Vorwort
"Kurz gesagt, die Wahrheit von Aussagen und die Richtigkeit von Beschreibungen, Darstellungen, Exemplifikationen, Ausdrücken - der Komposition, der Zeichnung, der Diktion, des Rhythmus - ist also vor allem eine Sache des Passens: Passen auf das, worauf in der einen oder anderen Weise Bezug genommen wird, oder Passen auf andere Wiedergaben, auf Arten und Weisen der Organisation. Die Unterschiede, die es macht, eine Version einer Welt oder eine Welt einer Version anzupassen oder eine andere Version zusammenzupassen oder anderen anzupassen, schwinden, wenn die Rolle der Versionen bei der Erzeugung von Welten, auf die sie passen, berücksichtigt wird und das Erkennen oder Verstehen so gesehen wird, dass es sich über den Erwerb wahrer Überzeugungen hinaus auf die Entdeckung und Erfindung des Passens aller Art erstreckt."
Diese Sätze stammen aus Nelson Goodmans kleinem Buch Weisen der Welterzeugung (Frankfurt/M. 1990, S. 167), und sie passen. Sie passen auch auf dieses Buch, dem es in erster Linie darum zu tun ist, die Bewegung einer Art Selbstanpassung vorzuführen, der Selbstinpassung einer theoretischen Figur, deren Ziel freilich die Passung auf ihren Gegenstand ist. Die theoretische Figur, Offenheit als Funktion operativer Geschlossenheit darzustellen, beobachtet in der Tat Weisen der Welterzeugung, die an ihrem eigenen (An-)Passungsprozess ihren Gegenstand mitbeobachten.
Dieser (An) Passungsprozess führt als Text einen Autor vor, der verschiedenen Personen für vielfältige Unterstützung zu danken hat. Die technische Bearbeitung der Textdateien sowie die Erstellung des Literaturverzeichnisses hat Anne Känel mit einer stoischen Ruhe besorgt, die bewundernswert ist. Besonders wertvolle Hinweise verdanke ich der Lektüre von Ursula Pasero, die mich immer wieder vor zu starken Formulierungen bewahrt hat. Hilfreich war die Lektüre früherer Versionen des Textes durch Lilian Brandtstätter, Anja Findeiß, Eveline Reisenauer und Nena Silberkuhl-Schwarz, und sehr wertvoll waren die Kommentare, Immunreaktionen und Widerstände von Kolleginnen und Kollegen, die viele der hier versammelten Argumente auf Tagungen, bei Vorträgen und in sonstigen Diskussionszusammenhängen kommentiert haben. Völlig unverzichtbar freilich war der Blick von Irmhild Saake auf die Texte sowie ihre widerständige Kritik und Lösungskompetenz bei der Entfaltung der Gesamtkonzeption des Bandes. Ihr habe ich besonders zu danken. Bernd Stiegler vom Suhrkamp-Verlag hat manchen Disparatheiten der ersten Version der Gesamtkonzeption den Garaus gemacht. Unzurechnungsfähig dagegen ist leider die konzentrierte Atmosphäre der Nordseeinsel Spiekeroog, auf der ich im Sommer 2002 das Gesamtarrangement des Bandes besorgen konnte und große Teile des Buches geschrieben habe.
| München, im November 2002 | Armin Nassehi |