom Herausgeber an wenigen Stellen leicht sprachlich überarbeitet worden. Darüber hinaus sind zum allgemeinen Verständnis erklärende Anmerkungen beigefügt worden. Anmerkungen Kropotkins und des jeweiligen Übersetzers aus den Originalausgaben sind hingegen als solche gekennzeichnet worden. Zu den genannten Personen finden sich im kommentierten Personenregister noch weitere Angaben, sofern über sie Nennenswertes in Erfahrung zu bringen war.

    Teo Panther, April 2008



    1 Der Übersetzer wird zwar nicht namentlich genannt, doch geht aus einer Anmerkung des Übersetzers hervor, dass es sich um Landauer handelt; schreibt er doch hier von »unsere[r] Flugschrift >Die Abschaffung des Krieges durch die Selbstbestimmung des Volkes«, die bekanntermaßen aus Landauers Feder stammt.

    Klappentext

    Peter Kropolkin ist bis heute der wichtigste Theoretiker des kommunistischen Anarchismus. Dieser Band vereinigt zwei seiner unabhangig voneinander erschienenen und bislang in der Rezeption vernachlässigte Beiträge die zusammen gelesen eine umfassende Analyse und Kritik staatlicher Gesellschaftsorganisation darstellen: den als Vortrag konzipierten aber nie gehaltenen Aufsatz Die historische Rolle das Staates (1896) und den quasi als Fortführung zu lesenden Aufsatz Der moderne Staat (1913) in der erst 1921 erschienenen deutschen Übersetzung von Gustav.


    ISBN 976-3 89771 916 3

    Register

    Kommentiertes Personenregister


    A

    Alexander der Große (356 v. Chr. 323 v. Chr.), makedonischer König, Feldherr, Begründer des Hellenismus und Pharao von Ägypten 15
    Alexander II. Nikolajewitsch (17.4.1818 - 13.3.1881), Zar des Russischen Reiches, dessen absolutistische Herrschaft von der Sozialrevolutionären Gruppe Narodnaja Wolja (Volkswille) durch ein Attentat beendet wurde. 116
    Aulard, Francois-Alphonse (19.7.1849 - 23.10.1928), wichtiger Historiker der Französischen Revolution. 141


    B

    Babeau, Albert (14.3.1835 - 1.1.1914), französischer Historiker, spezialisiert auf die Soziologie des französischen Königreichs. 51
    Babeuf, Francois Noel, gen.Gracchus Babeuf (23.11.1760 - 27.5.1797); linksrevolutionärer Journalist und Agitator während der Französischen Revolution. Gründer der »Gemeinschaft der Gleichen« und Begründer einer frühkommunistischen Ideologie. Als Anführer einer Verschwörung von Sozialisten und Jakobinern hingerichtet. 76, 151
    Bacon, Roger (1214 - 1292/1294), englischer Franziskaner-Mönch und Philosoph, gilt als einer der ersten Verfechter wissenschaftlicher Empirie. 35
    Beaconsfield, Earl: s. Disraeli, Benjamin Bismarck, Otto Eduard Leopold von (1.4.1815 - 30.7.1898), deutscher Monarchist, Kanzler des unter seiner Ägide gegründeten Deutschen Reichs von 1871. 151, 152
    Blanc, Jean Joseph Charles Louis (29.10.1811 - 6.12.1882), französischer Reformsozialist, Gründer der Sozialdemokratie. 150
    Blanqui, Louis Auguste (7.2.1805 1.1.1881); französischer Revolutionär und sozialistischer Theoretiker, organisierte republikanische und sozialistische Geheimbünde, organisierte und beteiligte sich an verschiedenen Aufständen und Revolten; einer der am längsten eingekerkerten politischen Gefangenen Frankreichs; Mitbegründer der Pariser Kommune von 1871. 76
    Botta, Paul Emile (06.01.1802 - 29.03.1870), italienischer Mediziner und Archäologe. 35


    C

    Cabet, Etienne (1.1.1788 - 8.11.1856), französischer Publizist und utopischer Sozialist; Autor des Romans »Reise nach Ikarien«, Gründer der Ikarier-Kommune in den USA. 150
    Capponi, Gino (14.9.1792 - 3.2.1876), italienischer Historiker, der sich insbesondere mit der Stadtgeschichte von Florenz beschäftigte. 35
    Cellini, Benvenuto (3.11.1500 - 13.2.1571), florentiner Goldschmied, Bildhauer, Schriftsteller und Musiker. 59
    Clemenceau, Georges Benjamin (28.9.1841 - 24.11.1929), französischer Sozialist, schickte als Innenminister Militär gegen streikende Bergarbeiter und war mehrfach Premierminister, 1917/18 in Personalunion Kriegsminister. 125
    Comenius, Jan Arnos (1592 - 1670), radikalprotestantischer Prediger, Täufer, Gründer der Mährischen Bruderschaft. 46


