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Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
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Vorwort


Heino Apel



Die Kommission "Bildung für nachhaltige Entwicklung" der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften will mit diesem Band einen weiteren Anstoß zur Theorieentwicklung in der Disziplin leisten. Umweltbildung und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung treten mit dem Anspruch auf, Werkzeuge für die Gestaltung einer umweltverträglicheren und zukunftsfähigeren Welt zu sein. Sie wollen sensibilisieren, aufklären, handlungsorientierend und vieles mehr sein. Die Entwicklung entsprechender Konzepte und entsprechender Methoden bedarf der wissenschaftlichen Begleitung. Bestehendes muss erfasst und analysiert werden. Theoretische Kontexte sind zu erschließen, Maßnahmen müssen sich Wirkungsuntersuchungen stellen, Methoden müssen standardisiert und in Ihrer Spezifik bestimmt werden. Pädagoginnen müssen sich qualifizieren können und brauchen Foren zum Erfahrungsaustausch. Diese selbstverständlichen Rahmenbedingungen für eine pädagogische Disziplin waren bis in die 90er Jahre für die "Umweltbildung" nicht gegeben. Erst 1995 wurde in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (DGfE) eine Arbeitsgruppe zur Umweltbildung gegründet, die drei Jahre später den Status einer Kommission erhielt. Um Gerd de Haan herum scharte sich ein kleiner Kreis engagierter UmweltpädagogInnen mit dem Ziel, der Umweltbildung ein wissenschaftliches Forum zu geben, das der Disziplin ein eigenes Profil verleihen sollte. Dieser Anspruch wurde von bildungspolitischen Erklärungen auf Landes- und Bundesebene untermauert, nicht zuletzt war Umweltbildung längst Bestandteil in den Schulkurrikula und seit 1992 stand sie auf der globalen Agenda unter dem Begriff "education for sustainable development". 1997 legte die Kommission ein erstes Forschungsprogramm für die Umweltbildung vor, in dem sie feststellt, dass eine fundierte Umweltbildungsforschung in Deutschland ein Desiderat sei. Diese Situation hat sich bis heute erheblich verbessert, was nicht zuletzt ein Verdienst der Kommission ist, die in der eigenen Reihe "Ökologie und Erziehungswissenschaften" 11 Bände heraus brachte, die entweder einzelne wissenschaftliche Leistungen von Dissertationen oder das Resultat von Forschungstagen einer größeren Öffentlichkeit anbieten.

Das Forschungsprogramm der Kommission wurde 2004 mit Bezug auf die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in einer zweiten Fassung neu aufgelegt, weil sich in der bildungspolitischen Landschaft inzwischen der Fokus ganz eindeutig auf die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung verschoben hat, und eine Konzentration auf aktuelle Themenfelder für notwendig angesehen wurde. Als erste unmittelbare Reaktion auf das neue Forschungsprogramm darf die Kommissionstagung vom Dezember 2004 in Freiburg angesehen werden, der ein call for paper vorausgegangen war, dass sich besonders an den Forschungsnachwuchs richtete war, und dessen Inhalte sich an die Struktur des neuen Forschungsprogramms orientierte (vgl. Homepage www.dgfe-bne.de).

Gefragt waren Beiträge zu den Themenfeldern: Lehr-Lernforschung, Innovationsforschung, Qualitätsforschung, Surveyforschung und als Querschnittsthema die Genderforschung. Wenn man die eingereichten Papiere aus dem noch sehr überschaubaren Feld der Nachhaltigkeitsbildungsforschung als Indikator für den Ist-Stand nimmt, dann scheint die Lehr-Lernforschung am besten besetzt, während Innovations- Qualitäts- und Surveyforschung abnehmend mit weniger Beiträgen belegt wurden. Zum Genderthema wurde kein Nachwuchsforschungsbeitrag eingereicht. Insgesamt wurden fünfzehn Arbeiten präsentiert, von denen zehn zur Schule, zwei zur Lehrerfortbildung, zwei zur außerschulischen bzw. Weiterbildung und eine zur Hochschule gezählt werden können. D.h., nicht nur die Themenfelder sondern auch die Bildungsbereiche sind bislang noch sehr unterschiedlich vertreten.

In der vorliegenden Publikation sind diejenigen Tagungsbeiträge veröffentlicht, die einen Peer Review bestanden haben. Die Themenfelder werden jeweils vorgestellt, so dass die Lesenden eine Einführung in die Forschungsfelder des Memorandums und in aktuelle Forschungsarbeiten dazu erhalten. Allen Mitwirkenden, die mit ihrer unentgoltenen Arbeit geholfen haben, diesen Band zu realisieren, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Der Einsatz hat sich gelohnt, wenn die vorliegenden Arbeiten orientierend wirken und genügend Anreiz bieten, im Felde der Bildung für nachhaltige Entwicklung weiterhin forschungs-aktiv zu sein.



 
   


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