Einleitung
Der Name Fugger hat einen guten Klang. Zugreisende werden am Augsburger Bahnhof in der "Fuggerstadt" Augsburg willkommen geheißen, und Augsburg-Touristen können in der Fuggerei - der ältesten noch heute bestehenden Sozialsiedlung der Welt -, in der Fuggerkapelle der Kirche St. Anna und vor Albrecht Dürers eindrucksvollem Porträt Jakob Fuggers des Reichen in der Augsburger Staatsgalerie auf den Spuren der berühmtesten Kaufmannsfamilie der Lechstadt wandeln. Die Fugger begegnen als literarische Figuren in viel gelesenen historischen Romanen und sind sogar Gegenstand eines Kartenspiels, in dem sich die Spieler durch geschickte Spekulation mit Handelswaren auszeichnen können.
Schon seit langem ist die Geschichte dieser Familie auch Gegenstand historischer Forschung. Die Anfänge der Fuggergeschichtsschreibung liegen bereits im 16. Jahrhundert, als das "Geheime Ehrenbuch" und die "Fuggerchronik" zum Zwecke der familiären Traditionsbildung und der Erinnerung an frühere Generationen angelegt wurden. Entscheidend für die weitere wissenschaftliche Erforschung wurde allerdings die Gründung des Fürstlich und Gräflich Fugger'schen Familien- und Stiftungsarchivs im Jahre 1877. Mit der Bestellung eines wissenschaftlichen Leiters (1902) und eines hauptamtlichen Archivars (1949) sowie mit einer eigenen Schriftenreihe, den "Studien zur Fuggergeschichte", trug das Haus Fugger maßgeblich zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte bei. Die 1907 begründeten "Studien zur Fuggergeschichte" sind bis heute auf 40 Bände angewachsen.
Die seit dem späten 19. Jahrhundert intensiv betriebene Fuggerforschung hat die faktische Kenntnis der wirtschaftlichen Unternehmungen und sozialen Stellung, der mäzenatischen Aktivitäten und des stifterischen Engagements der Familie sukzessive erweitert. Doch Forschung spiegelt darüber hinaus stets auch die Interessen, Weltbilder und Vorannahmen der Forscher und ihrer Zeit wider. Für die Wissenschaftler, die sich zwischen den 1870er und den 1920er Jahren mit der Geschichte der Fugger beschäftigten, stand der phänomenale wirtschaftliche Aufstieg der Familie im Vordergrund. "Wie reizvoll ist es," schrieb Max Jansen im Jahre 1907, "die Entwickelung eines Geschlechtes zu verfolgen aus der Werkstatt eines Webers durch das weltumfassende Kontor zweier Kaufleute bis zum Palaste des Fürsten." Richard Ehrenberg und Jakob Strieder charakterisierten das 16. Jahrhundert als eine der großen Epochen der deutschen Wirtschaftsgeschichte und sahen in den Fuggern vor allem Vorläufer der "großen Wirtschaftsführer" und "Industriekapitäne" ihrer eigenen Zeit. Im "Zeitalter des Frühkapitalismus" an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit erblickten sie die Wurzeln des industriellen Kapitalismus. "In schnellem Tempo verbreitete sich im 15. und 16. Jahrhundert der kapitalistische Geist," schrieb Jakob Strieder 1925, "der Geist eines konsequenten, rastlosen, ungehemmten, mit keinem Erfolg zufriedenen Erwerbsstrebens über eine breitere, wirtschaftlich tätige Oberschicht des deutschen Volkes." Als Exponent dieses "rastlosen, ungehemmten" Gewinnstrebens galt Jakob Fugger, in dem Strieder den Träger einer neuen, zunächst in Italien entwickelten wirtschaftsliberalen kapitalistischen Gesinnung sah. Fuggers Äußerung, er wolle "gewinnen, dieweil er könne," wurde aus ihrem historischen Entstehungskontext (der spezifischen Situation des Ungarischen Handels am Beginn der 1520er Jahre) isoliert und zum Lebensmotto eines Kaufmanns stilisiert, für den der Gelderwerb zum Selbstzweck geworden war. Bis heute ist das Bild der Fugger, insbesondere Jakobs des Reichen, stark von dieser Perspektive des Wilhelminischen Zeitalters und der Hochindustrialisierung geprägt. Die ebenfalls weit verbreitete Sicht der Fugger als skrupellose Großkapitalisten und politische Strippenzieher, die durch das Buch "Kauf dir einen Kaiser" des Wirtschaftsjournalisten Günter Ogger popularisiert wurde, ist im Grunde nichts anderes als die Negativfolie des Bildes von den großen Wirtschaftsführern.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts, von den 1930er bis in die 1960er Jahre, hat vor allem ein Mann die Fuggerforschung geprägt: Götz Freiherr von Pölnitz, der langjährige wissenschaftliche Leiter des Fuggerarchivs und spätere Ordinarius für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Pölnitz' Verdienste um die Fuggerforschung sind kaum zu überschätzen: Er machte neben Jakob Fugger, dem bis dahin hauptsächlich das Augenmerk der Historiker galt, auch dessen Neffen und Nachfolger Anton Fugger zum Thema und arbeitete sein Leben umfassend auf. In seinen voluminösen Biographien Jakob und Anton Fuggers verwertete Pölnitz nicht nur die gesamte ältere Literatur, sondern auch archivalische Quellen aus ganz Europa, die in dieser Vollständigkeit von keinem anderen Historiker berücksichtigt wurden. Und er überwand die bis dahin dominante wirtschaftsgeschichtliche Perspektive zugunsten einer integralen Sicht auf Politik, Gesellschaft und Kultur des 16. Jahrhunderts.
