Vorwort
von Dr. William Martin Allen
Zum Erscheinen dieses Buches
Es ist bemerkenswert, dass die Craniosacrale Therapie mit einer Erkenntnis bezüglich der Schädelknochen begann. Aus diesem Einblick entstand eine wichtige und sanfte Behandlung bzw. Therapie für die Menschen.
Heute, nach langjähriger Entwicklung dieser bedeutenden Methode, kommt diese zu ihrem Ursprung, der Selbstpalpation und Selbstwahrnehmung, zurück und befähigt die Menschen, sich selbst zu helfen.
Sutherland's Erkenntnis beim Betrachten der Schädelknochen war, dass sich diese Knochen bewegen müssen. Dieser intuitive Gedanke war der Anfang einer lebenslangen Suche, welche schließlich eine Reihe wertvoller Ansätze für die Craniosacrale Therapie hervorbrachte.
Der erste Ansatz in der Craniosacralen Therapie begann als ein mechanisches Therapiemodell, welches sich mit Knochen und Membranen befasste. Im Laufe der Zeit wurde diese mechanische Methode, die an der Bewegungseinschränkung arbeitete, durch indirekte Vorgehensweisen erweitert. Als sich die indirekte Arbeitsweise weiterentwickelte, entstand daraus ein neuer, fließenderer Ansatz - der Widerstand wird gemieden und man arbeitet stattdessen mit dem "Fluss", in der Richtung der Leichtigkeit - sodass eine Selbstregulierung stattfinden kann. Auf diese Weise unterstützt die Behandlung die Veränderungen und Heilung.
Heutzutage herrscht in der Craniosacralen Therapie der leitende Gedanke vor, dass nicht mit der Krankheit, sondern mit der Kraft der Gesundheit als Quelle des Heilungsprozesses gearbeitet wird. Der erfahrene Craniosacral-Therapeut und -Lehrer Daniel Agustoni präsentiert hier in sorgfältig zusammengestellter Reihenfolge eine große Anzahl ausgewählter Selbstbehandlungen. Was ich in diesem Buch vorfinde und besonders schätze, ist Folgendes:
Es ist verständlich, umfassend und spricht verschiedenste Menschen und deren Interessen an.
Die Prinzipien der Craniosacralen Behandlung werden so einfach dargestellt, dass sie nicht nur leicht anzuwenden sind, sondern auch Spaß machen.
Es ist allgemein zugänglich: Eine eigentlich komplexe Behandlungsmethode wurde in eine Form gebracht, die sich für die Selbstbehandlung eignet.
Dieses Buch unterstützt die Gesundheit der Menschen, indem es ihnen die Fähigkeit vermittelt, sich für sich selbst einzusetzen. Wir finden darin die wertvolle Anleitung zur Selbstbehandlung, welche die Prinzipien und die Fertigkeiten der Craniosacralen Behandlung mit der Möglichkeit zur Selbsthilfe verbindet.
William Martin Allen, Ph.D, D.D.S.
Januar 2004
Vorwort des Autors
Seit etwa 20 Jahren interessiere ich mich für verschiedenste Entspannungstechniken. Ab 1987 galt mein Interesse auch den Selbstbehandlungen aufgrund meiner Ausbildungen in klassischen Massagen und in Biodynamischer Massage nach Gerda Boyesen. Die Selbstbehandlungen vertiefen die Körperwahrnehmung und helfen dabei, angesammelte Verspannungen des Alltags leichter loszulassen und tiefzu entspannen, auch innerhalb kurzer Zeit. Zusätzlich gönne auch ich mir als erfahrener Craniosacral-Therapeut gelegentlich eine Behandlung von einem Berufskollegen.
Einige der hier vorgestellten Übungen praktiziere ich täglich, sei es vor dem Aufstehen, in einer Pause oder vor dem Einschlafen. Ich habe mich an die Übungen gewöhnt, sie sind Teil meines Alltags geworden. Je nach Befindlichkeit, Situation und Umgebung führe ich intuitiv die für mich stimmige Selbstbehandlung aus. Auch in der Badewanne, im warmen Wasser des Thermalbades oder in der Sauna fühle ich mich mit diesen Selbsthilfeübungen sehr rasch angenehm wohlig und entspannt.
