VORWORT
Einem preußischen Offizier legte der Dichter Theodor Fontäne in seinem Roman Der Stechlin in den Mund: "Meine Weltfahrten, mit ganz schwachen Ausnahmen, lagen immer nur zwischen Berlin und Stechlin. Höchstens mal Dresden und ein bißchen ins Bayrische. Wenn man so gar nicht mehr weiß, wo man hin soll, fährt man natürlich nach Dresden." So dachte also das preußische Offizierskorps über Dresden, zumindest bei Fontäne. Doch warum fährt man bis heute so "natürlich" in die Eibmetropole? Was macht die Stadt auch historisch so interessant? Um diesen und auch anderen Dingen ein wenig nachzuspüren, ist dieses Buch geschrieben worden.
Zu danken habe ich vielen für Anregungen und Grundlegungen, Ratschläge und Hinweise, Korrekturen und Gespräche. Zuerst sind da Rainer Groß, der mich schon vor gut zwei Jahrzehnten in die Sächsische Landesgeschichte einführte, und Matthias Meinhard, der mir Blicke in seine Forschungen gestattete. Dem Verlag schulde ich Dank für die Sorge um dieses Buch, ebenso Michael Lindner, dem "sächsischen Meister", der alle Phasen des Schreibens aufmerksam verfolgt hat und viele Hinweise gab. Ferner gilt mein Dank Michael Thimann, Arne Karsten, Wolf Grüner und Etienne François. Am meisten bin ich aber meinen Herzensfrauen dankbar: Der Kleinen für ihre mitunter nur scheinbar absurden Fragen zum väterlichen Tun; der Großen für ihr aufmerksames Urteil - und für die reichlich beim Schreiben verzehrte Eierschecke - Dresdner, versteht sich.
Der Dichter Durs Grünbein, geboren in Dresden, fragte in einem Text mit dem Titel Chimäre Dresden aus dem Jahr 1995: "Ist das nicht seltsam, Amigo, ein Streiflicht von Vorgeschichte, daß in derselben Stadt, die am Kriegsende in Grund und Boden gebombt, heute vom Suchbild ihrer europäischen Silhouette lebt [...] Und in dieser, sagen wir, Stadt, was ging da, wenn man genau hinsah, eigentlich vor?"
| Wittow/Rügen, im März 1005 | Olaf B. Rader |