VorwortDies ist eine alte Geschichte - und doch ewig neu. Seit der Zeit, als die Menschen über die Erde zu wandern begannen, konnten sie dem Drang, neue Welten zu entdecken, nicht widerstehen. Diese Sehnsucht, die verborgenen Geheimnisse der Natur zu erforschen, verbunden mit der reinen Freude am Abenteuer um des Abenteuers willen, war es, die mich veranlaßte, mich in unerforschte Gegenden vorzuwagen.
Dieses Buch erhebt weder einen wissenschaftlichen noch einen literarischen Anspruch. Es ist ein schlichter Bericht, eine lose Folge von Erlebnissen, und ich hoffe, daß junge, ungezähmte Gemüter Vergnügen finden werden an der Schilderung der Abenteuer, die ein unergründliches Geschick mich hat erleben lassen.
Nach langem Drängen seitens meiner Freunde und nach verschiedenen ergebnislosen Versuchen ist es mir endlich gelungen, meine Erlebnisse in den unerforschten Gegenden des oberen Amazonasbeckens in einem Buch festzuhalten. Dort, in jenen größten jungfräulichen Urwäldern, die die Erde kennt, verbrachte ich die fesselndsten, aber auch die elendesten Tage meines Lebens, zusammen mit den besten Weggefährten, die man sich auf einer solchen Reise wünschen kann. Der Zufall hatte uns zusammengeführt, und als wir uns trennten, waren wir durch unlösbare freundschaftliche Bande für immer verbunden.
Wörter aus einer Sprache, die keine Schrift besitzt, in eine andere Sprache umzusetzen, bietet zwangsläufig gewisse Schwierigkeiten. Um für den sprachlich interessierten Leser den Klang der Ketschua- und Jivaro-Bezeichnungen so genau wie möglich wiederzugeben, erschien es mir am zweckmäßigsten, sie der spanischen Aussprache entsprechend zu schreiben.
Meinem Freund und Mitarbeiter Roger Bacon gebührt das Verdienst, die vielen einzelnen Aufzeichnungen, die die Grundlage dieses Berichtes bilden, zu einem lesbaren Ganzen zusammengefügt zu haben. Ich möchte ihm für seine tatkräftige und unermüdliche Unterstützung herzlich danken.
Noch mehr Dank schulde ich meiner Mutter. Sie hat sorgsam die vielen Briefe und Dokumente aufbewahrt, was mir erlaubt hat, über viele Einzelheiten zu berichten, an die ich mich sonst nicht mehr erinnert hätte.
Barcelona, 1921
F. W. Up de Graf