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    Sucht und Trauma

    Integrative Traumatherapie in der Drogenhilfe

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    Sucht und Trauma
    Integrative Traumatherapie in der Drogenhilfe

    Autoren:

    Verlag:
    VS Verlag für Sozialw.  Weitere Titel dieses Verlages anzeigen

    Erschienen: April 2009
    Seiten: 300
    Sprache: Deutsch
    Illustration: 23 schw.-w. Abb., 9 schw.-w. Tab.
    Maße: 211x148x22
    Einband: Kartoniert / Broschiert
    ISBN: 3531161318
    EAN: 9783531161310

    Inhaltsverzeichnis

    Inhalt
    Vorwort11
    1Einleitung13
    2Suchtverständnis und Suchttherapie15
    2.1Suchtverständnis15
    2.2Suchttherapie17
    2.3Stand der Drogentherapieforschung20
      2.3.1Die Dauer der Therapie27
      2.3.2Strukturmerkmale29
      2.3.3Patientenmerkmale30
      2.3.4Therapeutische Beziehung32
    2.4Fazit37
    3Sucht als Ursache oder Folge von Traumatisierungen39
    3.1Sucht als komorbide Störung40
    3.2Sucht als Folge von Traumatisierungen42
    3.3Epidemiologische Daten und Prävalenz43
    3.4Traumatherapie47
    3.5Fazit48
    4Definition und Diagnostik von Trauma und PTBS51
    4.1Definition von Trauma51
    4.2Diagnostik einer PTBS nach ICD-10 und DSM-IV55
      4.2.1Patientenbeispiele61
    4.3Komplexes psychotraumatisches Belastungssyndrom65
    4.4Trauma und PTBS aus dem Blickwinkel der Neurobiologie67
    4.5Aussagen zum diagnostischen Verfahren der Integrativen Therapie71
      4.5.1Biographische Anamnese78
    4.6Diagnostik nach einem psychoanalytisch/psychodynamischen Ansatz86
    4.7Fazit93
    5Trauma und Sucht95
    5.1Traumatische Erfahrungen und die individuellen Anpassungsprozesse97
      5.1.1Traumatische Erfahrungen99
      5.1.2Traumatische Situation101
      5.1.3Traumatische Reaktion101
      5.1.4Traumaverarbeitungsprozeß102
      5.1.5Risikofaktoren, Resilienzen, Protektive Faktoren104
    5.2Behandlungsanforderungen und -ziele112
    5.3Therapeutische Beziehung115
    5.4Erfordernisse der Behandlung einer PTBS auf dem Hintergrund der IT117
    5.5Behandlungsgrundsätze für Patienten in der medizinischen und sozialen Rehabilitation119
    5.6Therapieimplikationen aus Sicht der Neurobiologie123
    5.7Fazit126
    6Integrative Therapie129
    6.1Persönlichkeitstheorie/Gesundheits- und Krankheitsverständnis der IT132
      6.1.1Die Fünf Dimensionen der Identität134
      6.1.2Gesundheits- und Krankheitsverständnis141
      6.1.3Protektive Faktoren143
      6.1.4Dynamische Regulation146
    7Behandlungsgrundlagen der IT149
    7.1Die vier Wege der Heilung und Förderung150
    7.2Die 14 therapeutischen Wirkfaktoren152
    8Drogenhilfesystem Herne157
    8.1Leistungen zur medizinischen und sozialen Rehabilitation Suchtkranker im Therapieverbund Herne160
      8.1.1Adaption als Leistung der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker-Phase II der medizinischen Rehabilitation161
      8.1.2Ambulantes Betreutes Wohnen für abhängigkeitskranke Menschen (Phase III der sozialen Rehabilitation Drogenabhängiger)167
    8.2Übergeordnete Behandlungsziele172
      8.2.1Das Konzept der Leiblichkeit in der IT178
    9Das Behandlungssetting181
    9.1Behandlungsvertrag182
    9.2Behandlungselemente (vgl. Schay, Liefke 2007)182
      9.2.1Ressourcenorientierte Einzelgespräche183
      9.2.2Genderspezifische Angebote185
      9.2.3Ressourcenorientierte Gruppengespräche186
      9.2.4Bewegungstherapie/Entspannungstechniken189
      9.2.5Soziotherapie192
      9.2.6Arbeit mit dem Rückfall/Rückfallpräventionstraining192
    9.3Traumaspezifische Behandlungselemente198
      9.3.1Ressourcenorientierte Einzeltherapie198
      9.3.2Die Bedeutung physischer Aktivität in der Trauma- und Suchttherapie199
      9.3.3Entspannung im Rahmen der Traumatherapie200
      9.3.4Arbeit mit dem Rückfall203
    10Behandlungsaspekte/-verlauf205
    11Ziele und Design der Studie217
    11.1Beschreibung der Methodenauswahl und des wissenschaftlichen Hintergrundes222
    12Fragebögen und Datenzugang225
    12.1Ergebnisse227
      12.1.1Ergebnisse:Patienten-Kontrollgruppe am Therapiebeginn der traumaspezifischen Behandlung234
      12.1.2Ergebnisse: Patienten-Kontrollgruppe am Therapieende der traumaspezifischen Behandlung242
    13Diskussion der Ergebnisse261
    14Abschließende Bemerkungen271
    Literaturangaben275



    Vorwort

    Vorwort

    "Wenn wir über Trauma und traumatisierte Menschen reden, dann reden wir von der Zerstörung des Selbst und von dem Verlust von Glück. ... von der Abgrunderfahrung, ... von "broken spirits", die das Trauma, der Sturz in den Abgrund zurückläßt" (Offo-A77eyer2008, 43ff).

