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| Inhaltsverzeichnis | ||||||
| Variationen über "So viel Heimlichkeit" | 2 | |||||
| Variationen über "Marys Lamm" | 4 | |||||
| Variationen über "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" | 6 | |||||
| Variationen über "Alle Vögel sind schon da" | 8 | |||||
| Variationen über "Hänschen klein" | 10 | |||||
| Variationen über "Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann" | 12 | |||||
| Kurze Etüden über "Taler, Taler, du musst wandern" | 14 | |||||
Vorwort
Die vorliegenden Stücke richten sich in erster Linie an Schüler der Altersgruppen von etwa 7 bis 12 Jahren und sind direkt aus meiner eigenen Unterrichtstätigkeit als Violinlehrer hervorgegangen.
Bis auf die Variationen über "Hänschen klein", die ursprünglich als Violinduett geschrieben wurden, sind alle Arbeiten als Solostücke mit Begleitung durch das Klavier oder einer zweiten Violine gedacht.
So ist in den übrigen Stücken auch der Begleitpart der zweiten Violine eher für den Lehrer als für einen gleichaltrigen Schüler geeignet.
Der Vorteil, der sich aus der Arbeit mit bekanntem Liedmaterial ergibt, liegt klar auf der Hand.
Die Schüler erlernen im Umgang mit vertrautem und leicht fassbarem musikalischen Material in knapper Form die spieltechnischen Anliegen der einzelnen Variationen, die auch gezielt als kurze Etüden eingesetzt werden können.
So beachte man beispielsweise in der Variation 2 aus den "Bi-BaButzemann"-Variationen, wie der Schüler ständig zwischen der ersten Lage und den natürlichen Flageoletts in der vierten Lage hin-und-herpendelt. Dies trainiert in starkem Maße Tastsinn, Distanzabschätzung und Positionsgedächtnis auf der Violine sowie die für das Lagenspiel erforderliche Bewegungsfreiheit des linken Armes verbunden mit dem notwendigen Loslassenkönnen in der linken Hand, was durch das Flageolettspiel noch zusätzlich unterstützt wird. Eine Steigerung erfährt dieses sowohl in der Variation 4 desselben Stücks wie auch in der letzten Variation über "Fuchs, du hast die Gans gestohlen", in welcher die "Freiheit" des linken Armes nicht nur bei Lagenwechseln, sondern auch für weite Saitenwechsel ("Armsteuerung") trainiert wird. Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Schüler bei Lagenwechseln - anstatt die gesamte Hand zu lösen und als Ganzes in die nächste Lage zu bringen - zunächst nur mit einem Finger die nächste Lage zu erreichen versuchen. Man beachte hierzu unter anderem die Etüden 3 bis 4 zu "Taler, Taler, du musst wandern", die bewusst so angelegt sind, dass sie den Schüler dazu anregen, alle Finger als eine Einheit zu denken. In Variationen, die sich vorrangig bogentechnischer Anliegen stellen, habe ich - soweit es ging - der linken Hand keine allzu großen Aufgaben gestellt, um die Aufmerksamkeit nicht zu sehr von der Bogenhand abzulenken. So sind zum Beispiel die Variationen über "Marys Lamm", was die linke Hand angeht, schon sehr bald zu bewältigen, erfordern bzw. trainieren rechts jedoch einiges Geschick.
Diese Variationen, die ich oft als Bogentechnik-Etüde verwende, können sehr gut dazu genutzt werden, eine gute Kraftübertragung vom Arm über den Zeigefinger zum Bogen hin auszubilden und damit gute Bogenansätze, Bogenschwung, schnelle Saitenwechsel und vor allem korrekte Tonansätze auch bei Doppelgriffen (Doppelsaiten) zu schulen. Eine Fortführung erfährt dies beispielsweise dann auch in den Etüden 1, 4, 5, 8 und 9 über "Taler, Taler, du musst wandern".
Das Flageolettspiel liefert nicht nur eine willkommene klangliche und spieltechnische Abwechslung, sondern vermittelt dem Schüler auch die Erfahrung unterschiedlichen Finger-Saiten-Kontakts. Ich setze Flageoletts hier methodisch gezielt ein, um das oben bereits erwähnte Loslassen der linken Hand, das beim Flageolettspiel nahezu reflexartig passiert, anzuregen. Im Übrigen kommt es auch der Bogentechnik zugute, da der Schüler gezwungen ist, die Saiten mit viel Bogen und sicherem Saitenkontakt anzustreichen, damit die Flageoletttöne gut ansprechen. Dabei stellt sich wie von selbst eine fließende und gelöste Bogenführung ein.
Fingerpizzikati, Flageolettspiel, Ricochetstriche und ähnliche vergnüglich virtuose Spielereien, wie wir sie aus großen Virtuosenstücken kennen, von denen die Kinder in diesem Unterrichtsstadium natürlich noch weit entfernt sind, bieten Abwechslung und locken den Spieltrieb. Und eben diese Spielfreude, welche sich auch gerne auf die Zuhörer überträgt, lässt die Schüler gar nicht spüren, dass ich damit auch methodische Ziele verfolge.
Viel Spaß bei der Erarbeitung der Stücke wünscht
Niels Templin
GB - ganzer Bogen
u. H. - untere Hälfte des Bogens
o. H. - obere Hälfte des Bogens
Bm. - Bogenmitte
u. Bm. - untere Bogenmitte
o. Bm. - obere Bogenmitte
+ - Pizzikato der linken Hand
AMA 610383
ISBN 978-3-89922-098-8
ISMN M-501 55-046-3
Niels Templin
geboren 1968 in Stendal
ab 1987 Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler", Berlin, im Hauptfach Violine; daneben Privatunterricht im Fach Komposition
1993 Abschluss des Studiums als Dipl.-Orchestermusiker und Violin-Pädagoge
Lehrer für Violine und Ensemble an der Musikschule des Landkreises Barnim und in Berlin; daneben in verschiedenen Ensembles als Orchester- und Kammermusiker tätig