Vorwort
Einige der in diesem Band versammelten Studien fragen nach den Möglichkeiten der philosophischen Hermeneutik in phänomenologischer Perspektive. Andere erläutern an der Hermeneutik die Phänomenologie. Sie betrachten die Frage nach dem Verstehen als aufschlußreich für die Erfahrung des Phänomenalen. So erweist sich die Hermeneutik als ein Modell, an dem sich der phänomenologische Zugang zur Welt besonders gut verstehen läßt. Das Themenfeld des Bandes ist demnach zwischen der hermeneutischen und der phänomenologischen Fragestellung ausgespannt. Beide sollen sich in ihrer inneren Zusammengehörigkeit zu erkennen geben.
Die gedankliche Entwicklung geht freilich auf die Phänomenologie zu. Konsequent philosophisch ist die Hermeneutik nur als Phänomenologie. Nur phänomenologisch vermag die Hermeneutik dem traditionellen, zwar oft bestrittenen, aber niemals widerlegten Anspruch der Philosophie auf Voraussetzungslosigkeit zu entsprechen. Phänomenologie ist ursprüngliches Verstehen, wie es sich in der aufzeigenden Beschreibung, im unbefangenen Hinsehen auf das, was sich zeigt, einstellt.
Die Entwicklungslinie der Studien ist dieselbe, die ich in meinem im Jahr 2006 erschienenen Buch Gegenständlichkeit. Das Hermeneutische und die Philosophie gezogen habe. Der vorliegende Band ergänzt dieses Buch und setzt es fort. Wenige Arbeiten sind mehr oder weniger ausdrückliche Vorstudien, die meisten nehmen den Ansatz von Gegenständlichkeit auf und führen ihn weiter.
Herzlich danken möchte ich meinen Mitarbeitern Melanie El Mouaaouy, Tobias Keiling, Simone Maier und besonders Christian Diem und Katrin Sterba.
Freiburg im Breisgau, August 2008
Günter Figal