Vorwort
"Bildung neu denken! Das juristische Konzept"
"Bildung neu denken!" Für uns, die bayerische Wirtschaft, ist dieser Anspruch aktueller denn je. Unser wichtigster Rohstoff steckt in den Köpfen der Menschen. Warum also wird diese Ressource seit Jahrzehnten vernachlässigt? Die Bildungsfrage ist für die Zukunft unseres Landes essentiell. Das Bildungssystem muss deswegen auf neue, tragfähige Beine gestellt werden.
Der erste Band unserer Studie "Bildung neu denken! Das Zukunftsprojekt" liefert Antwort auf die Frage, was sich in unserem Bildungssystem ändern muss. Die Experten kommen zu folgendem Ergebnis: Der Schlüssel für eine entscheidende Qualitätssteigerung unseres Bildungsniveaus liegt in stärkerer inhaltlicher, organisatorischer und finanzieller Autonomie der Bildungseinrichtungen. Und natürlich bedarf es einer Erweiterung der Lernmöglichkeiten für Kinder.
Das deutsche Bildungssystem ist im internationalen Vergleich seit Jahrzehnten unterfinanziert. "Bildung neu denken! Das Finanzkonzept" hat die Kosten für die Handlungsempfehlungen aus dem ersten Band der Studie berechnet. Um das deutsche Bildungssystem fit für die Zukunft zu machen, müssten die Ausgaben für Bildung um 25 Prozent steigen.
Der nun vorliegende dritte Band "Bildung neu denken! Das juristische Konzept" gibt Antworten auf die entscheidenden Fragen nach der Realisierbarkeit und möglichen juristischen Hindernissen für eine umfassende bildungspolitische Neuausrichtung. Das positive Ergebnis lautet: Das Bildungssystem ist aus rechtlicher Sicht nicht reformresistent. Es gibt keine verfassungsrechtlichen Schranken, die den Weg in eine zukunftsorientierte Bildungslandschaft bremsen. Das bestärkt unsere Forderung, der Bildung die angemessene Priorität zu geben. Nun ist der politische Wille gefragt, diesen Reformweg auch einzuschlagen. Bildung ist Lebenskapital - für den einzelnen Menschen und die gesamte Gesellschaft. Lassen Sie uns dieses Kapital gemeinsam entfalten.
Ich danke Herrn Prof. Dr. Dieter Lenzen von der Freien Universität Berlin für die wissenschaftliche Koordination der Studie, den Autoren und weiteren Experten für ihre konstruktiven Beiträge sowie den Fachabteilungen der vbw-Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft für die Koordinierung und Durchführung des Projekts.
Randolf Rodenstock
Präsident
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft