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| INHALT | ||||||
| Vorwort | 7 | |||||
| 1 | Ein neuer Blick in den Himmel | 9 | ||||
| 2 | Je größer desto besser | 27 | ||||
| 3 | Rettung durch neue Technologien | 45 | ||||
| 4 | Von Silber zu Silikon | 63 | ||||
| 5 | Das Unsichtbare sichtbar machen | 77 | ||||
| 6 | Jenseits unseres Planeten | 95 | ||||
| 7 | Was bringt die Zukunft? | 111 | ||||
| Über die Autoren | 130 | |||||
| Bildquellen | 132 | |||||
VORWORT
DIE PRÄCHTIGE STARBURSTGALAXIE MESSIER 82 -EINE MULTIWAVELENGTHAUFNAHME
Diese an ein Feuerwerk erinnernde Aufnahme im Bereich mehrerer Wellenlängen, von der aktiven Spiralgalaxie Messier 82 wurde von drei Weltraumteleskopen gemacht. Die Röntgenaufnahmen des Chandra-Satelliten erscheinen in blauen und die Infrarotaufnahmen des Spitzer-Weltraumteleskops in roten Farben. Die vom Hubble-Weltraumteleskop aufgenommenen Wasserstoffemissionen sind orange, während blaue Strahlung der Galaxie in gelbgrün erscheint.
Schon unsere fernen Ahnen blickten voller Staunen und Ehrfurcht in den Nachthimmel. Vor 400 Jahren aber ereignete sich etwas Unvorhersehbares, was noch bis in die Gegenwart nachwirkt: Galileo richtete sein aus Vergrößerungsgläsern zusammengebautes Instrument in den Himmel, wohl wissend um neue Erkenntnisse aus dem Fernrohrbau andernorts in Europa. So wurde er der Erste, der erstaunliche Erscheinungen am Himmel beobachten konnte: Die Gebirge des Mondes, die Phasen der Venus, Jupiters Satelliten, Sonnenflecken... usw. Das Wesentliche, und das für uns als Astronomen Entscheidende an Galileos damaligen Vorgehen ist, dass er daraufhin sofort begann, die Bedeutung des Beobachteten zu interpretieren, die wunderschönen Bilder in Fakten über die Erde und ihre Position und Bewegung in Bezug auf die Sonne umzusetzen. Er erkannte die Ähnlichkeit zwischen Mond und Erde, und ihm wurde bald klar, dass Jupiter mit seinen Satelliten ein eigenes kleines Sonnensystem darstellte.
Das alles geschah vor 400 Jahren. Seit diesem Tag folgen Astronomen Galileos Spuren, verbessern dabei kontinuierlich ihre Teleskope und Instrumente und versuchen, anhand der beobachteten Daten, die Welt und das Universum zu erklären. Die dabei erzielten Fortschritte sind umwerfend! Heutzutage gibt es auf der ganzen Welt zahlreiche optische Teleskope mit Durchmessern von über acht Metern. Diese werden noch ergänzt durch bodengebundene Radioteleskope und neue Detektoren für höchstenergetische Teilchen und Photonen, während Satelliten andere Strahlungsarten aus dem Universum registrieren. Es ist zwar äußerst kostspielig, aber Weltraummissionen bieten geradezu ideale Bedingungen für Beobachtungen, selbst im optischen und infraroten Licht, wie schon anhand der einzigartigen Ergebnisse des mittelgroßen Hubble-Weltraumteleskops zu erkennen ist, das die Daten der gigantischen bodengebundenen Teleskope ergänzt. Diese neuen Beobachtungen und die Interpretationen und Theorien denen sie Vorschub leisteten, haben nicht nur unsere Ansichten über das Sonnensystem grundlegend verändert, sondern auch den Rest des Universums, seinen Ursprung, seine Entwicklung, die Geschichte seiner Bestandteile, Gaswolken, Galaxien und Galaxienhaufen, Sterne, Planeten in unserem Sonnensystem und woanders, zu Studienobjekten gemacht.