Doch Pölnitz hat der Fuggerforschung nicht nur ein reiches, sondern auch ein problematisches Erbe hinterlassen. Als Wissenschaftler war er von der historistischen Tradition der deutschen Geschichtsschreibung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt. Ihm ging es darum, durch die Biographien großer Männer die gestaltenden Kräfte und Ideen seiner Epoche, im Falle Jakob Fuggers besonders das "zwiespältige Ringen einer zerrissenen Generation" sichtbar zu machen. Diese Zerrissenheit kam für ihn im Gegensatz zwischen Kaiser Maximilian, den er als "Traumfürst" und "planungsfrohe (n) Träumer auf dem Kaiserthron" charakterisierte, und Jakob Fugger zum Ausdruck, den er als Inbegriff kaufmännischer Rationalität und Nüchternheit sah. Pölnitz porträtierte Jakob Fugger als "Kaufmann mit jeder Fiber seines Wesens", der "erfüllt mit durchsichtig kühler Klarheit" gewesen sei und "seine Zahlen mit der gleichen Inbrunst" geliebt habe "wie andere ihre Klassiker". Dieser Mann "wußte seine ökonomisch-politische Welt so genial zu berechnen und mit ihnen (den Zahlen) zu bauen wie irgendein echter Könner unter den großen Architekten." "Auf rationaler Durchdringung der Welt und Meisterung ihrer Probleme aus nüchternen Einsichten beruhte" für Pölnitz "ein Gutteil dieser kaufmännischen Genialität". Da Jakob Fugger indessen nur wenige Selbstzeugnisse hinterlassen hat, blieb Pölnitz darauf angewiesen, seinen Charakter aus verstreuten Äußerungen, bildlichen Repräsentationen und in den Quellen belegten Handlungen herauszulesen. Die moderne historische Forschung steht einer solchen Gleichsetzung von Handlungen und Repräsentationen mit individuellen Charakterzügen und Persönlichkeitsmerkmalen sehr skeptisch gegenüber.
Aber nicht nur in methodischer Hinsicht erscheint Pölnitz' Verfahrensweise problematisch, sondern auch wegen der "nationalen" Kategorien, die ihr zugrunde liegen. Pölnitz sah in Jakob Fugger den "kühlen Geist romanischer Rationalisten" verkörpert, der "sonder (ohne) Ehrfurcht vor Tradition und Glauben in italienischen Kontoren herrschte". Als Vertreter dieses "italienischen" Geistes drohten Jakob Fugger "gewisse imponderable Werte des Lebens verloren" zu gehen, "die sonst in den reichsstädtischen Gemeinwesen Deutschlands liebevoll behütet wurden." In die "zarte Welt" der altdeutschen Gotik habe Fugger von außen eine neue Geisteshaltung importiert, die sich gegen Ende seines Lebens zu einem "Geist rastlosen Wirkens und Kämpfens" radikalisierte. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, den Pölnitz im Vorwort seiner Biographie als traumatische Lebenserfahrung schildert, hatte diese Argumentation offensichtlich eine psychologische Entlastungsfunktion. Dass sie letztlich mehr über den Autor verrät als über den Gegenstand seiner Biographie, bestätigt ein Blick in den Aufsatz "Fugger und Medici", den Pölnitz 1942 in der Historischen Zeitschrift publizierte. In diesem Artikel, der auf eine Vortragsreise im faschistischen Italien zurückging, wurde die Kooperation der beiden berühmten Handelshäuser noch unverhohlen für die Traditionsbildung der damaligen Achsenmächte in Anspruch genommen. Erst unter dem Eindruck der militärischen Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland gelangte Pölnitz offensichtlich zu einer kritischeren Einschätzung der "italienischen" Prägung Jakob Fuggers. Diesem Transfermationsprozess einmal eingehender nachzugehen, wäre eine lohnende Aufgabe.
