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| Inhalt | ||||||
| Vorwort | 7 | |||||
| Einführung | 9 | |||||
| 1 | Die zwei Sinne | 13 | ||||
| 1.1 | Botschaften an Augen und Ohren senden | 13 | ||||
| 1.2 | Bilder verstehen | 14 | ||||
| 1.3 | Gesprochenen Text verstehen | 16 | ||||
| 2 | Sprache | 21 | ||||
| 2.1 | Schreiben fürs Hören | 21 | ||||
| 2.2 | Texten fürs Sprechen | 33 | ||||
| 2.3 | Klischees und Metaphern | 38 | ||||
| 3 | Ausdrucksmöglichkeiten der Kamera | 43 | ||||
| 3.1 | Kameraeinstellungen | 45 | ||||
| 3.2 | Kamerastandpunkt und -perspektive | 48 | ||||
| 3.3 | Bewegung in Fernsehbeiträgen | 49 | ||||
| 4 | Text und Bild | 55 | ||||
| 4.1 | Bild- und Textfunktionen | 55 | ||||
| 4.2 | Bilder ohne Text | 58 | ||||
| 4.3 | Ergänzungen zum Bild | 59 | ||||
| 4.4 | Doppelungen von Text und Bild | 61 | ||||
| 4.5 | Text-Bild-Scheren | 62 | ||||
| 4.6 | Satzbau und Bild | 66 | ||||
| 5 | Rhetorische Planung | 69 | ||||
| 5.1 | Der Schnitt ist ästhetisch | 69 | ||||
| 5.2 | Der Text ist rhetorisch | 70 | ||||
| 6 | Das Innere von Textpassagen | 73 | ||||
| 6.1 | Pointieren | 73 | ||||
| 6.2 | O-Töne an- und abtexten | 75 | ||||
| 6.3 | Anschaulich einsteigen | 81 | ||||
| 6.4 | Prägnant enden | 85 | ||||
| 7 | Bedingungen des Textens | 87 | ||||
| 8 | Musik in Fernsehbeiträgen | 91 | ||||
| 9 | Geräusche in Fernsehbeiträgen | 95 | ||||
| 10 | Texten für verschiedene Fernsehgenres | 97 | ||||
| 10.1 | Nachrichtenfilm | 97 | ||||
| 10.2 | Bericht | 99 | ||||
| 10.3 | Reportage | 102 | ||||
| 10.4 | Dokumentation | 106 | ||||
| 10.5 | Feature | 109 | ||||
| 10.6 | Trailer | 112 | ||||
| 11 | Eine gelungene Reportage | 117 | ||||
| Wa Tham Krabog - Tempel der Drogenabhängigen | 117 | |||||
| 12 | Ein gelungener Bericht | 149 | ||||
| La Coruna - Eine Stadt versinkt im Müll | 149 | |||||
| Anmerkungen | 166 | |||||
| Literatur | 171 | |||||
| Index | 173 | |||||
Vorwort
Oft wird sie angeprangert, die fehlende Qualität beim journalistischen Fernsehen. Langweilig, unverständlich und immer das Gleiche. So lauten häufig die Vorwürfe. Und in der Tat: Bei unseren Recherchen für dieses Buch stießen wir neben vielen guten Beiträgen auch immer wieder auf Beispiele, die den Kritikern Recht geben. Dabei geht es nicht nur um die Inhalte, sondern auch um die Art und Weise, wie sie den Zuschauern präsentiert werden. Dabei spielt eine Gestaltungsebene des Berichtens fürs Fernsehen eine entscheidende Rolle: Der Text.
