Artikel werden geladen
Autoren:
Verlag:
Edition 8 Weitere Titel dieses Verlages anzeigen
| Inhaltsverzeichnis | ||||||
| Vorwort | 9 | |||||
| Abraham, der Stammvater des Gelobten Landes | 13 | |||||
| Moses, der Anführer auf dem Weg nach Kanaan | 26 | |||||
| Kanaan, das Land der jüdischen Geschichte | 40 | |||||
| Das erste jüdische Königreich und sein Umfeld | 50 | |||||
| Palästina unter den Römern, Arabern und Osmanen | 76 | |||||
| Die Vordenker des Zionismus und die ersten Siedler | 86 | |||||
| Theodor Herzl und der Judenstaat | 103 | |||||
| Die Balfour-Deklaration | 110 | |||||
| Das Fundament des Staates Israel entsteht | 122 | |||||
| Der arabische Aufstand und der jüdische Widerstand | 140 | |||||
| Der UNO-Teilungsplan vom 29. November 1947 | 167 | |||||
| Die Gründung des Staates Israel und der Unabhängigkeitskrieg | 185 | |||||
| Nachwort | 214 | |||||
| Anhang | ||||||
| Die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel | 232 | |||||
| Quellen | 237 | |||||
| Bild- und Kartennachweis | 239 | |||||
Vorwort
»Es ist keineswegs so, dass es ein palästinensisches Volk gegeben hätte, das sich als palästinensisches Volk fühlte, und dass wir gekommen waren, es hinausgeworfen und ihm sein Land genommen hätten. Ein solches Volk existierte nicht.« Golda Meir, israelische Ministerpräsidentin, 1969
Am 23. Februar 2004 befasste sich der Internationale Gerichtshof in Den Haag mit der Rechtmässigkeit der von Israel gebauten Sicherheitsmauer auf palästinensischem Grundgebiet. Zur gleichen Zeit fand zum Beginn der Verhandlung vor dem Gerichtsgebäude eine Demonstration mit angereisten Israelis und Palästinensern statt, bei der ich Zuschauer war. Die aggressive und verbissene Polemik der angereisten Demonstranten wühlte mich so auf, dass ich spontan entschied, meine Geschichtskenntnisse über das Heilige Land wieder etwas aufzufrischen. Dabei ging es mir auch darum, die - oft religiös begründeten - Ansprüche auf dieses Land etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Über eine längere Zeit recherchierte und ordnete ich die historischen und religiösen Hintergründe, so dass ein leicht verständliches Gesamtbild des seit mehr als 60 Jahren dauernden Konfliktes zwischen den Israelis und Palästinensern entstand. Meine Arbeit war eigentlich als Diskussionsgrundlage für meine politisch interessierten Bekannten und Freunde gedacht, denn ich musste immer wieder feststellen, dass die Mehrzahl von ihnen wenig über die Ursachen wusste, die zur Gründung des jüdischen Staates geführt hatten. Ebenso wenig war ihnen bewusst, dass der Anspruch der weitgehend muslimischen Palästinenser auf einen eigenen Staat nicht eine trotzige Reaktion gegen die Politik der zionistischen Israelis ist, sondern eine lange Geschichte hat.
Ich betrieb meine Recherchen so gründlich und umfassend, dass am Schluss weit mehr als ein kurzer Essay entstanden ist.
Deshalb beschloss ich, meine Arbeit als Buch zu veröffentlichen und so einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Das Buch basiert auf der These, dass der Anspruch des palästinensischen Volkes auf das Heilige Land ebenso legitim ist wie jener des israelischen Volkes.
Es ist kein lückenloser Abriss über die Geschichte der Juden und der Palästinenser, sondern beschreibt nur die historischen Ereignisse, die für die grundlegende Fragestellung von Bedeutung sind. Folgerichtig wird die Geschichte des Heiligen Landes auch nur bis zur Aufnahme Israels als besonderes UNO-Mitglied beschrieben, denn die Zeit danach spielt für die Beurteilung der palästinensischen Ansprüche keine Rolle mehr.
Das Buch wurde also ganz bewusst aus dem Blickwinkel des palästinensischen Volkes und als Plädoyer für deren eigenen Staat geschrieben. Und zwar deshalb, weil seit dem Zweiten Weltkrieg und dem traumatischen Holocaust der grösste Teil der Buchautoren und Journalisten aus falsch verstandener Rücksichtnahme nicht mehr den Mut hat, alle Fakten, die zur Gründung des Staates Israel geführt haben, sachlich richtig und wertfrei zu beschreiben. Noam Chomsky, us-amerikanischer Sprachwissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT), nannte in >Le Monde Diplomatique< die in einer Demokratie unkritische Übernahme einer vorgegebenen politischen Denkrichtung eine »Art freiwillige Gehirnwäsche«. »Die vorgegebene Linie wird« - dies in Abweichung zu einem totalitären Staat - »niemals als solche benannt, sondern stillschweigend vorausgesetzt.« Das Ergebnis einer solchen Betrachtungsweise ist meiner Meinung allenfalls eine Art Pseudo-Objektivität, die mit der wirklichen Wahrheit nicht übereinstimmt, sondern nur scheinbar richtig ist. Dies ist deshalb kritikwürdig, weil die heutige Situation der Palästinenser eine Folgewirkung der Geschichte des Dritten Reiches ist und genauso im Verantwortungsbereich der deutschen und europäischen Politik liegt, wie die besondere Unterstützung des Staates Israel.
