Vorwort und Danksagung
Das hier vorliegende Buch ist das Ergebnis einer Arbeit, die sich dem Verstehen jugendkultureller Praktiken verschrieben hat. Gelungen wäre diese Arbeit, wenn dieses Buch diesen Verstehensprozess theoretisch wie methodisch schlüssig nachzuzeichnen vermag. Dies ist oft nicht ganz einfach gewesen, denn Verstehensprozesse neigen leider dazu, die Sache zu überformen oder zu vereinfachen. Die Schlüssigkeit der Argumente und Positionen sollte aber der Sache selbst, dem Fall dienen. Dieses Buch versteht sich als ein Agent dieser Sache, dieses Buch ist aus dieser Sache entstanden und dieses Buch gehört dieser Sache. Die ganzen angestrengten reflexiven aber auch lustvollen Akte, deren Zeuge der Leser werden wird, sind die Produkte von jugendlichen Alltagspraktikern, die in ihren kulturellen Feldern eine Leistung vollzogen haben, deren Wert wir nicht abschätzen können, da wir uns auf anderen Feldern befinden. Die Sache von Innen zu verstehen und dieser Sache eine Sprache zu verleihen, das ist das ganze Anliegen, dessen Ergebnis in diesem Buch zu lesen ist.
Dieses Buch ist im Rahmen eines dreijährigen, von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierten Stipendiums entstanden. Der Hans-Böckler-Stiftung sei dafür aufrichtig gedankt. Wenngleich dieses Buch von einem Einzelnen geschrieben wurde, so verdienen sich an diesem Buche viele Personen auf ganz unterschiedliche Weise. Zuvorderst sind es junge kreative Menschen, die sich ihre ganz eigenen Gedanken über die Welt und ihrem Selbst in dieser Welt machen. Ihnen gilt mein Dank, da sie einerseits, das ist meine feste Überzeugung, auch weiterhin am Projekt einer besseren Welt festhalten und ihren eigenen Beitrag in der Gestaltung dieser Welt leisten werden. Es ist nur an uns, die spezifischen und oft unscharfen Arten und Weisen zu verstehen. Andererseits sind gerade diese jungen Menschen der Grund dafür, dass ich dieses Buch, so wie es nun zu lesen ist, geschrieben habe. Dieses Buch gründet auf dem Äußerungs- und Veränderungswillen junger Menschen, die sich einer Welt mitteilen und die sich ihre eigene Welt formen wollen. Ihnen zuzuhören, ohne ein Wollen an sie zu adressieren, ist ein weiteres Anliegen dieses Buches.
Mein ganz verbindlicher Dank gilt Prof. Dr. Heinz-Hermann Krüger, der meine Arbeit gewissermaßen ,beheimatet' und vor allem im Rahmen seines Kolloquiums betreut hat. Ein ganz großer Dank gilt Prof. Dr. Uwe Sander, der die Zweitbetreuung meiner Arbeit übernommen hat und dessen unkomplizierte Art und Anregungen mir sehr geholfen haben. Ein solches Buch entsteht nicht ohne die Arbeitszusammenhänge, in denen man die wichtigen Dinge lernt, die für die Verrichtung einer solchen Arbeit vonnöten sind. Ich denke hierbei insbesondere an Prof. Dr. Werner Helsper, der mir diese Dinge beigebracht hat - ihm bin ich zu großem Dank verpflichtet. Schließlich möchte ich Prof. Dr. Jeanette Böhme für die langjährige inspirierende Zusammenarbeit und Freundschaft danken.
Leipzig im Januar 2008
Jörg Hagedorn