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Abd al-Gawwad, der übermächtige Herrscher der Familie, ist gefürchtet und geliebt zugleich: Strotzend vor Vitalität und Lebenslust ist er ein liebenswürdiger Freund und geistreicher Unterhalter, ein Kenner von Kunst und Gesang und nicht zuletzt ein feinfühliger Liebhaber schöner Frauen. Doch wenn er die Treppe zu seinem Palast hochsteigt, verwandelt er sich zum gnadenlosen Patriarchen, der Ehefrau, Töchter und Söhne an seinen Fäden führt.
Die Familienmitglieder verstricken sich immer tiefer im Geflecht ihrer verunsicherten Beziehungen. Seine Ehefrau Amina wagt sich zum ersten Mal hinaus auf die Straße. Der Sohn wie die Tochter verfallen einer unschicklichen Liebe. Und draußen auf der Straße wird mit Demonstrationen und Streiks das Ende des britischen Protektorates gefordert.
Der Nobelpreis für Nagib Machfus galt vor allem auch seiner Kairoer Trilogie. Die westliche Kritik verglich sie mit den »Buddenbrooks«, der »Forsythe Saga«, der »Danziger Trilogie«, der »Comedie Humaine« Balzacs, nannte sie den »Baedeker zu Ägyptens Seele«... Über drei Generationen und drei Jahrzehnte hinweg wird das Leben einer Kairoer Kaufmannsfamilie verfolgt und zu einem reichen Gemälde ägyptischen Lebens verdichtet.
»Nagib Machfus schuf mit seinem Romanzyklus ein Werk, das zum Vorbild aller Romanciers der arabischen Welt wurde.«
Süddeutsche Zeitung, München
»Ein schönes, böses Märchen aus dem alten Orient mit seinen befremdlichen Sitten, seinen unberechenbaren Despoten und seinen duldsamen Frauen.«
Der Autor
Nagib Machfus (Kairo, 1911-2006) gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart und gilt als »Vater des ägyptischen Romans«. Sein Lebenswerk umfaßt mehr als vierzig Romane, Kurzgeschichten und Novellen. 1988 erhielt er als bisher einziger arabischer Autor den Nobelpreis für Literatur.
Im Unionsverlag sind lieferbar:
Die Kairo-Trilogie: »Zwischen den Palästen«, »Palast der Sehnsucht«, »Zuckergäßchen«.
Weitere Werke: »Anfang und Ende«, »Das Buch der Träume«, »Cheops«, »Echnaton«, »Echo meines Lebens«, »Ehrenwerter Herr«, »Die Kinder unseres Viertels«, »Die Midaq-Gasse«, »Miramar«, »Die Nacht der Tausend Nächte«, »Radubis«, »Der Rausch«, »Die Reise des Ibn Fattuma«, »Spiegelbilder« und »Der letzte Tag des Präsidenten«.
Die Übersetzerin
Doris Kilias, geboren 1942, studierte Arabistik und Romanistik in Berlin. Nach einem Aufenthalt in Kairo folgte 1974 die Promotion über ägyptische Kurzprosa und 1984 die Habilitation über algerische arabophone Literatur. Doris Kilias lebt als freie Übersetzerin Berlin.
Der Nobelpreis für Nagib Machfus galt vor allem auch seiner Kairo-Trilogie. Sie ist das Hauptwerk des Autors, ein Meilenstein der modernen arabischen Literatur. Die westliche Kritik verglich sie mit den "Buddenbrooks", mit der "Forsythe Saga", mit der "Danziger Trilogie", mit der "Comédie humaine" Balzacs, nannte sie den "Baedecker zu Ägyptens Seele" ... Über drei Generationen und drei Jahrzehnte hinweg wird das Leben einer Kairoer Kaufmannsfamilie verfolgt und zu einem opulenten Gemälde ägyptischen Lebens verdichtet. Abd al-Gawwad, der übermächtige Herrscher der Familie, ist gefürchtet und geliebt zugleich: Strotzend vor Vitalität und Lebenslust ist er ein liebenswürdiger Freund und geistreicher Unterhalter, ein Kenner von Kunst und Gesang, und nicht zuletzt ein feinfühliger Liebhaber schöner Frauen. Doch wenn er die Treppe zu seinem Palast hochsteigt, verwandelt er sich zum gnadenlosen Patriarchen, der Ehefrau, Töchter und Söhne an seinen Fäden führt. Als die Wünsche und Hoffnungen jedes einzelnen an die Oberfläche kommen, verstricken sich die Familienmitglieder immer tiefer im Geflecht ihrer verunsicherten Beziehungen. Seine Ehefrau Amina, eine Gestalt von mythischer Tiefe, in der Welt der Geister heimischer als in der Welt der Menschen, wagt sich zum ersten Mal hinaus auf die Straße. Der Sohn wie die Tochter verfallen einer unschicklichen Liebe. Und draußen auf der Straße beginnt der blutige Kampf um nationale Unabhängigkeit, wird mit Demonstrationen und Streiks das Ende des britischen Protektorates gefordert. Abd al-Gawwad's Familie bleibt von der Tragik der Ereignisse nicht verschont.