    "Das Wort "Trauma" bedeutet im Griechischen "Wunde" oder "Verletzung", in der Psychologie steht es für eine starke seelische Erschütterung, die (im Unbewußten) noch lange wirksam ist" (Mauelshagen 2008, 85).

    Die Anamnese von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen vom Borderlinetyp, Suchterkrankungen, Eßstörungen, autoaggressivem Verhalten und Somatisierungs- und Angststörungen weist oft psychosoziale Krisen und traumatische Erfahrungen auf.

    Kennzeichnend für eine psychosoziale Krise ist der "Verlust des seelischen Gleichgewichts, den ein Mensch verspürt, wenn er mit Ereignissen und Lebensumständen konfrontiert wird, die er im Augenblick nicht bewältigen kann, weil sie von der Art und dem Ausmaß her seine ... Fähigkeiten ... zur Bewältigung seiner Lebenssituation überfordern" (Sonneck 2003, 319).

    In unserer Arbeit begegnen wir seit Jahren diesen Phänomen. Viele unserer Patienten1 haben Deprivation, körperliche und sexuelle Gewalt erfahren, sind in schwerste psychosoziale Krisen geraten. Diese Erfahrungen haben sich schädigend auf ihre Seele und ihren Körper ausgewirkt.

    Die vorliegende Arbeit greift die Erfordernisse in der Behandlung von traumatisierten Patienten, die offensichtlich unter den Folgesymptomen leiden, im Kontext der Phasen II (Adaption) und III (Betreutes Wohnen) der medizinischen und sozialen Rehabilitation auf (vgl. auch Kap. 8). Unsere Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit dieser Klientel zeigen uns, daß wir bei diesen Patienten mit dem herkömmlichen Behandlungssetting der medizinischen und sozialen Rehabilitation häufig an Grenzen kommen.

    Auf dem Hintergrund unserer therapeutischen Ausbildung im Verfahren der Integrativen Therapie und unserer Ausbildung als Fachberater für Psychotraumatologie können wir für diese Patienten ein therapeutisches Setting gestalten, das die Störungsbilder Sucht und Folgestörungen traumatischer Erlebnisse berücksichtigt.

    Wir wollen mit der Studie "Integrative Traumatherapie in der Drogenhilfe" untersuchen, inwieweit dieser Behandlungsansatz adäquate und meßbare Therapieerfolge ermöglicht.

    Unsere Thesen lauten: 1) Der überwiegende Teil der Patienten in unseren Einrichtungen hat traumatische Erfahrungen im biographischen Kontext erlebt, 2) sie haben in deren Folge Symtome einer Posttraumatischen Belastungsstörung entwickelt und 3) ein traumaspezifischer Behandlungsansatz kann bei dieser Patientengruppe zu besseren Behandlungsergebnissen führen.

    Wir danken besonders unseren Patienten für ihre Bereitschaft, uns ihre Daten zur Verfügung zu stellen.

    Die Patienten wurden über die Studie und die Freiwilligkeit der Teilnahme von den Autoren informiert. Die Anonymität der Patienten wurde durch einen selbstgenerierten Zahlen-Buchstabencode gewährleistet.

    1  In den verschiedenen Arbeitsbereichen der Drogenhilfe wird von Klient bzw. Patient gesprochen. Aus Gründen der Lesbarkeit verwenden wir "Patient". Auch verwenden wir das generische Maskulinum (der Patient, der Suchtkranke, der Mitarbeiter, der Therapeut), das männliche und weibliche Personen mit einschließt. Zu einer der sehr umständlichen neuen Schreibweisen konnten wir uns nicht entschließen.

    Klappentext

    Sucht und Trauma

    Suchtkranke Menschen sind häufig traumatisiert. Hat die Drogenkarriere die traumatischen Erlebnisse nach sich gezogen oder hat der Patient sich vor seinem Trauma in die Abhängigkeit geflüchtet? Das Buch beleuchtet das Verhältnis von Trauma und Sucht - und die Vorteile der Behandlung von Suchtpatienten mit Elementen aus der Traumatherapie. Die Autoren beschreiben ausführlich die Anwendung der integrativen Traumatherapie in der Behandlung von Drogenabhängigen und stellen die Erfolge dieses Ansatzes in einer Evaluationsstudie dar.

    www.vs-verlag.de


    ISBN 978-3-531-16131-0

    Autor

    Autoren

    Peter Schay

    Recklinghausen, Master of Science Integrative Psychotherapie, Dipl. Sozialarbeiter, Dipl. Supervisor (FU Amsterdam), Approbation als KuJ-Psychotherapeut, Psychotherapie (HPG), Lehrtherapeut für Integrative Therapie (FPI/EAG), Fachberater für Psychotraumatologie (DIPT e.V. Köln); Gesamtleiter und Geschäftsführer der ambulanten und (teil-) stationären Einrichtungen der Drogenhilfe im Therapieverbund Ruhr-Mitte, Vorsitzender der Deutsche Gesellschaft für Integrative Therapie, Gestalttherapie und Kreativitätsförderung e.V. .

    Ingrid Liefke

    Essen, Master of Science Integrative Psychotherapie, Dipl. Pädagogin, Approbation als KuJ-Psychotherapeut, Psychotherapie (HPG), Ausbildung in Integrative Sozialtherapie (FPI/EAG), Fachberaterin für Psychotraumatologie (DIPT e.V. Köln); Mitarbeiterin der ambulanten und (teil-) stationären Einrichtungen der Drogenhilfe im Therapieverbund Ruhr-Mitte.