    D

    Delcasse, Theophile (1.3.1852 - 22.2.1923), französischer Sozialist, Kolonialminister, Außenminister und 1914 Kriegsminister. 125
    Denck, Hans (1495 - 1527), deutscher radikal-protestantischer Theologe, Philosoph und ein Wortführer der Täuferbewegung in Straßburg. 45
    Disraeli, Benjamin (21.12.1804 - 19.4.1881), seit 1876 1. Earl of Beaconsfield, imperialistischer Politiker, zweifacher britischer Premierminister. 152
    Dumas, Alexandre, der Ältere (24.7.1802 5.12.1870); französischer Schriftsteller, insbesondere bekannt geworden durch die Romane »Die drei Musketiere« und »Der Graf von Monte Christo«. 1830 Aktivist der Julirevolution; 1860 - 64 in Italien mit Garibaldi befreundet. 76


    E

    Eduard VII. (9.11.1841 - 6.5.1910), von 1901 bis 1910 König des Vereinigten Königreichs und Kaiser von Indien. 116
    Engels, Friedrich (28.11.1820 - 5.8.1895), deutscher Marxist 46, 146


    F

    Ferrari, Giuseppe (7.3.1812 - 1.7.1876), italienischer Historiker, Philosoph und antimonarchistischer liberaler Politiker. 35
    Ferrer, Francisco (10.1.1859 - 13.10.1909), spanischer Anarchist und libertärer Pädagoge; nach Arbeiteraufständen in Barcelona verhaftet und standrechtlich erschossen 74
    Fustel de Coulanges, Numa Denis (18.3.1830 - 12.9.1889), französischer Historiker. 54


    G

    George, Henry (2.9.1839 - 29.10.1897), US-amerikanischer Sozialphilosoph und politischer Ökonom, eher konservativer Arbeitervertreter in New York, dort 1886 Bürgermeisterkandidat für die Arbeiterpartei. 103, 105
    Gould, Jay (27. 5.1836 - 2.12.1892), US-amerikanischer Börsenspekulant und Eisenbahn-Unternehmer. Er war ein brutalst möglicher Ausbeuter. Ihm wird der Spruch zugeschrieben: »Ich kann die eine Hälfte der Arbeiter einstellen, um die andere Hälfte zu töten.« 105
    Guizot, Francois Pierre Guillaume (4.10.1787 - 12.9.1874), französischer Politiker und Schriftsteller. 107


    H

    Hugo, Victor (26.2.1802 - 22.5.1885), französischer Autor, dessen bedeutendste Werke »Les Miserables« (Die Elenden) und »Notre Dame de Paris« (Der Glöckner von Notre Dame) sind. 1830 an der Julirevolution beteiligt; 1852 als Gegner des Kaisertums Napoleons III. aus Frankreich verbannt. 33, 76


    K

    Königswarter, Jonas (10.8.1807 - 23.12.1871), Bankier; Direktor der Österreichischen Nationalbank. 18


    L

    Lassalle, Ferdinand (11.4.1825 - 31.8.1864), deutscher Staatssozialist, Gründer Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, einer Vorläuferorganisation der deutschen Sozialdemokratie. 150, 151
    Leo, Heinrich (19.3.1799 - 24.4.1878), deutscher Historiker, habilitierte 1824 über »Die Entwickelung der Verfassung der lombardischen Städte«; im übrigen ein ganz übler Antisemit! 35
    Luchaire, Achille (1846-1908), französischer Historiker. 27
    Ludwig XIV. (5.9.1638 - 1.9.1715), absolutistischer König von Frankreich und Navarra, genannt »der Sonnenkönig«. 49, 139
    Ludwig XV. (15.2.1710 - 10.5.1774), Urenkel Ludwig XIV., König von Frankreich und Navarra. 115
    Ludwig XVI. (23.8.1754 - 21.1.1793), König von Frankreich und Navarra, nach dem Sturm auf die Tuilerien abgesetzt, vor der Nationalversammlung des Hochverrats angeklagt und als Bürger Ludwig Capet enthauptet. 145, 146
    Luther, Martin (10.11.1483 18.2.1546), reaktionärer Reformator 45, 46
    Lysis (Pseudonym von Eugene Emile Letailleur), Journalist und Buchautor, schrieb u.a. in La Revue und l'Humaniti; trat in Frankreich mit seinen Artikeln und dem von Kropotkin genannten Buch eine breite Debatte über die politische Rolle des französischen Finanzkapitals los. 120, 121