Verschiedene Selbstbehandlungen sind mir während meiner Weiterbildungen begegnet, einige habe ich modifiziert. Viele andere habe ich aufgrund meiner langjährigen Praxis als Craniosacral-Praktizierender selbst entwickelt, erprobt und optimiert. Das hier vorgestellte Gesamtkonzept und die sorgfältig ausgewählte Abfolge der Selbstbehandlungen entstanden aus meiner 13-jährigen Eigenerfahrung und Erfahrungen mit Klienten/Patienten und Craniosacral- Kursbesucher/innen.*
Bereits ab 1992 baute ich in meinen Massagekursen einige Selbstbehandlungen als Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen in den Unterricht ein. Seit Jahren vermittle ich den Teilnehmer/innen an Craniosacral-Informationsabenden und in Craniosacral-Einführungs-/Basiskursen einige ausgewählte Entspannungstechniken. Das Einüben in einer Gruppe kann die Wirkung zusätzlich verstärken.
Die Schüler der craniosacral_flow®-Weiterbildung lernen die hier vorgestellten Selbstbehandlungen an sich selbst kennen, um später in ihrer Praxis gegebenenfalls die individuell sinnvollsten mit ihren Klienten einzuüben. Es kann sein, dass diese Selbstbehandlungen von Craniosacral-Praktizierenden den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten des Klienten angepasst und leicht verändert werden.
Leser meines ersten Buches Craniosacral Rhythmus. Praxisbuch zu einer sanften Körpertherapie (erschienen in der 4. Auflage 2002 im Irisiana-Verlag) berichteten mir, dass die dort genannten wenigen Selbstbehandlungen und die geführte Meditation zur Steigerung des Liquorflusses im Körper sehr angenehme Wirkungen zeigen. Vielen Dank an dieser Stelle für alle Rückmeldungen. Mit den hier veröffentlichten Selbstbehandlungstechniken reagiere ich auf eine Vielzahl von Nachfragen aus Vorträgen und Craniosacral-Kursen.
Die vorliegenden Übungen sind eine Einladung, sich mit Leichtigkeit wohl zu fühlen und zu entspannen. Sie können sich mit diesen Selbstbehandlungen auf mühelose Weise etwas Angenehmes und Gutes gönnen. Und Sie tragen zur eigenen Gesundheitsförderung bei: indem Sie das Craniosacrale System unterstützen, ermöglicht dies eine bessere körpereigene Selbstregulation.
Einige der Anleitungen oder Sequenzen davon sind bewusst wie geführte Meditationen beschrieben. In der Entspannung und Selbstwahrnehmung ist es möglich, in Kontakt zu kommen mit Themen wie Selbstliebe, Selbstverantwortung, Abgrenzung, innere Achtsamkeit. In der Tiefenentspannung können sich weitere Dimensionen des Seins eröffnen.
Mein Wunsch und zugleich meine Aufforderung an Sie ist, bei sämtlichen aufgeführten Selbstbehandlungen Ihren Körper mit seinen inneren Rhythmen und seiner inneren Weisheit arbeiten zu lassen. Dies entspricht einem Grundsatz von William G. Sutherland, Entdecker dieser Methode: "Lass die Flüssigkeiten die Arbeit tun!" Zwingen Sie sich zu nichts. Berühren Sie sich sanft, geben Sie sich bei allen Übungen iel Raum und Zeit - auch, um die Entspannung zu genießen.
Falls Sie sich mit einigen Übungen sehr unwohl oder unsicher fühlen, lassen Sie sie einfach weg. Natürlich können Sie sich an einen Craniosacral-Praktizierendenwenden, um die Behandlungen und dieses vielleicht neue Körpergefühl zunächst mit einem erfahrenen Begleiter zu erleben.
Ich wünsche Ihnen mit den folgenden Selbstbehandlungen viel Freude, Gelassenheit und vor allem Wohlbefinden und wunderbare Entspannung!
Daniel Agustoni
Basel, im Sommer 2003
| * | Die Formulierungen "Behandler", "Klient", "Leser", "der Praktizierende" etc. wurden aufgrund besserer Lesbarkeit gewählt. Sie schließen immer die weibliche und männliche Form mit ein. | |