Vorbemerkung
Der Übersetzung des Großen Lernens (Daxue) wurde die Textversion des neokonfuzianischen Philosophen Zhu Xi (1130-1200) zugrunde gelegt, weil sie über viele Jahrhunderte als konfuzianischer Klassiker zu den Basis-Texten der chinesischen Beamten-Examina zählte und damit eine besondere politische Funktion im chinesischen Kaiserreich erfüllte. Es sei an dieser Stelle auf die Bemerkungen im Nachwort verwiesen.
Wir stützen uns auf den Text, wie er in Zhu Xi's Schrift Das "Große Lernen" nach Kapiteln und Sätzen (Daxue zhangju; in: Gesamte Bibliothek in vier Abteilungen / Siku quanshu, Ausg. Shanghai 1987, Bd. 197) enthalten ist. Die Übersetzung berücksichtigt vor allem die Interpretation des Zhu Xi; zugleich soll aber auch - vor allem durch das Nachwort - das ursprüngliche Textverständnis verdeutlicht werden.
Der fett gesetzte Text ist jener Abschnitt des Großen Lernens, der nach Auffassung des Zhu Xi auf Konfuzius zurückgeht und damit den klassischen Text im eigentlichen Sinne darstellt.
Die nachfolgenden Abschnitte - gegliedert in zehn Kapitel - werden von Zhu Xi als alter Kommentar (verfasst vom Konfuzius-Schüler Zengzi) verstanden; sie erscheinen hier in Grundschrift.
Der kursiv gesetzte Text stellt die Anmerkungen des Zhu Xi dar.
Das Kapitel V wurde von Zhu Xi nachträglich eingefügt. Da diese Sätze nicht als Anmerkungen, sondern als Bestandteil des Großen Lernens verstanden werden, erscheinen sie in Grundschrift.