Und noch in einer dritten Hinsicht hat Pölnitz der Fuggerforschung ein problematisches Erbe hinterlassen: in der Konzentration auf zwei Generationen der Familien- und Firmengeschichte. Wie bereits Ehrenberg und Strieder sah Pölnitz in der Ära Jakob und Anton Fuggers die große Zeit der Familie, in der sich ihr Aufstieg in engem Zusammenhang mit dem Geldbedarf der europäischen Fürsten, insbesondere der Habsburgerkaiser Maximilian I. und Karl V., vollzog. In den Nachfolgern Anton Fuggers, die sich für das Unternehmen ihrer Vorfahren nicht mehr interessiert und auf der Basis des ererbten Reichtums einen "signorilen" Lebensstil gepflegt hätten, erblickte er hingegen lediglich Epigonen "eines Geschlechts, das mehr von seinem Ruhm als für neue Taten lebte". In Pölnitz' in den 1950er Jahren erschienener und seither immer wieder aufgelegter Geschichte der Fugger werden den Generationen nach Anton Fugger gerade einmal zwanzig der über 300 Textseiten eingeräumt. Das Desinteresse an der Geschichte der Familie im späteren 16. Jahrhundert prägt auch das Werk des Wirtschaftshistorikers Hermann Kellenbenz, der in seinen zahlreichen Arbeiten zu den spanischen Geschäften der Fugger kaum über 1560, das Todesjahr Anton Fuggers, hinausblickte. Dieses Defizit ist durch neuere Arbeiten bislang nur teilweise behoben worden.
In den 1960er und 70er Jahren wurde die bis dahin dominante historistische Perspektive auf große Persönlichkeiten, prägende Ereignisse und leitende Ideen zunehmend durch eine strukturgeschichtliche Betrachtungsweise ersetzt, die weniger an der Individualität von Personen und Familien interessiert war als an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen. Auch die Fuggerforschung hat von dieser veränderten Perspektive profitiert: So untersuchte der französische Historiker Robert Mandrou die Rolle der Fugger als Grundbesitzer in Schwaben und setzte sich kritisch mit der These auseinander, die Fugger hätten sich im späten 16. Jahrhundert vom städtischen Leben abgewandt und seien im Landadel aufgegangen. Reinhard Hildebrandt ging in einer Studie zu den "Georg Fuggerischen Erben" - eines Familienzweigs, der 1578 aus der Fugger'schen Handelsgesellschaft ausgeschieden war und eine eigene Firma betrieb - der Frage nach, wie sich veränderte gesellschafdiche Leitbilder auf die unternehmerische Tätigkeit und den sozialen Status der Familie auswirkten. Katarina Sieh-Burens schließlich interpretierte in einer Untersuchung der politischen Führungsschicht der Reichsstadt Augsburg die Fugger als eigenständigen Typus einer städtischen Führungsgruppe.
Inzwischen vermag viele Historikerinnen und Historiker jedoch weder die historistische noch die strukturgeschichdiche Perspektive völlig zu befriedigen. Zunehmend wurde die Frage laut, wie sich Individuum und Struktur, historische Persönlichkeit und langfristige Entwicklungsprozesse in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sinnvoll aufeinander beziehen lassen. Sozialwissenschaften und Kulturanthropologie stellten dazu neue Interpretationsangebote bereit: Individuen handeln demnach nie autonom, sondern reflektieren in ihrem Handeln und Verhalten stets auch gesellschafdiche Rollenerwartungen und kulturelle Leitbilder. Dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu zufolge kommt im Habitus und in den Praktiken des Individuums zum Ausdruck, wie gesellschaftliche Strukturen und Erwartungen der Umwelt individuell angeeignet und verarbeitet werden.
Dass eine solche Perspektive neue Sichtweisen auf die Geschichte der Fugger eröffnen kann, zeigen mehrere aktuelle Dissertationen, die die Fugger weder als große Individuen noch als bloße Repräsentanten eines gesellschaftlichen Typus sehen, sondern ihre Handlungsfelder und Praktiken untersuchen. So verortet Benjamin Scheller die Stiftungen Jakob Fuggers des Reichen im Spannungsfeld von Stifterwillen, Stiftungsempfängern und den am Vollzug der Stiftungen beteiligten Personen. Gregor Rohmann demonstriert am Beispiel des "Geheimen Ehrenbuchs" der Fugger, wie die Familie ihren eigenen Aufstieg interpretierte und familiäre Traditionsbildung betrieb. Stephanie Haberer zeigt in einer Biographie Ott Heinrich Fuggers, eines Urenkels Anton Fuggers, wie dieser auf verschiedenen Handlungsfeldern und in unterschiedlichen Rollen - als Fürstendiener, Offizier, Leiter der Handelsgesellschaft, Grundbesitzer und Mäzen - agierte. Regina Dauser analysiert den Transfer von Gütern, Informationen und Gefälligkeiten im Korrespondenznetz Hans Fuggers.
