Einleitung
Es ist Sonntagabend, 22 Uhr. Mit Schaudern denken viele Menschen daran, dass morgen Montag ist, die neue Woche beginnt und sie schon wieder zur Arbeit müssen.
Montagmorgen, 6:30 Uhr: »Gott sei Dank, es sind nur noch fünf Tage bis zum Wochenende!«, schmettert der Radiomoderator fröhlich in sein Mikrofon. Hunderttausende Hörerinnen und Hörer nicken zustimmend und hoffen inständig, die neue Woche möge möglichst rasch vorübergehen.
Internationale Studien besagen, dass beinahe 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland wie in Österreich sich dem Unternehmen, für das sie tätig sind, und ihrem Arbeitsplatz gegenüber nicht verpflichtet fühlen. Davon machen 70 Prozent lediglich »Dienst nach Vorschrift« und knapp 20 Prozent sind weder mit der Firma noch mit ihrem Job emotional verbunden (Gallup). Eine bedrückende Tatsache. Eine andere Untersuchung weist nach, dass der deutschen Wirtschaft pro Jahr durch unmotivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa 50 Milliarden Euro verloren gehen (Uni Köln). Bezieht man dieses Ergebnis auf Österreich, so kommt man auf einen Verlust von rund vier Milliarden Euro jährlich.
Langeweile und Unmotiviertheit scheinen also zur Todesursache Nummer eins für Unternehmen zu werden. Es ist logisch, dass wir anderswo an Bord gehen, wenn Arbeit keinen Spaß mehr macht, wir keinen Freiraum mehr haben, keine Verantwortung übernehmen dürfen und wenn neue Ideen nicht mehr gefragt sind.
Aber warum finden wir immer weniger Gefallen an unserem Job? Liegt es daran, dass es der falsche Beruf ist? Oder ist es der Druck, den unsere Chefs verstärkt ausüben, anstatt uns zu motivieren? Sind es vielleicht die Kolleginnen und Kollegen, die nie lächeln und denen niemals ein Scherz über die Lippen geht? Oder liegt es daran, dass wir die Unternehmensziele nicht kennen und gar nicht wissen, wofür wir arbeiten und was die Geschäftsführung überhaupt erreichen will? Oder haben wir Angst um unseren Arbeitsplatz, weil wir gehört haben, dass schon wieder rationalisiert werden soll? Ist Arbeit sogar entsprechend dem alten Sprichwort »Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!« mittlerweile eine Art Strafe?
Natürlich gibt es viele Menschen, denen ihr Job viel Freude macht. Einige blicken abends auf die Uhr und stellen überrascht fest, dass die Zeit wieder einmal wie im Fluge vergangen ist. Wer gerne arbeitet, schaut nicht auf die Uhr. Dabei wissen wir, dass Spaß und Freude sich auf andere Menschen genauso übertragen wie Missmut und Griesgrämigkeit. Dies trifft auf die Familie ebenso zu wie auf den Kollegenkreis. Ein unzufriedener, schlecht gelaunter Vater kann die Harmonie innerhalb einer Familie genauso zerstören wie eine schlecht gelaunte Mitarbeiterin oder ein grantiger Vorgesetzter die Arbeitsfreude und das gute Betriebsklima auf den Nullpunkt bringen kann.
Aber nehmen wir uns ein Beispiel an unseren Kindern, denen es gelingt, während sie lernen Musik zu hören oder zu singen. Für sie ist es ganz normal, zwei Dinge gleichzeitig zu tun und dabei Spaß mit Sinnvollem zu verbinden. Viele Eltern verstehen nicht, dass ihre Kinder beim Lernen Freude und Glück empfinden. Sie haben verinnerlicht, dass Arbeit keinen Spaß machen dar »Positive Gefühle und die Ausübung eines Jobs schließen einander aus!«
Im Arbeitsalltag erleben wir aber immer wieder, dass genau die Menschen erfolgreich sind, die besonders viel Freude und Gefallen an ihrer Arbeit finden. Spaß bei der Arbeit ist somit einer der wichtigsten Faktoren - wenn nicht sogar der wichtigste -, der sowohl für den persönlichen Erfolg als auch für den eines Unternehmens unabdingbar ist. Denn nicht nur Kreativität und Produktivität werden gesteigert, sondern vor allem auch die Arbeitsmoral und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Hingegen nimmt die Zahl der Krankenstände deutlich ab. Dass auch andere Aspekte wie etwa die Zufriedenheit der Kunden positiv beeinflusst werden, muss ich hier nicht extra erwähnen. Wer zieht es nicht vor, bei gut gelaunten Mitarbeitern zu kaufen als bei Leuten, bei denen man ständig das Gefühl hat zu stören?
Ich konfrontiere Sie in diesem Buch nicht mit wissenschaftlichen Untersuchungen, die versuchen zu begründen, warum wir so ungern zur Arbeit gehen, denn wir wissen längst: Es sind die Menschen, die Produkte und Dienstleistungen wirklich begehrenswert machen und die ein Unternehmen auf Erfolgskurs bringen.
Daher lege ich Ihnen in diesem Buch Tipps und Übungen ans Herz, die Ihnen helfen, Ihren Arbeitsalltag gut gelaunt und fröhlich zu meistern und spannend und erfolgreich zu gestalten. Das haben Sie sich nämlich redlich verdient! Denn schließlich verbringen Sie die meiste Zeit Ihres Lebens an Ihrem Arbeitsplatz mit Ihren Kolleginnen und Kollegen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen dieses Buches und viel Erfolg beim Umsetzen und Ausprobieren der Tipps!
Ihr
Peter F. Kinauer
P. S.: Wenn ich die Worte Mitarbeiter, Kollege, Angestellter oder Kunde verwende, meine ich damit selbstverständlich auch Mitarbeiterinnen, Kolleginnen, Angestellte und Kundinnen!