Deshalb feiern wir im Internationalen Jahr der Astronomie 2009 Galileos Vermächtnis und alle Entdeckungen, die in der Zwischenzeit bis zum heutigen Tage gemacht wurden, sowie die explosionsartige Erkenntnisvermehrung, deren wir jetzt Zeugen werden und die erst durch neuartige Technologien ermöglicht wurden. Dieses Buch, geschrieben von zwei erfahrenen und talentierten Botschaftern der Astronomie, illustriert auf wunderbare Weise die vierhundertjährige Geschichte des Teleskops und die erstaunlichen technologische Fortschritte im universellen Erkenntnisprozess.
Catherine Cesarsky
Präsidentin der Internationalen Astronomischen Union und Forschungsdirektorin der DSM (Direction des Sciences de la Matière) der staatlich geförderten, technologischen Forschungsorganisation (CEA) in Saclay, Frankreich.
Die Erfindung des Teleskops ist die bahnbrechendste Erfindung in der Geschichte der Astronomie. Über mehrere tausend Jahre hinweg mussten sich die Astronomen zur Lösung der Rätsel des Universums allein auf ihre Augen verlassen. Das Teleskop enthüllte eine enorme Fülle an neuen astronomischen Schätzen und führte so zu einem dramatischen Wissenszuwachs über das Universum in dem wir leben.
"UNSER FENSTER ZUM WELTRAUM" ist die offizielle Publikation der IAU zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009 und enthält die Begleit-DVD ,Eyes on the Skies'. Sowohl das Buch als auch der Film beleuchten das Teleskop in all seinen Facetten - seine historische Entwicklungsgeschichte, seine Bedeutung für die Wissenschaft, die technologischen Durchbrüche sowie die Menschen hinter dieser unvergleichlichen Erfindung und deren Erfolge und Misserfolge.
Die offizielle DVD zum "Internationalen Jahr der Astronomie 2009" erzählt in aufregenden 59 Minuten die Geschichte des Teleskops, ergänzt durch einmalige Aufnahmen internationaler Observatorien, durch Animationen und Computersimulationen, wissenschaftliche Ergebnisse und vieles mehr. Mit Untertiteln in 21 verschiedenen Sprachen.
ISBN 978-3-527-40867-2
Govert Schilling
Govert Schilling ist Autodidakt und, vor allem in den Niederlanden, als Autor populärwissenschaftlicher Bücher und Artikel über Astronomie bekannt. Er begann sich schon als Teenager für Astronomie als Hobby zu interessieren nachdem er den Planeten Saturn durch ein 3-Zoll-Teleskop beobachten konnte. Obwohl Schilling sein Interesse an der Astronomie nie verloren hat, verfolgte er keine akademische Karriere auf diesem Gebiet. Er ließ sich stattdessen zum Maschinenbauingenieur ausbilden und arbeitete danach als Bildrechercheur für einen niederländischen Lexikonverlag und als Chefredakteur der Zenit, einer niederländischen Zeitschrift für Hobby-Astronomen.
1982 begann Schilling als Texter und Programmleiter am Planetarium in Amsterdam zu arbeiten. Zu dieser Zeit veröffentliche er auch die ersten astronomischen Zeitungs- und Zeitschriftenartikel. Sein erstes Buch erschien 1985. Das Amsterdamer Planetarium wurde 1987 Teil des Zoos Artis, ebenfalls in Amsterdam. Schilling organisierte weiterhin beliebte Planetariumsvorführungen inklusive einer Show mit den Figuren der Sesamstrasse für die er den Award of Excellency des Children's Television Workshop erhielt.
Schilling arbeitete viele Jahre in Teilzeit für das Artis Planetarium, während er gleichzeitig als freiberuflicher Autor Texte für Zeitungen, Zeitschriften, Funk und Fernsehen verfasste. Seit 1998 konzentriert er sich ausschließlich auf seine Autorentätigkeit. Er schreibt regelmäßig über Astronomie und Weltraumwissenschaft für die niederländische Tageszeitung de Volkskrant, für eine Reihe anderer niederländischer Wochen- und Monatszeitschriften, für die britischen Ausgaben des New Scientist und für BBC Sky at Night, sowie für die amerikanischen Zeitschriften Sky & Telescope (für die er auch beitragender Redakteur ist), Science und Scientific American.
