Vorwort
Weltweit steigt der Wasserbedarf exponentiell an. Zur Deckung des Wasserbedarfs in Landwirtschaft, Industrie und Haushalte wird in zunehmendem Maße auf Grundwasser zurückgegriffen, Libyen holt z.B. Grundwasser aus der Sahara in die Städte am Mittelmeer. Indien muss immer mehr Grundwasser für die Bewässerung nutzen. In Deutschland kommen ca. 75% des Trinkwassers aus dem Untergrund.
Mit der vorteilhaften Nutzung des Grundwassers sind aber auch Nachteile verbunden. Entnahmen von Grundwasser führen zur Absenkung des Grundwasserstandes. Damit werden u.a. Feuchtgebiete zerstört; Brunnen können trockenfallen; Salzwasser dringt in Küstenregionen in Grundwasserleiter ein. Bauten werden in solchen Gebieten zerstört, in denen Landsetzungen als Folge sinkender Grundwasserstände stattfinden.
Für viele Nutzungsarten wird auch eine gute Wasserqualität gefordert. Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Stoffe aus der Industrieproduktion, aus Abfalldeponien und versickerndes Abwasser tragen jedoch weltweit zur Verschlechterung der Grundwasserqualität bei. Insbesondere die Nutzung des unterirdischen Wassers als Trinkwasser wird durch die genannten Einflüsse immer mehr zu einem Gesundheitsrisiko für die Menschen.
Viele Fachdisziplinen sind daher aufgerufen, das Grundwasser nach Menge und Güte nachhaltig zu bewirtschaften. Eine solche Kooperation setzt u.a. Grundkenntnisse der Prozesse voraus, welche Grundwasserstände, -strömungen und -qualität beeinflussen. In diese Materie führt das vorliegende Buch ein. Mit der beigefügten CD werden multimediale Komponenten genutzt, den Zugang zu der Materie zu erleichtern.
Die Autoren danken dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst für eine Anschubfinanzierung der multimedialen Aufbereitung des Stoffes, Herrn Dr. Fischer vom Bundesamt für Bauwesen für die Überlassung von Filmmaterial. Herrn Dipl.-Ing. Riemeier, Herrn M.Sc. Garcia und Frau Arndt schulden die Autoren Dank für die Mitarbeit bei der Herstellung des Manuskriptes.
Hannover im Juli 2002
Rolf Mull und Hartmut Holländer