    M

    Michelet, Jules (21.8.1798 - 9.2.1874), französischer Historiker des 19.
    Jahrhunderts. 141, 148
    Montesquieu, Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brede (ca. Januar 1689 - 11.2.1755), liberal-bürgerlicher französischer Philosoph, Soziologe, Staats- und Freihandelstheoretiker. 139


    N

    Napoleon I. (d.i. Napoleon Bonaparte) (15.8.1769 - 5.5.1821), korsischer Streber und französischer Kaiser. 115, 124
    Napoleon III. (d.i. Charles-Louis-Napoleon Bonaparte) (20.4.1808 - 9.1.1873)), Neffe Napoleons I., 1849 bis 1852 französischer Präsident, danach bis 1870
    Kaiser. 53, 102, 151 


    R

    Rhodes, Cecil John (5.7.1853 - 26.3.1902), englischer Afrikaabenteurer, Goldsucher, Diamantminenbetreiber und Staatsgründer Rhodesiens (des heutigen Simbabwe), Vorzeigefigur des britischen kolonialen Imperialismus mit entsprechendem Rassenwahn: Rhodes sah in den Briten die »erste Rasse der Welt« und träumte von einer Wiedervereinigung der anglo-amerikanischen Welt unter einer gemeinsamen, imperialen Regierung. 92, 122, 124

    Rogers, James Edwin Thorold (1823 - 14.10.1890), Professor für Politische Ökonomie in Oxford. 33, 57
    Roschestwenski, Sinowi Petrowitsch (30.10.1848 - 14.1.1909), russischer Admiral und Befehlshaber der Flotte im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05. 123
    Rousseau, Jean-Jacques (28.6.1712 - 2.7. 1778), französischer Philosoph und Pädagoge, gilt als Wegbereiter der Aufklärung und der französischen Revolution. 15
    Rudd, Charles Dunell (22.10.1844 - 15.11.1916), Geschäftspartner von Cecil Rhodes, Mitbegründer von De Beers, der ein Vermögen im Gold- und Diamantenboom in der britischen Kapkolonie machte. 92


    S

    Sand, George (d.i. Amandine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil (1.7.1804 - 8.6.1876), sozialkritische französische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin. 76
    Schneider, Friedrich Konrad (1841 - 1919), Bankier, Gutsbesitzer 112, 117
    Seebohm, Henry (12.7.1832 - 26.11.1895), englischer Stahlfabrikant. 54
    Sevigne, Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de (1626-1696), bekannt als Madame de Sevigne, deren Briefe überliefert sind. 72
    Sismondi, Jean-Charles-Leonard Simonde de (9.5.1773 - 25.6.1842), Schweizer Ökonom und Historiker. Er kritisierte die Produktionsbedingungen des zeitgenössischen Frühkapitalismus. 27, 35, 76
    Sue, Eugene (10.12.1804 - 3.8.1857), sozialkritischer französischer Schriftsteller und linksintellektueller Journalist, Teilnehmer der Februarrevolution 1848. 76


    T

    Thierry, Jacques Nicolas Augustin (10.5.1795 - 22.5.1856), französischer Historiker, stellte erstmals die Geschichte als Abfolge von Klassenkämpfen dar. 27, 39, 76
    Tricoche, George Nestler, (1859 ??), Wirtschaftsjournalist. 55
    Turgot, Anne Robert Jacques, baron de l'Aulne (10.5.1727 - 18.3.1781), französischer Ökonom und Minister Ludwigs XPV. 51


    V

    Vanderbilt, Cornelius (27.5.1794 - 4.1.1877), Begründer des stinkreichen Vanderbilt-Clans in den USA; man nannte ihn den »Schiffs- und Eisenbahnkönig«. 105
    Vidal, Francois (1812-1872) französischer Ökonom, fourieristischer Sozialist. 146, 150


    W

    Watt, James (19.1.1736 - 19.8.1819), schottischer Erfinder, dessen größte Leistung die technische Perfektionierung der Dampfmaschinentechnologie war. 60


    Z

    Zola, Emile (2.4.1840 - 29.9.1902), linker französischer Schriftsteller und Journalist, der mit proudhonistischen Ideen sympathisierte; sein großer Erfolgsroman Germinal (1885), ist die Geschichte eines anarchistischen Bergarbeiterstreiks; der hier erwähnte Roman L'Argent (Das Geld) erschien 1891. 65, 119