Autorinnen und Autoren
Eduardo P. Archetti († 2005) war Professor für Sozialanthropologie an der Universität Oslo und Herausgeber der Zeitschrift Sodal Anthropology. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigte er sich unter anderem ausführlich mit der Popularkultur Argentiniens. Seine Untersuchungen zum Zusammenhang von Männlichkeit, Nation und Sport bleiben beispielhaft. Wichtige Publikationen zum Thema: Masculinities. Football, Polo and the Tango in Argentina, Oxford/New York 1999. El potrero, la pista y el ring: Las patrias del deporte argentino, Buenos Aires 2001.
Dieter Bott, geb. 1943, Adorno-Schüler und Gründer des 1. Anti-Olympischen Komitees 1968 in Frankfurt. Seit 1982 erforscht er das Fußballmilieu als Fan-Soziologe und Mitbegründer der Fanprojekte in Frankfurt, Düsseldorf und Duisburg. Als Dozent bildet er Sozialarbeiter/innen zur Intervention in rechtsorientierten und gewaltförmigen Milieus aus. Er schrieb u. a. mit an den Büchern Die Fans aus der Kurve (1986), Ball & Birne (1998), Tatort Stadion (2002).
Christian Bromberger ist Professor für Ethnologie an der Université de Provence (Aix-en-Provence, Frankreich), wo er das Institut für Mittelmeer- und komparative Ethnologie leitet. 15 Jahre lang hat er Formen und Bedeutungen populärer Begeisterung für den Fußball und seine Klubs untersucht, vor allem in Frankreich, Italien und dem Iran. Wichtige Veröffentlichungen zum Thema: Le match de football. Ethnologie d'une passion Partisane à Marseille, Naples et Turin, Paris 1995, Football, la bagatelle la plus sérieuse du monde, Paris 2004, Futbol, Buenos Aires 2001.
Gerd Dembowski, geb. 1972, Sozialwissenschaftier und freier Autor, lebt in Berlin und Brighton, arbeitet seit 2004 für Football Against Radsm in Europe an einer Wanderausstellung zu Migration und ethnischen Minderheiten im Fußball (www.flutlicht.org) und ist 2006 an der Ausstellung Heimspiel. Standort - Sport - Spektakel in Berlin beteiligt. 1996 bis 2001 Sprecher des Bündnisses Aktiver Fußballfans (BAFF), Mitorganisator der BAFF-Ausstellung Tatort Stadion. Rassismus und Diskriminierung im Fußball. Zuletzt u. a. erschienen: "Spieler kommen, Trainer gehen - Fans bleiben. Kleine Standortbestimmung der Fußballfans", in: BAFF (Hg.), Ballbesitz ist Diebstahl. Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz Göttingen 2004.
Rosa Diketmüller, geb. 1968, Assistenzprofessorin am Zentrum für Sportwissenschaften und Universitätssport der Universität Wien, Abt Bewegungs- und Sportpädagogik. Studium der Leibeserziehung, Geographie und Informatik. Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Sportpädagogik, Frauen- und Genderforschung, Gesundheitsförderung. Mitbegründerin der österreichweiten Plattform "Frauen im Sport", Herausgeberin der Zeitschriften "Spectrum der Sportwissenschaften" und "Mädchen im Turnsaal".
Vedran Džihié, geb. 1976 in Bosnien, seit 1993 in Österreich, Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien, Lektor und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaften, Wien. Publikationen u. a.: Intellektuelle in der jugoslawischen Krise - Rolle und Wirken der postjugoslawischen unabhängigen Intellektuellen in Wien, Frankfurt/M. 2003, Kosovo-Bilanz - Scheitert die internationale Gemeinschaft?, 2. Auflage, Münster 2006 (gem. mit Helmut Kramer).
Roman Horak, geb. 1953, Professor am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Kunstpädagogik der Universität für angewandte Kunst in Wien und dort Leiter des Bereichs Kunst- und Kultursoziologie. Mitbegründer und von 1984 bis 1992 Co-Leiter des 1994 geschlossenen "Instituts für Kulturstudien" (IKUS) in Wien. Publikationen (Auswahl): Die Praxis der Cultural Studies, Wien 2002, Futbol ve Kültürü. Takimlar, Taraftalar, Indüstri, Efsaneler, Istanbul 2004 (4. Auflage) (gemeinsam mit W. Reiter und T. Bora).
Thomas König, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Wien und Kopenhagen, Diplomarbeit zum Thema "Wissenschaft und Emigration". Doktoratsstudium seit 2003, Thema: Sozialwissenschaft in Wien nach 1945. Derzeit wissenschaftliche Assistenz am Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien. Zahlreiche journalistische Publikationen.
