Vorwort
Betriebswirtschaftlich: Kostenträgerrechnung
Das eigentliche Ziel der Kostenrechnung ist die Kostenträgerrechnung, weil nur die -trägerrechnung erlaubt, Ergebnisse pro Produkt (Kostenträger) zu bestimmen. Allerdings sind die organisatorischen Anforderungen der -trägerrechnung anspruchsvoller als bei der -stellenrechnung. Benötigt wird insbesondere eine Stückkalkulation, für die wiederum Stückliste/Rezeptur und Arbeitsplan Voraussetzung sind.
Die Praxis hat für die -trägerrechnung im Ist eine "geniale" Vereinfachung gefunden: Ist-Umsatz minus Ist-Absatz mal Plan-Stückkalkulation. Wird diese als Teilkostenrechnung (Deckungsbeitragsrechnung) ausgeführt, so ergibt sich eine gut verständliche und in vielen Fällen hinreichend genaue Aufteilung des Gesamtergebnisses auf Produkte oder sonstige Kostenträger. Organisatorische Voraussetzung sind daher "nur" eine funktionierende Fakturierung und eine Planstückkalkulation. Für diesen Fall ist unser Testbeispiel eingerichtet.
SAP-Sprachgebrauch: Ergebnis- und Marktsegmentrechnung
Im Sprachgebrauch von SAP handelt es sich um die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung. Der Schwerpunkt liegt auf dem CO-PA-Modul des R/3-Systems, trotzdem wird der Integrationszusammenhang zur Fakturierung (Modul SD) und Stückkalkulation (Modul CO-PC) nicht vernachlässigt. Die Masken nehmen Bezug auf den R/3-Releasestand 4.6.
| - | Einführung in die Kostenträgerrechnung | |
| - | Durchblättern (unabhängig vom System), um einen Eindruck von der Implementierung zu gewinnen | |
| - | Durchtasten am System | |
Customizing
Das Anpassen an die kundenspezifischen Anforderungen (SAP-Begriff: Customizing) ist nicht wie in so vielen "Musterfirmen" weggelassen, sondern wesentlicher Bestandteil.
Auch sonst haben wir die bewährten Prinzipien unserer ersten Arbeit über Kostenstellenrechnung mit SAP R/3 (inzwischen in 3. Auflage) beibehalten, aber die vorliegende -trägerrechnung bewusst unabhängig von der -stellenrechnung gehalten.
Empfehlung zum Einsatz des Testbeispiels
Wir haben Wert gelegt auf ein eigenes gut dokumentiertes und nachvollziehbares Testbeispiel (als Tabellenkalkulation). Auf die Alternative, ein IDES-Beispiel zu verwenden, haben wir verzichtet.
Wir danken der SAP AG, dass sie außer dem verständlichen Wunsch, dass ihre Masken als solche gekennzeichnet werden, keinen Einfluss auf die Darstellung genommen hat. Wir dürfen uns daher erlauben, wohlwollend, aber - wie es sich für eine Hochschule gehört - nicht völlig unkritisch gegenüber der SAP zu schreiben.
Einige ergänzende betriebswirtschaftliche Ausführungen sind in Downloads ausgelagert (siehe Anhang 4.3).
Danksagungen
Es hat zwei "Steilvorlagen" zu dieser Arbeit gegeben:
Die erste Vorlage stammt von Joachim Schlüter und Michael Hüsken, beide bei den Nienburger Glaswerken tätig. Sie haben als Unternehmens-Praktiker und Lehrbeauftragte das Grundkonzept in einem Kurs durchgeführt. Von ihnen haben wir uns die Grundidee "abgeguckt", daß es nicht um Kostenträgerrechnung per se (an sich) geht, sondern um eine Näherungsrechnung!!!
Da sie aber pausenlos bei der Erwirtschaftung (negotium) des Bruttosozialproduktes eingespannt sind, verfügen sie nicht (neg-) über die Muße (-otium), um ihr Konzept in Form eines Buches sorgfältig auszuarbeiten. Den Vertretern der Hochschule ist die "Muße" (otium) gewährt, allerdings auf Basis eines Gegengeschäftes: Sie sollen den akademischen Nachwuchs auf den Stand der Technik heben, was wir hiermit tun. Außerdem müssen die Praktiker ihr Know-how schützen, wir geben es gerne weiter.
Die zweite Vorlage haben Sandra Lüers und Susanne Schulze als studentische Pioniere geleistet, denen man zumuten konnte, wochenlang vor dem SAP-System zu sitzen und dessen rätselhafte Reaktionen zu entschlüsseln. Sie haben geraten, die Dinge einfach zu halten, weil dies schon kompliziert genug sei. Gutschriften, Gratislieferungen und vieles, was wir sonst noch wissen ("nice to know" aber not "need to know") sind dem zum Opfer gefallen. Je einfacher das Konzept erscheint, desto besser ist unsere Aufgabe gelungen. Bevor sie in die Praxis gingen, haben sie noch "ihren" Professor und sich in einem Cartoon festgehalten (s. S. 480).
Andreas Tabanella hat erste Erfahrungen mit dem IDES-System gesammelt, die uns bewogen haben, doch ein eigenes Testbeispiel zu verwenden.
Günter Brinkmann ist als unser SAP-Systemmann weiterhin unentbehrlich, Lidia Klimenko hat die Textentwürfe in Form gebracht und Skizzen (scribbles) in Bilder verwandelt und dabei die Flinte nicht ins Korn geworfen, Andreas Soll hat an der Rohfassung der Tabellenkalkulation des Testbeispiels mitgewirkt, Phuoc Hoang Ly hat uns in der letzten Kurve mit Genauigkeit und Sorgfalt unterstützt.
Nicolas hat während des Projektes "new dimensions" verfolgt.
Dortmund 2003
| Franz Klenger | Ellen Falk-Kalms |