In diesem Band stellt das Frankfurter "Institut für Sozialforschung" in einer Reihe von thematisch weit verzweigten Aufsätzen vor, in welcher Perspektive zukünftig die aktuellen Transformationsprozesse im westlichen Kapitalismus untersucht werden sollen. Das Leitmotiv der verschiedenen Studien bildet die Idee, dass heute weder liberale Fortschrittsdiagnosen noch verfallstheoretische Zukunftsprognosen geeignet sind, den komplexen Charakter der neuen Entwicklungen zu erfassen; stattdessen werden hier diese Prozesse einer kapitalistischen Modernisierung und Rationalisierung als Paradoxien begriffen, weil deren normatives Potential in das Gegenteil einer wachsenden Entmündigung und Ausschließung umzuschlagen droht. Paradoxale Verläufe solcher Art, durch die intendierte Freiheitsgewinne faktisch mit der Konsequenz neuartiger Autonomieverluste einhergehen, werden in dem vorliegenden Band an Prozessen der Vermarktlichung sozialer Beziehungen und industrieller Arbeit, der individualisierten Verantwortungszuschreibung in Strafrecht und Sozialpolitik, des Strukturwandels familialer Sozialisation und der Zunahme transnationaler Steuerungspolitiken untersucht.