Eva Kreisky, geb. 1944, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Politische Theorie und Ideengeschichte, Staats- und Institutionentheorien, Geschlechterforschung. Publikationen zur geschlechterkritischen Theoretisierung von Staatlichkeit, zu Männlichkeit als System, zur ritualisierten Körperlichkeit im Neoliberalismus und zum Zusammenhang von Mafia und Staat.
Esther Lehnert, Dr. phil., geb. 1966, Erziehungswissenschaftlerin, Forschungsschwerpunkte: Rechtsextremismusforschung, Genderforschung. Trainerin und Fortbildnerin. Aktuelle Publikationen: "Der lokale Aktionsplan Potsdam - Eine effektive kommunale Strategie gegen Rechtsextremismus?", in: Neue Praxis, Zeitschrift für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik, Jg. 35, H. 4/2005, S. 405-417 (gem. mit Ingo Siebert); Die Beteiligung von Fürsorgerinnen an der Bildung und Umsetzung der Kategorie "minderwertig", im Nationalsozialismus, Kassel 2003.
Jose Sergio Leite Lopes ist Professor für Sozialanthropologie an der staatlichen Universität Rio de Janeiro. Seit über 20 Jahren untersucht er die Arbeiterkulturen Brasiliens. Seine Forschungsinteressen umfassen auch Themen wie Umwelt, soziale Kontrolle, Sportpraxen der Arbeiterschaft und die Sozialgeschichte der Sozialwissenschaften in Brasilien. Er ist u. a. Autor von O Vapor do Diabo: O Trabalho dos Operários do Açúcar (Der Dampf des Teufels. Die Arbeit der Zuckerarbeiter, 1976) und A Ambientalização dos Conflitos Sociais; Partidpação e Controle Público da Poluição Industrial (Die "Environmentalisierung" sozialer Konflikte. Beteiligung und öffentliche Konttolle industrieller Verschmutzung, 2004).
Wolfram Manzenreiter ist seit 2004 Assistenzprofessor am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien. Im Rahmen seines Forschungsschwerpunkts zur modernen japanischen Gesellschaft beschäftigt er sich mit Sport und Populärkultur, Freizeit, Arbeit und neuen Medien. Seit zehn Jahren interessiert er sich für anthropologische Aspekte des Sports in Japan und die internationale politische Ökonomie des Sports in der Globalisierung. Neueste Veröffentlichungen dazu: The Sociology of Mega-Events (Oxford 2006, hg. mit John Horne); Football Goes East: Business, Culture and the People's Game in China, Japan and South Korea (London 2004, hg. mit J. Hörne); Global Players. Kultur, Ökonomie und Politik des Fußballs (2. Auflage Frankfurt 2005, hg. mit M. Fanizadeh u. G. Hödl).
Andrei S. Markovits ist Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative Politics and German Studies an der University of Michigan in Ann Arbor. Seine Forschungsinteressen, zu denen er ausführlich publiziert hat, umfassen die deutsche und europäische Arbeiterbewegung, Sozialdemokratie und soziale Bewegungen, die Rolle Deutschlands im neuen Europa, deutsch-jüdische Beziehungen, Antiamerikanismus in Europa sowie die vergleichende Soziologie von Sportkulturen der Moderne (Im Abseits. Fußball in der amerikanischen Sportkultur, Hamburg 2002, gem. mit Steven L. Hellerman).
Matthias Marschik, Kultur- und Sozialwissenschaftler. Forschungsschwerpunkte: Individuelle und kollektive Identitäten, Kulturgeschichte (insbesondere des Sports), Cultural Studies. Jüngste Veröffentlichungen zum Thema: Frauenfußball und Maskulinität. Geschichte - Gegenwart - Perspektiven, Münster/Hamburg/London 2003; Co-Herausgeber von Das Stadion. Geschichte, Architektur, Politik, Ökonomie, Wien 2005 (gem. mit R. Müllner u. a.); Massen. Mentalitäten. Männlichkeit. Fußballkulturen in Wien, Weitra 2006 (= Enzyklopädie des Wiener Wissens 1).
Nicolas Pethes, Professor für Europäische Literatur und Mediengeschichte an der FernUniversität Hagen und Leiter der Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe "Kulturgeschichte des Menschenversuchs" an der Universität Bonn. Promotion 1998 mit einer Arbeit zur Poetik der Erinnerung bei Walter Benjamin, Habilitation 2005 zu literarischen Fallgeschichten über Erziehungsexperimente im 18. Jahrhundert. Forschungsschwerpunkte: Gedächtnistheorie, Mediengeschichte der Literatur, Literature and Science Studies, dokumentarischer Realismus. Aktuelle Publikation: Spektakuläre Experimente. Massenmedien und Sozialpsychologie im 20. Jahrhundert (2004).
