Vorwort
Dieses Buch möchte Mut machen zum Trauern; damit will es - so paradox das klingen mag - der dunklen Zeit des Leidens und des Aushaltens Leben geben.
In den vielen Jahren der Begleitung trauernder Menschen bin ich immer wieder der - ausgesprochenen oder nicht ausgesprochenen - Frage begegnet: "Ich glaube, nicht normal zu empfinden. Sollte ich deshalb meine Trauer unterdrücken?" Die Trauernden können sich darauf verlassen, dass alles, was sie empfinden, ganz normal ist, ja, es wird für den Trauerprozess heilsam sein.
Sterben, Tod und Trauer geraten in unserer Gesellschaft immer weiter in eine Tabuzone. Auch deshalb fühlen viele Trauernde sich ausgegrenzt und unverstanden. Dagegen will dieses Buch zu einem tieferen Verständnis der eigenen Trauerempfindungen beitragen und Angehörigen und Freunden helfen, dem Trauergeschehen mehr Verständnis entgegenzubringen.
Danken möchte ich den Menschen und Trauernden, die mir über viele Jahre ihr Vertrauen geschenkt und mich daran teilhaben lassen, wie sie in ihrer je eigenen Geschichte ihrer Trauerspur auf den Grund gegangen sind und dadurch Heilung erfahren haben. Ihnen, den mutigen Trauernden, möchte ich dieses Buch widmen.
Immer wieder ermutigt, dieses Buch zu schreiben, hat mich der Lektor des Claudius Verlags, Dr. Dietrich Voorgang. Für seine einfühlsame, geistige Durchdringung meiner Anliegen danke ich ihm.
Monika Schulte-Beckhausen
im Herbst 2005