Die interessierte Leserin und der interessierte Leser werden sich durch die Lektüre selber ein umfassendes Bild darüber machen können, wie es zu diesem Konflikt gekommen ist. Dabei werden sie auch feststellen, dass zwischen dem religiös abgeleiteten Anspruch auf das Heilige Land und der historischen Wirklichkeit ein Dissens besteht.
Um es gleich vorweg zu nehmen: mit meinem Buch will ich nicht das Recht der Juden auf einen eigenen Staat im Heiligen Land in Frage stellen. Vielmehr geht es mir darum, vor dem Hintergrund geschichtlich verifizierbarer Fakten deutlich zu machen, dass der bewaffnete Konflikt der jüdischen mit der im selben Gebiet beheimateten islamischen Bevölkerung nicht von ausserhalb, sondern nur von den Betroffenen selbst gelöst werden kann, und zwar durch eine Zweistaatenlösung auf der Grundlage eines völkerrechtlich verbindlichen Beschlusses im UNO-Sicherheitsrat.
Elmar Oosterbolt
Über das Buch
Warum das Heilige Land auch den Palästinensern gehört ist das erste Buch, das die Geschichte der Juden und der Palästinenser vom religiösen Hintergrund an bis zur Gründung des Staates Israel am 15. Mai 1948 beschreibt. Es ist kein Geschichtsbuch über den Staat Israel, sondern schildert ausführlich, warum auch die Palästinenser Anspruch auf einen eigenen Staat im früheren britischen Mandatsgebiet Palästina haben.
Nach einem Überblick über die Entstehung der christlichen, islamitischen und jüdischen Religion folgen die historischen Meilensteine der Geschichte der Juden im Heiligen Land bis hin zu den terroristischen Aktivitäten der Zionisten, die die britischen Mandatsträger letztlich zum Abzug aus Palästina zwangen. Geschildert werden die beginnenden Kaufaktivitäten der ersten Einwanderer mit Hilfe z.B. der Rothschilds, die dem alleinigen Zweck dienten, das Heilige Land für eine grossflächige Besiedlung mit jüdischen Einwohnern vorzubereiten. Die Juden rechtfertigen ihren Alleinanspruch damit, dass ihnen das Heilige Land dreimal versprochen wurde, und zwar auf der Grundlage der biblischen Geschichte Moses, durch die Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 und durch den UN-Teilungsplan vom 29. November 1947. Auch diese Ereignisse werden umfassend und dennoch leicht verständlich beschrieben. Ausführlich thematisiert wird die eigentliche Rechtfertigung für einen jüdischen Staat im Heiligen Land, die Jahrtausende dauernde Schikanierung und Verfolgung der Juden in Europa und anderswo in der Welt, die ihren Höhenpunkt in der systematischen Vernichtung im Dritten Reich erreichte. Themen sind die Unterstützung der europäischen Länder bei der Vernichtung der Juden, aber auch der ausgeprägte Antisemitismus in den USA. Ebenso unzweideutig geschildert wird die Gründung von jüdischen Kampftrupps, die bereits frühzeitig den Terror als Mittel der Politik eingesetzt haben. Unter der damaligen Leitung von späteren israelitischen Politikern und Staatdienern wurde konsequent das alleinige Ziel verfolgt, zunächst die Briten und dann die ansässige Bevölkerung zu vertreiben oder ihr ein erträgliches Leben unmöglich zu machen.
Das Buch basiert auf der These, dass der Anspruch des palästinensischen Volkes auf das Heilige Land ebenso legitim ist wie jener des israelischen Volkes.
ISBN 978-3-85990-134-6
Über den Autor
Elmar Oosterholt wurde 1944 auf der Flucht als Sohn einer deutschen Mutter und eines niederländischen Vaters geboren. Seine Jugend verbrachte er in den Niederlanden, wo er immer wieder die grausame Geschichte seines Mutterlandes erklären und rechtfertigen musste, was zu einer ausgeprägten Sensibilisierung für Recht und Unrecht geführt hat. Seit 1965 lebt er in Deutschland, wo er mit der jungen deutschen Demokratie und mit der inneren Problematik der zwei deutschen Staaten konfrontiert wurde. Sein Interesse gilt den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen eines modernen Gemeinwesens.