Schilling hat inzwischen fast fünfzig Bücher über verschiedene Themen der Astronomie geschrieben, angefangen bei Kinderbüchern und einfachen Weltraumführern bis zu hochaktuellen Themenbüchern über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Astronomie. Einige seiner Bücher, wie z.B. Flash! The Hunt for the Biggest Explosions in the Universe, Evolving Cosmos, und The Hunt for Planet X sind sogar ins Deutsche bzw. ins Englische übersetzt worden.
Er betreibt ebenfalls sein eigenes, in den Niederlanden sehr beliebtes, Astronomieportal im Web unter der Internetadresse www.allesoversterrenkunde.nl . Im Jahre 2002 erhielt er außerdem den renommierten niederländischen Eurekal-Pokal, der einmal im Jahr vergeben wird, für seinen Beitrag zur Popularisierung von Wissenschaft und Technologie.
Die Internationale Astronomische Union benannte im Jahr 2007 einen Asteroiden, den "10986 Govert", nach ihm.
Lars Lindberg Christensen
Lars Lindberg Christensen leitet als Experte für Wissenschaftskommunikation das Informationzentrum der Hubble European Space Agency in München. In dieser Position ist er verantwortlich für die Bildungsprogramme und Öffentlichkeits-Informationen über das Hubble-Weltraumteleskop der NASA/ESA in Europa. Er erhielt sein Diplom in Physik und Astronomie von der Kopenhagener Universität in Dänemark. Vor seiner jetzigen Position arbeitete er zehn Jahre lang als Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit und technischer Spezialist am Tycho Brahe Planetarium in Kopenhagen.
Er kann bereits über 100 Veröffentlichungen für sich verbuchen, die meisten davon aus dem Bereich der populärwissenschaftlichen Kommunikation und über das Kommunikationsmodell. Darüber hinaus interessiert er sich für einige wichtige Teilgebiete der Kommunikationsforschung, wie z.B. graphische, schriftliche, technische und wissenschaftliche Kommunikation. Er hat auch einige Bücher geschrieben, insbesondere The Hands-On Guide for Science Communicators und Hubble: 15 Years of Discovery. Seine Bücher sind in die finnische, portugiesische, dänische, deutsche und chinesische Sprache übersetzt worden.
Lars Christensen hat in der Vergangenheit eine Vielzahl an Material für so unterschiedliche Medien wie Lasershows, Sternenhimmel- und Diavorführungen sowie für Internet, Printmedien, Funk- und Fernsehen zusammengestellt. In seiner Methodik konzentriert er sich darauf, innovative Strategien für die erfolgreiche Vermittlung der Wissenschaftssprache und Erstellung von Bildungsmaterial zu entwickeln und umzusetzen. Bei dieser Arbeit zieht er Fachleute wie Grafikdesigner und technische Zeichner zu Rate. Einige Ergebnisse dieser Zusammenarbeit kann man auf der folgenden Webseite ansehen: http://www. spacetelescope.org/ .
Lars Christensen ist Leiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Internationalen Astronomischen Union (IAU), Gründungsmitglied und Sekretär des lAU-Ausschusses 55 Communicating Astronomy with the Public (http://www.communicatingastronomy.org), Leiter des Photoshop FITS Liberator-Projekts der ESA/ESO/NASA, leitender Redakteur der von Fachleuten gelesenen Fachzeitschrift Communicating Astronomy with the Public, Verantwortlicher für den Video-Podcast Hubblecast, Leiter der Arbeitsgruppe für das "Internationale Jahr der Astronomie" der IAU sowie der Produzent und Regisseur der wissenschaftlichen Dokumentation Hubble - 15 Years of Discovery. 2005 erhielt Christensen als bisher jüngster Preisträger die Tycho-Brahe-Medaille für seine Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation.