Vorwort zur 3. Auflage
Mit DIN 1045-1 : Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton, Teil 1 : Bemessung und Konstruktion, wurde im Jahr 2001 eine moderne Norm für den Stahlbetonbau vorgelegt, die auf den Grundlagen des Eurocode 2 basiert. Sie ist in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 01. Januar 2005 für die Tragwerksplanung von Neubauten allein verbindlich.
DIN 1045-1 unterscheidet sich grundsätzlich von ihren Vorgängernormen. Die wesentlichen Änderungen betreffen
das Sicherheitskonzept;
die Zusammenfassung der Bemessungs- und Konstruktionsregeln für Normal- und Leichtbeton mit der Erweiterung auf hochfeste Betonfestigkeitsklassen;
die Erweiterung des Bemessungskonzeptes auf vorgespannte Tragwerke (Vorspannung mit und ohne Verbund, interne oder externe Spannglieder);
die größere Bedeutung der Dauerhaftigkeit;
die klare Trennung zwischen den Regelungsbereichen Bemessung und Konstruktion (DIN 1045-1), Betontechnologie (DIN EN 206-1 mit DIN 1045-2), Bauausführung (DIN 1045-3) und die Herstellung von Fertigteilen (DIN 1045-4).
Der Deutsche Beton- und Bautechnik-Verein E.V. hatte im Jahre 2001 den ersten Band: "Hochbau" mit grundlegenden Bauteilen des üblichen Hochbaus und im Jahre 2003 den zweiten Band: "Ingenieurbau" der Beispielsammlung zur DIN 1045-1 mit Anwendungsbeispielen zur neuen Norm vorgelegt, um damit deren Einführung in der Praxis zu unterstützen und zu erleichtern. Die erste und zweite Auflage haben eine außerordentlich positive Resonanz in der Fachöffentlichkeit gefunden.
Die Erstellung der Beispielsammlung erfolgte in einem Arbeitskreis1) unter ehrenamtlicher Mitarbeit vieler Kollegen aus der Praxis. Seither wurden mit der Anwendung der neuen Norm Erfahrungen gesammelt, die sich in Berichtigungen der DIN 1045-1 und des erläuternden DAfStb-Heftes 525 sowie in einer Vielzahl von Auslegungen zur Norm widerspiegeln. Darüber hinaus wurde im Jahr 2005 der neue Eurocode 2 (EC2) für den Hochbau als DIN EN 1992-1-1 in Deutschland veröffentlicht. Im Normenausschuss Bauwesen wurde unter intensiver Mitarbeit des DBV der Entwurf eines Nationalen Anhangs zum EC2 erarbeitet, der 2008 veröffentlicht wurde. Die Auseinandersetzung mit den aktuellen europäischen Regeln hat zu der Überlegung geführt, einige abweichende Regeln schon vor der zukünftigen Einführung des EC2 in die deutsche Bemessungspraxis zu übernehmen. Dies führte zur Herausgabe einer "konsolidierten" DIN 1045-1, die alle Berichtigungen, die A1 Änderung, einige wichtige Auslegungen und redaktionelle Verbesserungen enthält. Diese Fassung von August 2008 soll die letzte Normausgabe vor der Einführung des Eurocode 2 sein.
Die wesentlichen Änderungen in der Neuausgabe DIN 1045-1 :2008-08 sind:
Einführung der Feuchtigkeitsklassen bei Alkali-Kieselsäurereaktion (AKR) aus der DAfStb-Alkali-Richtlinie,
effektive Kriechzahl bei Druckgliedern aus dem EC2,
Mindestquerkrafttragfähigkeit aus dem EC2,
Übernahme des Nachweisformates für Schubkraftübertragung in Fugen aus dem EC2,
modifizierte Betonstahleigenschaften bei Ermüdung,
modifizierte rissbreitenbegrenzende Mindestbewehrung für dickere Bauteile.
Die notwendig gewordene Überarbeitung für die 3. Auflage übernahm wieder Herr Dr.-Ing. F. Fingerloos. Bei dieser Überarbeitung wurde auch das neue Lieferprogramm 2008 für Betonstahllagermatten berücksichtigt.
Weitere Fachkollegen haben die überarbeiteten Beispiele der 3. Auflage durchgesehen, dafür danken wir ihnen ausdrücklich. Die beteiligten Fachkollegen sind:
Dr.-Ing. H. Bachmann, Stuttgart
Dr.-Ing. H.-U. Litzner, Berlin
Dr.-Ing. J. Meyer, Frankfurt/Main
Dr.-Ing. K. Morgen, Hamburg
Dr.-Ing. J. Rotzer, München
Dipl.-Ing. R. Schadow, Essen
Prof. Dr.-Ing. J. Schnell, Kaiserslautern
Dr.-Ing. A. Steffens, Hamburg
Dr.-Ing. G. Stenzel, Maisach
Dipl.-Ing. K. Stöber, Stuttgart
Dr.-Ing. T. Well, Stuttgart
Unser Dank gilt ferner weiteren Fachleuten aus Hochschulen und Mitgliedsfirmen des Deutschen Beton- und Bautechnik-Vereins E.V., die uns in Einzelfragen mit ihrem Rat zur Seite standen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises haben entsprechend ihrem Wissen, ihren Kenntnissen und ihren Erfahrungen zu den einzelnen Beispielen beigetragen. Die Anwendung und Auslegung der Norm soll daher nicht als dogmatisch vertretene Lehrmeinung verstanden werden.
Die Benutzer des Buches sind deshalb ausdrücklich aufgerufen, dem Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein E.V. Meinungen, Kritiken und auch Hinweise auf Fehler zur Beispielsammlung mitzuteilen. Die Weiterentwicklung dieser Beispielsammlung und somit die Weiterentwicklung der Norm selbst kann nur durch die aktive Mitwirkung der Praxis gelingen.
Viele Leser und Nutzer der ersten beiden Auflagen unserer Beispielsammlung haben dies im Rahmen ihrer praktischen Aufgaben intensiv getan und uns mit wertvollen Hinweisen unterstützt. Diese Anregungen sind weitgehend in die 3. Auflage eingeflossen und haben zu Berichtigungen oder verständlicheren Kommentaren geführt.
Die Beispielsammlung zur DIN 1045-1 wird ein erwünschtes Hilfsmittel für die Bemessungs- und Konstruktionsaufgaben in der täglichen Praxis des Stahlbeton- und Spannbetonbaus bleiben. Auch Studierenden des Bauingenieurwesens soll sie Verständnis für den Ablauf der Nachweise und Anregungen für eigene Übungen vermitteln.
Die vorliegende Fassung möge daher eine ebenso freundliche Aufnahme finden, wie dies bei den bisherigen Ausgaben der Beispielsammlungen der Fall war.
Berlin, im September 2008
Dr.-Ing. Hans-Ulrich Litzner
Dr.-Ing. Frank Fingerloos
Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E.V.
Geschäftsführung
| 1) | Arbeitskreismitglieder: Dr.-Ing. Fingerloos (Obmann), Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E.V.; Dr.-Ing. Bachmann, Ed. Züblin AG; Dr.-Ing. Bellmann SOF\ST\K AG; Dr.-Ing. Cheng, mb Software AG; Dr.-Ing. Fabritius, ehem. Institut für Stahlbetonbewehrung e.V.; Dr.-Ing. Findeisen, Weihermüller, Vogel, Findeisen und Partner; Dr.-Ing. Fröhling, Bauamt Hansestadt Rostock; Dr.-Ing. Hochreither, Hochreither + Vorndran Ingenieurgesellschaft mbH; Dipl.-Ing. Keitei, Wayss & Freytag Ingenieurbau AG; Dr.-Ing. Litzner, Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E.V.; Dr.-Ing. Meyer, HOCHTIEF Construction AG; Dr.-Ing. Morgen, WTM Engineers; Dr.-Ing. Reinhardt, Bilfinger Berger AG; Dr.-Ing. Rötzer, Dywidag International; Dipl.-Ing. Schadow, Essen; Dipl.-Ing. Schwerm, ehem. Bundesverband Deutsche Beton- und Fertigteilindustrie e.V.; Dipl.-Ing. Stöber, abacus computer GmbH |