VORWORT
Das Wörterbuch definiert den aus dem Altgriechischen stammenden Begriff "Phänomen" auf verschiedene Arten: zum einen als Erscheinung eines immer wieder auftretenden Verhaltens, zum anderen auch als außergewöhnliches oder unerklärliches Vorkommnis. Ideal also, um die Kornkreise zu definieren. Kornkreise selbst sucht man jedoch in den meisten Wörterbüchern immer noch vergeblich. Merkwürdig eigentlich für ein Phänomen, das sich seit Jahrhunderten rund um den Globus jedes Jahr in neuen Formen manifestiert. Und dies in bisher über 6000 dokumentierten Variationen, zu denen jedes Jahr 150 bis 300 neue Formationen hinzukommen.
Nach unseren beiden Büchern "Das Geheimnis der Kornkreise" (2000) und "Kornkreise -Geometrie, Phänomene, Forschung" (2001) haben wir uns nun entschlossen, unsere jahrelange Freundschaft und kollegiale Zusammenarbeit während unserer Forschungsreisen durch die sommerlichen Kornkreisfelder zu bündeln, um in diesem Buch den neusten Stand der Kornkreisforschung zu präsentieren.
Neben all unserem Forscherenthusiasmus und der festen Überzeugung, bei zahlreichen Kornkreisen einem "echten" - also nicht von Menschen erzeugten - Phänomen gegenüberzustehen, ist es uns jedoch auch ein Anliegen, kritisch auf einige Probleme in der Wahrnehmung der Kornkreise aufmerksam zu machen. Ohne Zweifel hat das Phänomen schon lange seine Jungfräulichkeit verloren, und alljährlich legen leider immer mehr Fälscher Hand, Fuß und Bretter in den Feldern an. Umso wichtiger ist es, vor dieser Entwicklung nicht die Augen zu verschließen und offen darüber zu berichten. Dies bringt uns, so denken wir, dem "echten" Phänomen sehr viel näher als jegliche Art falscher Mystifizierung.
Auch wir kennen sicher nicht die alleinige Wahrheit über die Kornkreise. Doch wir stehen nach unserem besten derzeitigen Wissen und Gewissen voll und ganz hinter dem, was Sie auf den folgenden Seiten sehen und lesen werden. Die meisten Inhalte stammen aus erster Hand, basieren also auf den Ergebnissen unserer eigenen Beobachtungen und Projektbeteiligungen. In anderen Fällen zitieren wir ausschließlich die Arbeit von Forscherkollegen und Freunden, deren Vorgehen, Denkweise und Methodik wir seit langem kennen und nachvollziehen können.
Zudem zeigt sich immer klarer, dass wir Kornkreise nicht einseitig von einer Fach- oder Denkrichtung her verstehen und erfassen können. So sind wir beispielsweise ebenfalls aufgerufen, Menschen aus alten Kulturen anzuhören und diese Erfahrungen einzubeziehen. Diese Auseinandersetzung ermöglicht uns, neue Horizonte zu entdecken. Wer die Gegenwart und Zukunft verstehen will, sollte sich auch mit unser aller Vergangenheit auseinandersetzen. Und wie wir zeigen, spielten die Kornkreise schon in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle.
Ob wir es hierbei mit einem rein irdischen Phänomen zu tun haben oder ob sich auch andere Intelligenzen am "gestalterischen Spiel" bei den Kornkreisen beteiligen, ist nach dem heutigen Stand der Forschung nicht eindeutig zu beurteilen.
Wenn aber Natur- wie Grenzwissenschaftler verschiedener Fachrichtungen dabei helfen, sich den offenen Fragen um die Kornkreise zu nähern, so sind dies willkommene und ermutigende Signale. Lebendige Forschung und Erkenntnis leben von dem Drang und der Freude, Neues zu entdecken und die eigenen Grenzen der Wahrnehmung und Vorstellung zu weiten. Sie leben aber auch von der Fähigkeit, alte Irrtümer zu erkennen und einzugestehen. Und ebenso, wie Sie unseren Informationen vertrauen können, vertrauen wir auch auf Sie, als wache, mündige und an den Kornkreisen interessierte Leser. Wir wünschen uns eine neugierige, aber auch kritische Auseinandersetzung mit unserer Arbeit. Deshalb möchten wir auf unsere beiden Homepages aufmerksam machen: Unter www.kornkreise-forschung.de und www.kornkreise.ch werden wir Sie auch in Zukunft auf dem Laufenden halten und über den Stand der Kornkreisforschung informieren.
In diesem Sinn wünschen wir Ihnen im Folgenden viel Freude am Phänomen Kornkreise.
Andreas Müller und
Werner Anderhub
Wiltshire, im Sommer 2005