Vorwort
Die Juristensprache sei der Stammesdialekt der Eingeborenen des Paragraphendschungels, so hat es mal jemand umschrieben. Und da ein Dschungel bekanntlich heftig sprießt und wuchert, treibt er auch manche Blüte, Stilblüten in unserem Fall.
Das ist einmal mehr unser Thema, und wir wollen dabei nicht nur dem Stammesvolk aufs Maul schauen, etwa wenn es die Trommel rührt und Gericht abhält, sondern auch all den Fremden, die in diesem Dschungel umherirren oder sich verfangen haben in den Tentakeln der §§. Mutig aufgebrochen, auf der Suche nach dem Glück des Gerechten die einen, andere schlicht dorthin verschleppt, ausgesetzt in der Wildnis, wieder andere abgekommen vom rechten Pfad, Ertappte der Dschungelwächter und noch andere, längst im Dschungelkäfig schwitzend. Sie alle wollen wir erleben in ihrem Bemühen, mit diesem verflixten Eingeborenendialekt zurechtzukommen, sich Gehör zu verschaffen im Kral des Rechts. Und der Dschungel, das darf ich schon andeuten, er wird aufblühen...
Wieder waren es diese ausgesprochen angenehmen Zeitgenossen mit Sinn für Humor und Spaß am Wortspiel, die mir so manche Stilblüte zusteckten. Allen möchte ich von Herzen danken, namentlich dem Leitenden Oberstaatsanwalt a.D. Walter Reimann, der mir eine Reihe von Stilblüten überließ, die aus seiner Zeit als Chef der Göttinger Anklagebehörde stammen, wovon besonders das Kapitel "Moral" profitiert.
So, nun aber los, rin ins Vergnügen!
Wilfried Ahrens