Vorwort
Jede zweite Frau und jeder zweite Mann zwischen 30 und 50 Jahren leidet an den Folgen einer beginnenden Arthrose. Obwohl die Arthrose so weit verbreitet ist, gibt es keine Spezialisten auf diesem Gebiet. Die Behandlung ist den verschiedenen Fachärzten zugeteilt. Oft haben Ärzte jedoch keine Zeit, den Patienten das Krankheitsbild ausführlich zu erklären, dabei steht für den interessierten Patienten das Verstehen, insbesondere das aktive Behandeln der Erkrankung durch ein selbstständiges Übungsprogramm an oberster Stelle.
Arthrose heißt so viel wie Gelenkverschleiß, dabei wird auch deutlich, dass es sich nicht um ein Krankheitsbild im üblichen Sinne handelt. Es ist vielmehr ein Alterungsprozess der Gelenkoberflächen (Gelenkknorpel), der aufgrund vieler Faktoren und Einflüsse bei dem einen eher auftritt und bei dem anderen sich erst später entwickeln kann.
Die ersten Anzeichen der Arthrose zu erkennen, um frühzeitig dem drohenden Verlauf entgegenzuarbeiten, ist von entscheidender Bedeutung. Leichte Schmerzen am betroffenen Gelenk, Überwärmung und Schwellungen können die ersten Zeichen sein, die lange vor einer echten fassbaren Gelenkveränderung auftreten.
Am Ende steht das völlige Aufbrauchen der Gelenkflächen und somit die Zerstörung des Gelenks.
Bevor es jedoch so weit kommt, haben Sie die Chance diesem Prozess aktiv zu begegnen und Ihre Beweglichkeit zu erhalten.
Die Arthrose ist ein langsamer Prozess in den Gelenken, der erst dann echten Krankheitswert erlangt, wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkung zunehmen. Wie zuvor angedeutet, ist der Abbau der Gelenkoberflächen und damit des Gelenkknorpels charakteristisch für die Arthrose. Wenn also Gelenke überlastet oder fehlbelastet sind, beispielsweise das Kniegelenk oder Hüftgelenk, entstehen mit der Zeit Oberflächen, die nicht mehr reibungsfrei aufeinander gleiten, sondern "knirschend" übereinander laufen, ähnlich einem Scharnier, in das man Sand hineingestreut hat.
Tatsächlich kann jedes Gelenk von einer Arthrose betroffen sein, am häufigsten jedoch das Knie-, das Hüft- und das Sprunggelenk, die Fingergelenke sowie das Großzehengrundgelenk und die Wirbelgelenke der Hals- und Lendenwirbelsäule.
Einer der häufigsten Gründe für eine Überlastung der Gelenke ist Übergewicht. Man kann allgemein sagen, dass durch jedes Kilogramm Übergewicht die tragenden Gelenke ein wenig schneller verschleißen. Hinzu kommt, dass Übergewicht Bewegung stört und somit die optimale Vorbeugung gegen Arthrose verhindert.
Eine vollwertige, möglichst fettarme Kost ist nicht nur entscheidend für allgemeines Wohlbefinden, sondern trägt vor allem dazu bei, einer Überlastung der Gelenke durch Übergewicht entgegenzutreten.
Bekannt ist auch, dass Rauchen zu einer Verengung und Schädigung der Blutgefäße führt. Dies ist in Hinblick auf das Entstehen einer Arthrose von Bedeutung. Durch die schlechtere Durchblutung der Strukturen des Bindegewebes kommt es zu frühzeitigem Verschleiß. Auch die gut durchblutete Schleimhaut kann ihrem schützenden Effekt durch "Schmierenbildung" nicht mehr ausreichend nachkommen.
Das vorliegende Buch soll Ihnen Informationen über Ursachen der Arthrose liefern und neben allgemeinen Vorbeugemaßnahmen ein leicht durchzuführendes Übungsprogramm zur Dehnung und Kräftigung von Muskeln und Gelenken an die Seite geben.
Dr. med Christian Jessel
Orthopädische Praxisklinik
Flughafen München