Markus Pinter, Politologe, organisiert am Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (VIDC) (www.fairplay.or.at) das antirassistische Sportprojekt FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel und koordiniert das europäische Netzwerk Football Against Racism in Europe. Aktuelle Publikationen: "Rassismus und Antirassismus im goldenen Zeitalter des Fußballs" (gem. mit Michael Fanizadeh), in: M. Fanizadeh u. a., Global Players - Kultur, Ökonomie und Politik des Fußballs, 2. Aufl. Frankfurt/M. 2005; "Die Ehrentribüne als politische Bühne. Politiker im Fußballstadion", in: M. Marschik u. a., Hg., Das Stadion. Geschichte, Architektur, Politik, Ökonomie, Wien 2005.
Peter Plener, Lektor/Gastdozent an diversen Instituten in Wien und Budapest. 1999 Promotion (über Arthur Schnitzlers Tagebücher). Leitung der Internet-Plattform für Mittelosteuropa-Forschung "Kakanien revisited". Wissenschaftlicher Mitarbeiter im österreichischen Parlament. Forschungsschwerpunkte: Medien/-politik, Netzwerke, Erinnerungskonstruktionen, Inszenierungen, Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts Aktuelle Publikationen: Archiv - Zitat - Nachleben. Die Medien bei Walter Benjamin und das Medium Benjamin (2005, Mithg.); Vom Zweck des Systems. Beiträge zur Geschichte literarischer Utopien (2006, Mithg.).
Nicole Selmer studierte Skandinavistik und Germanistik in Hamburg und Uppsala und arbeitet als freie Übersetzerin und Autorin. Ihr eigenes Fußballinteresse war der Anstoß, sich mit den Geschichten weiblicher Fans zu beschäftigen, 2004 erschien Watching the Boys Play. Frauen als Fußballfans. Außerdem ist sie Koautorin eines Buches über die WM 1966 in England (2006).
Georg Spitaler, geb. 1972, Politologe, ist Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Redakteur des Fußballmagazins ballesterer fm. Forschungsschwerpunkt: Popularkultur und Politik, Politische Kultur. Aktuelle Veröffentlichungen: Authentischer Sport - inszenierte Politik? Zum Verhältnis von Mediensport, Symbolischer Politik und Populismus in Österreich, Frankfurt/M. 2005; Co-Herausgeber von Das Stadion. Geschichte, Architektur, Politik, Ökonomie, Wien 2005 (gem. mit M. Marschik u. a.).
Almut Sülzle ist Buchhändlerin und hat in Tübingen Empirische Kulturwissenschaft studiert. Von 2000 bis 2004 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Netzwerk "Frauen. Innovation. Technik" an der FH Furtwangen und promoviert derzeit an der Universität Marburg im Graduiertenkolleg "Geschlechterverhältnisse im Spannungsfeld von Arbeit, Politik und Kultur".
Kurt Wachter, geb. 1968, studierte Ethnologie und Afrikanistik an der Universität Wien. Seit einem Studienjahr an der University of Cape Coast in Ghana (1991-1992) gilt seine Aufmerksamkeit dem Fußballgeschehen in Afrika. Er arbeitet seit 1997 als Projektkoordinator der Fußballkampagne FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel und des Netzwerks Football Against Rarism in Europe (FARE) am Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (VIDC). Neben journalistischen Beiträgen für Südwind, Spex, WochenZeitung (WoZ), Standard und taz erschien u. a. der Beitrag "Fußball und (Post-)Kolonialismus in Afrika: Von der Disziplinierung zur Befreiung zur strukturellen Ungleichheit", in: Global Players - Kultur, Ökonomie und Politik des Fußballs, 2. Aufl. Frankfurt/M. 2005 (Hg. M. Fanizadeh u. a.).
Klaus Walter, geb. inmitten der 50er Jahre in Frankfurt, geprägt von der Frankfurter Schlagerbörse und der Sportschau. Spielte vom sechsten bis zum 42. Lebensjahr Fußball, kam aber nie über die Bezirksliga hinaus. Seit Mitte der 70er Jahre als DJ und Autor tätig; schreibt über Pop, Fußball, Politik. In den 80er Jahren Redakteur bei der Zeitschrift Pflasterstrand, seit 1984 Radio-DJ beim Hessischen Rundfunk. Seine Sendung "Der Ball ist rund" (No Sports!) wurde von den Leser/innen der Fachzeitschrift Spex mehrfach zur besten Radiosendung Deutschlands gewählt.
John Williams ist Leiter des Centre for the Sociology of Sport an der University of Leicester. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Fußball und Fußballkulturen in Großbritannien, zuletzt u.a.: Passing Rhythms - Liverpool FC and the Transformation of Football, Oxford/New York 2001 (Hg. gemeinsam mit S. Hopkins und C. Long); Kennedy's Way: Inside Bob Paisley's Liverpool, Edinburgh 2004; The Miracle of Istanbul, Edinburgh 2005 (mit S. Hopkins).