Vorwort
Betriebliche Führungskräfte-Entwicklung sowie weitere Instrumente der Personal- und Organisationsentwicklung werden in der gängigen Management- und Beratungsliteratur meist in Form von "success-stories" dargestellt. Der hier herauszulesende Tenor suggeriert in hohem Maße, dass von den Instrumenten Arbeitnehmerinnen und Unternehmen gleichermaßen profitieren: Während sich die Beschäftigten in der Führungskräfte-Entwicklung bestenfalls neue Kompetenzen aneignen und ihren Karriereweg vorantreiben, verzeichnet das Management einen Zugewinn an neuen Human-Ressourcen, auf die es zu Wettbewerbszwecken am Markt zurückgreifen kann. Dass die Konsequenzen eines solchen Programms allerdings sehr viel facetten- und folgenreicher sein können, bleibt meist unberücksichtigt.
Mit der vorliegenden Untersuchung wurde durch den Blick hinter die Kulissen der Versuch unternommen, ein detaillierteres Bild über den tatsächlichen Prozess, die sozialen Dynamiken und Mechanismen während der Ein- und Durchführung von Führungskräfte-Entwicklung aus Sicht der Beteiligten zu gewinnen und auf den folgenden Seiten nachgezeichnet.
Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn die involvierten Trainer und Berater des Instituts den Kontakt zum hiesigen Fallunternehmen Gebrüder Weber1 nicht hergestellt hätten. Mein ganz besonderer Dank richtet sich an all jene Personen Gebrüder Webers, die mir Hospitationen am Arbeitsplatz, die Teilnahme an Workshops und Besprechungen ermöglichten sowie daran interessiert waren, dass ich eine Vielzahl umfassender Gespräche führen konnte. Ohne die hohe Teilnahmebereitschaft der unterschiedlichen Interessengruppen an den Gesprächen und ihre Offenheit wäre die hiesige Untersuchung nicht zustande gekommen. Daher ist es mir ein großes Anliegen, denjenigen zu danken, die mir dabei halfen, die Konsequenzen der eingeführten Führungskräfte-Entwicklung in der Gebrüder-Weber-Welt zu erschließen.
Das Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung ermöglichte mir, mich während der Untersuchung weitestgehend von hinderlichen Befangenheitsmomenten zu befreien, so dass die empirischen Ergebnisse nicht als Resultat einer reinen Auftragsforschung zu verstehen sind, die bekanntlicherweise Gefahr läuft, die Dinge zu beschönigen. Vielmehr sind die Ergebnisse (durch die Beeinflussung meiner subjektiven Deutungsmuster) in hohem Maße von Arbeitskontexten mit unterschiedlichen Personen geprägt.
Dazu gehört an erster Stelle meine Doktormutter Prof. Dr. Maria Funder der Philipps-Universität Marburg, der ein herzliches Dankeschön gebührt. Sie betreute mich intensiv und mit viel Geduld über den gesamten Zeitraum fachlich wie persönlich und bereicherte meine Untersuchung durch viele wichtige Anregungen. Des Weiteren danke ich meinem Zweitbetreuer PD Dr. Schmidt-von Hülst der Philipps-Universität für seine Betreuung insbesondere in der Abschlussphase meiner Arbeit. In der Entscheidung, den Weg der Promotion tatsächlich zu gehen, bestärkte mich Prof. Dr. Christa M. Heilmann - ebenfalls an der Philipps-Universität ansässig - der ich dafür herzlich danken möchte. Ferner hat Prof. Dr. David Rennie der University of York in Toronto die Arbeit während meines Forschungsaufenthalts in Kanada geprägt, indem er mich unterstützte, die umfassenden empirischen Ergebnisse mit der Technik der "Embodied Categorization" zu pointieren.
Auf keinen Fall unerwähnt bleiben dürfen in der Danksagung meine Arbeitsgruppen (AQUA von der Netzwerkstatt der FU-Berlin, Münchener-Methoden-AG, Schreiblicht und Doktorandenkolloquium), die mich während der gesamten Promotion begleitet, bestärkt und kreativ inspiriert haben. Daneben bereicherte Diplom-Pädagogin und Sprecherzieherin (DGSS) Kerstin Pohl dieses Werk, die sich in der finalen Phase sehr zuverlässig und präzise der Orthographie und Syntax annahm und mir damit vermittelte, dass ein tatsächlicher Abschluss der Arbeit in Sicht ist.
Großer Dank gebührt meiner Mutter Dr. med. Ursula Weigand, meinem Bruder Christoph Weigand, seiner Freundin Angelina Fieres und Katharina Wagner, die sich in den Zeiten liebevoll und tatkräftig um unsere Tochter Sophie Charlotte Stadibauer (geb. 2006) kümmerten, in denen wir Eltern je mit unserer Arbeit beschäftigt waren. Neben meinen Freunden und meiner Familie, möchte ich insbesondere meinem Mann, Dr. Florian Stadibauer, für die enorme und unverzichtbare sowohl inhaltliche als auch vor allem emotionale Unterstützung über diesen langen Zeitraum danken. Zudem hätte mir wohl niemand anderes als unsere Tochter Sophie Charlotte deutlicher aufzeigen können, dass die Promotion nicht unbedingt an Qualität gewinnt, wenn sich das gesamte Leben ausschließlich darum dreht.
Cornelia Stadibauer
| 1 | Der Name des Fallunternehmens ist aus Vertraulichkeitsgründen anonymisiert. |