Verworrene Sätze, Ausdrücke, die nur Fachleute verstehen oder Text- und Bildaussagen, die auseinanderklaffen: Das sind nur einige Belege für formal schlechten Fernsehjournalismus, der uns in vielen TV-Texten immer wieder begegnete. Oft stießen wir auf journalistische Stilformen, die für das Fernsehen nicht geeignet sind. Zu lange Sätze etwa erschweren das Verstehen von Fernsehbeiträgen, auch wenn sie in Zeitungsartikeln durchaus üblich sind. Immer wieder trafen wir zudem auf die Sprache des Radios, die Vorgänge und Ereignisse exakt beschreibt und deshalb für das Bildmedium Fernsehen nur bedingt brauchbar ist. Plattitüden, Klischees oder ausgetretene Wendungen wie - »im Vorfeld wurde abgeklärt« oder - »in Zukunft bleibt zu hoffen« - kamen oft hinzu. Auch das mangelhafte Zusammenspiel von Text und Bild erwies sich häufig als problematisch: »Hinzu kommt, dass Fernsehen halt wesentlich mit Sehen zu tun hat und die Bilder, die es da zu sehen gibt, in ständiger Konkurrenz zum Wort stehen. Sind es starke Bilder, so lösen sie Emotionen beim Betrachter aus und übertönen die Wortbotschaft so laut, bis sie kaum noch zu vernehmen ist. Sind es, wie oft, Verlegenheitsbilder, so lenken sie immerhin vom Wort ab, indem sie dem Betrachter das Kunststück abverlangen, sich alle paar Sekunden auf einen neuen Raum, auf einen neuen Menschen, auf eine neue Szene einstellen zu müssen, während ihm zusätzlich Worte ins Ohr tropfen.«1
Um die Verständlichkeit von Fernsehbeiträgen steht es schlecht. Das belegen mehrere Untersuchungen in der Medienwirkungsforschung. Selbst ausgewählte Probanden konnten in wissenschaftlichen Tests nur selten mehr als zehn Prozent der Inhalte einer Nachrichtensendung behalten.2 Auch Peter Sicking kommt in seiner Studie »Leben ohne Fernsehen«, in der er die Motive von Fernsehverweigerern untersuchte, zu einem Ergebnis, das die Qualität der Berichterstattung infrage stellt: »Bei den weiteren Gründen für eine Ablehnung für die fernsehlose Lebensgestaltung der aktiven Nichtseher steht die überaus kritische Bewertung des Fernsehprogramms an erster Stelle. Sowohl die Machart des Fernsehprogramms als auch die inhaltlichen Programmangebote werden durchgehend als minderwertig empfunden.«3
Wir glauben, dass die schlechte Verständlichkeit von Fernsehbeiträgen nicht den Zuschauern angelastet werden kann. Die Ursache ist zumeist in den oben genannten Gründen zu suchen. Es gilt, Fernsehbeiträge so verständlich wie möglich zu machen, ohne dass sie dabei an Attraktivität oder Spannung verlieren.
»Texten für TV« hat sich als zeitloses Buch erwiesen. Zugunsten einer leichten Lesbarkeit verzichten wir auf detaillierte Literaturverweise im Text. Nicht nachgewiesene Zitate stammen aus Gesprächen, die wir mit Reportern und Filmemachern führten.
Das Buch enthält Tipps für die Praxis und macht Vorschläge zum verständlichen Texten. Einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt es nicht. Im zweiten Teil geben wir spezielle Empfehlungen für die verschiedenen Fernsehgenres. Die Beispiele basieren auf leicht veränderten Originaltexten. Autoren und Sendedaten geben wir nicht an. Es kommt uns nicht darauf an, die Urheber der Beiträge hervorzuheben oder zu diskreditieren. Wir leiten aus den Beispielen lediglich unsere Vorschläge ab.
Wir danken Joachim Filliés, Hans-Dieter Grabe, Halim Hosny, Harald Jung, Christian Kirsch, Klaus M. Klose, Jens Monath, Ulli Rothaus, Rüdiger Steiner und Bodo Witzke.
Frankfurt/M. und Mainz, Martin Ordolff
Januar 2009 Stefan Wachtel
Praktischer Journalismus
Fernsehzuschauer können selten mehr als zehn Prozent der Inhalte einer Nachrichtensendung behalten. Dies liegt auch daran, dass Fernsehjournalisten oft lange und verschachtelte Sätze mit schwierigen Ausdrücken wie in Zeitungsartikeln verwenden.
Das Buch leitet dazu an, Fernsehbeiträge verständlich zu texten, ohne dass sie dabei an Attraktivität oder Spannung verlieren. Die Autoren vermitteln anhand von zahlreichen Beispielen Kriterien für effektives Texten, geben Hinweise zur sinnvollen Koordination von Bild und Text und gehen auf die spezifische Sprache verschiedener Fernsehgenres wie Nachrichtenfilm, Bericht, Reportage, Dokumentation, Feature und Trailer ein.
Die Reihe »Praktischer Journalismus«:
ISBN 978-3-86764-144-9
Index
AAbnahme 17
Abstraktion 64
Abtexten von O-Tönen 79
Aktiv 28
Antexten von O-Tönen 76, 77, 78
Atmosphäre 57, 92
Aufbau 99, 107
Aufmerksamkeit 14, 16, 55, 58
Aufzieher 52
Ausstieg 85, 147, 165
BBericht 99
Betonung 31, 33, 34
Bewegung 49
Bewegungsreiz 14
Bildausschnitt 44, 45, 47, 52
Bildschnitt 43, 69
Bildverstehen 14, 56
CChronologie 110, 114
DDetailaufnahme 48
Distanz 69, 79, 103
Dokumentation 106
Doppelung 61, 77
Dramaturgie 93, 102, 113, 114
Drehort 87, 102
EEinstieg 81, 119, 150
FFeature 109
Fernsehjournalismus 7
Filmjournalismus 91
Floskeln 85
Frage 74, 98, 100
Fremdwörter 26
Froschperspektive 48
GGedankenschritt 74
Genre 78, 92, 97, 110
Geräusche 95
Grafik 16
Grammatik 14, 24, 78
Großaufnahme 47
HHalbnah 46
Halbtotale 46
Hinführung 160
Hörverstehen 19
IImperfekt 36
Informationsdichte 17, 25, 29, 74
Infotainment 43
Inhalt 21, 59
Jjournalistische Fragen 98
journalistischer Bericht 86
journalistisches Arbeiten 56
journalistische Texte 33
KKameraeinstellung 11, 15, 45, 69
Kamerafahrt 53
Klarheit 70
Klischee 7, 38, 39
Kontext 48, 83
LLead-Satz-Prinzip 74, 97
Leitmotiv 92
Lesen 10, 32, 33, 37, 38, 80
MMetapher 40
Musik 91
NNachrichtenagentur 41
Nachrichtenfilm (NiF) 97
Nah 47
Nominalstil 25
OOben-Standpunkt 49
offenes Ende 147
O-Ton 75, 86, 114
PPassiv 28
Perfekt 36
Perspektive 48
Phrasen 32
Plusquamperfekt 36
Pointieren 73, 83
Präsens 37
Präzision 40
RRanfahrt 52
Redeausschnitt 16
Regel 44, 103
Reportage 102
Rhetorik 70
Rhythmus 31, 51, 69, 76, 79, 114
SSatzbau 21, 32, 66
Schaltgespräch 66
Schlagzeilenstil 26, 89, 104
Schluss 85
Schräg-Standpunkt 49
Schwenk 50
Sinnschritt 17, 22
Sprachaufnahme 31, 33, 89
Sprache der Nationalsozialisten 41
Sprachjournalismus 84
Sprechen 33, 37, 38, 47, 51
Sprechtempo 22
Standbild 16
Stereotype 60, 79
Stil 10
Stimme 17
subjektive Kamera 53
Superlativ 29
Supertotale 45
Synonym 30
TText-Bild-Schere 11, 53, 62
Timing 66, 89
Totale 45
Trailer 112
UÜbersetzung 136
Umschreiben 26
Unten-Standpunkt 48
VVerben 25, 104
Verstehen 7, 10, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 26, 30, 40, 43, 55
Vogelperspektive 49
Voice-over 80
Vorlesen 33
WWahrnehmung 14, 15, 16, 28, 49
Weit 45
Wortschöpfung 31
Wortwahl 10, 17
ZZahlen 29
Zeitform 36, 37
Zitat 8
Zoom 16, 51
Zungenbrecher 37
Zuschauer 13, 14, 22, 45, 53, 81
Martin Ordolff arbeitet als Journalist für das ZDF in Mainz, vorrangig in den Bereichen Wirtschaft und Umwelt. Zuvor war er mehrere Jahre Autor und Schlussredakteur im »heute-journal«. Seine Erfahrung von zahlreichen Berichten aus dem In- und Ausland gibt er in Seminaren zu verschiedenen Themen weiter. Er ist zudem Autor des Buches »Fernsehjournalismus« (2005). Kontakt: ordolff.m@zdf.de
Stefan Wachtel, Dr. phil., ist Senior Coach bei »Expert-Executive« in Frankfurt am Main und berät Spitzenmanager für öffentliche Auftritte. Er war zuvor TV-Sprecher und Trainer bei ARD und ZDF. Autor u. a. von »Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen« (6. Aufl. 2009), »Schreiben fürs Hören« (3. Aufl. 2003) und »Rhetorik und Public Relations« (2003). Kontakt: stefan.wachtel@expertexecutive.de
»Ein knapp gehaltenes, aber durchaus sinnvolles Kompendium zum Thema Sprache im Fernsehen.« (Celluloid) Mindestens die ersten vierzig Seiten müssten für alle TV-Texter Pflichtlektüre sein.[.] Wer dem Zwang entkommen ist, nicht jede Regel sklavisch zu befolgen, bekommt mit diesem Buch ein praxisnahes Hilfsmittel für bessere TV-Texte. (amazon.de, 17.03.2009) "Texten für TV" ist klar gegliedert, hat eine einfache Sprache und anschauliche Beispiele. Ein informatives und hilfreiches Buch, nicht nur für Fernsehjournalisten, sondern auch für Printredakteure, die sich mit Webvideos beschäftigen. (Drehscheibe, 05/2009) Ein auf den journalistischen Alltag zugeschnittener Ratgeber. (videoaktiv.de, 02-03/2010)