Für eine neue Geschichte der Familie Fugger von ihrem ersten Auftreten in der Reichsstadt Augsburg im Jahre 1367 bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, an dem mit der Auflösung der Fugger'schen Handelsgesellschaft eine wichtige Zäsur steht, ergeben sich daraus mehrere Schlussfolgerungen. Zunächst einmal gilt es, die zeitliche und personelle Verengung auf die beiden großen Firmenleiter Jakob und Anton Fugger zugunsten einer stärkeren Beachtung der nachfolgenden Generationen und ihres personellen Umfelds zu überwinden. Auch die Söhne, Neffen und Enkel Anton Fuggers, die das Unternehmen unter veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fortführten, sowie die große Gruppe der Angestellten, die die personelle Infrastruktur der Firma bildeten, sind dabei angemessen zu berücksichtigen. Zweitens gilt es, ideologische Sichtweisen zu vermeiden: Der Weg der Fugger führte keineswegs geradlinig vom zünftigen Weberhandwerk über das kaufmännische Unternehmertum in den Reichsadel. Bemerkenswert ist vielmehr, dass die Angehörigen der Familie im 16. und frühen 17. Jahrhundert gleichzeitig auf unterschiedlichen Handlungsfeldern - im Fernhandel, in der Stadt- und Reichspolitik, im Fürstendienst, als Großgrundbesitzer, in der Kunstpatronage, in kirchlichen und militärischen Laufbahnen - agierten.
Drittens sollte eine Darstellung der Fuggergeschichte die sozialen Leitbilder beachten, die in der ständischen Gesellschaft des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit von fundamentaler Bedeutung waren und die auch den Fuggern immer wieder als Richtschnur dienten. Ungehemmtes Gewinnstreben war ganz gewiss kein solches Leitbild. Vielmehr vertritt diese Darstellung die These, dass die Fugger Handel trieben, ein europäisches Großunternehmen aufbauten, Kunstwerke sammelten, Stiftungen tätigten, Grundbesitz und Adelprivilegien erwarben, um den Nutzen und die Reputation der Familie zu mehren. In der ständischen Gesellschaft war es durchaus legitim, dass Individuen und Familien ihren Nutzen förderten - durch harte Arbeit, rechtschaffenen Handel und mit dem Segen Gottes Vermögen erwarben und an ihre Nachkommen transferierten. Im Normensystem dieser Gesellschaft blieb der Nutzen des Individuums und seiner Familie - der Eigennutz - aber stets dem Gemeinen Nutzen, also dem Wohl der Allgemeinheit untergeordnet. Den Fuggern wurde immer wieder der Vorwurf gemacht, sie würden auf Kosten des Gemeinen Nutzens Handel treiben und Reichtümer anhäufen. Umgekehrt waren die Fugger bestrebt, die Vereinbarkeit ihrer Geschäfte mit dem Gemeinwohl zu beweisen: Sie gaben dazu Gutachten bei Juristen und Theologen in Auftrag, tätigten große Stiftungen und unterstützten Künstler und Gelehrte.
Wie der Gemeine Nutzen war die Ehre ein grundlegender Wert in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft. Personen wurde entsprechend ihrem Stand, Geschlecht, Vermögen, Bildung und Charakter ein bestimmtes Maß an Ehre - ein Ehrvermögen - zugeschrieben. Die Reputation von Familien, Gruppen, Korporationen und Gemeinwesen bemaß sich nach derjenigen ihrer Mitglieder. Die Zuschreibung von Ehre war jedoch nie fest und unveränderlich: Vielmehr konnte Ehrvermögen durch steigenden Wohlstand, kirchliches und soziales Engagement, Repräsentation und politische Ämter gemehrt werden oder durch geschäftliches Scheitern, nonkonformes Verhalten und persönliche Fehltritte wieder verloren gehen. Ehre war in dieser Gesellschaft ein Feld fortwährender Rangkonflikte und Auseinandersetzungen. Gerade am Beispiel der Fugger lässt sich zeigen, wie Ansehen und Reputation der Familie auf ganz unterschiedlichen Handlungsfeldern erworben, gemehrt und gefestigt werden konnte. Nimmt man diese handlungsleitenden Normen und Werte ernst - so die Überzeugung des Verfassers -, dann lassen sich die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aktivitäten der Fugger besser verstehen, als wenn moderne Vorstellungen von kapitalistischen Unternehmern und sozialen Aufsteigern aufsie projiziert werden. Dass dennoch jede historische Darstellung die persönlichen Standpunkte des Autors und seine Wahrnehmung auch der eigenen Zeit widerspiegelt, dessen ist sich der Verfasser bewusst.