Vorwort
Das vorliegende Studienbuch zu Alexander dem Großen möchte sein, was der Name verspricht: ein Leitfaden beim Studium. Seine Absicht beschränkt sich nicht auf die Vermittlung von abfragbarem Lernstoff; es möchte zugleich in die vielfältigen und vielschichtigen Probleme einführen, mit denen sich jeder konfrontiert sieht, der wissen möchte, was es mit Alexander, dem Sohn Philipps II., auf sich hatte. Aus diesem Grund wurde großer Wert darauf gelegt, einen Eindruck von den Quellen zu vermitteln, aus denen wir unser Wissen über Alexander beziehen. Ebensowenig sollte unterschlagen werden, daß sehr vieles, was sich über Alexander sagen läßt, umstritten ist und wohl auch bleiben wird, bis in den äußeren Ablauf der Ereignisse hinein. Und schließlich galt es, das ungeheuerliche Wirken Alexanders aus seiner Zeit heraus verständlich zu machen, ohne es zu verklären, und zugleich sein einzigartiges Nachleben wenigstens zu skizzieren. Inwieweit es gelungen ist, so hochgesteckte Ziele auf so knappem Raum zu erreichen, müssen die Leser entscheiden.
Aus dem Charakter eines Studienbuches erklären sich auch einige äußere Merkmale des Buches. Um eine Aussprachehilfe zu geben, wurde auf griechische Eigennamen und Begriffe, soweit sie nicht in eingedeutschter Form geläufig sind, ein Akzent gesetzt (bei Doppellauten stets auf den zweiten Buchstaben); Eigennamen und Begriffe aus orientalischen Sprachen wurden der Einfachheit halber unter Verzicht auf die wissenschaftliche Transskription in der Form geschrieben, in der sie in deutschen Konversationslexika erscheinen. Auf Fußnoten wurde verzichtet, doch sind Quellenzitate im Text selbst nachgewiesen. Dabei ist zu beachten, daß alle Zitate aus Arrian, die nicht eigens gekennzeichnet sind, aus der "Anábasis" stammen. Alle Plutarch-Zitate ohne Titelangabe beziehen sich auf das "Leben Alexanders". "Fragmente" aus den im Original verlorenen "Alexanderhistorikern" werden nach Band IIB der "Fragmente der Griechischen Historiker" (abgekürzt: FGrHist, gefolgt von der Nummer des Verfassers) zitiert, indem dem Verfassernamen das Kürzel F und die Nummer des "Fragmentes" beigefügt ist. Die Abkürzung GHI steht für die Sammlung "Greek Historical Inscriptions 404-323 BC" von Peter J. Rhodes und Robin Osborne (Oxford 2003).
Zum Abschluß bleibt die angenehme Pflicht des Dankens: Klaus-Peter Adam, Dietrich O. Klose, Angela Kühnen, Arnaldo Marcone, Florian Meister, Brigitte Michallik, Rosel Pientka-Hinz und Kai Ruffing haben zu einzelnen Fragen Auskünfte und Hinweise gegeben, von denen ich profitiert habe, Arne Hogrefe und Rainer Thiel das gesamte Manuskript aufmerksam durchgelesen und mit klugen Ratschlägen nicht gespart. Bei der Erstellung der Kartenskizzen half Florian Krüpe; beim Korrigieren der Druckfahnen unterstützten mich Frank Meißner und Stephanie Schmidt sowie Andrea Morgan vom Verlag C. H. Beck und Daniela Ziegler als Außenkorrektorin des Verlags. Die Herstellung des Buches lag bei Christa Michelmann in guten Händen. Stefan von der Lahr schließlich hat das Projekt in allen Phasen engagiert und professionell betreut. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank.