Vorwort
Aufgezeichnete Geschichte ist das Gedächtnis der Völker. Im Leben eines jeden Volkes kommen Augenblicke, in denen die Erinnerung an die eigene Geschichte notwendig wird. Die Jahrtausendwende war ein solcher Moment, ein tiefer Einschnitt, ein Schlussstrich unter zwei Jahrtausende Menschheitsgeschichte. Grund genug für eine Bilanz der jüngsten Ereignisse und einen nachdenklichen Blick auf zehn Jahrhunderte, die hinter uns liegen.
Diese Chronik möchte dem Leser ein Kompendium historischen Wissens an die Hand geben, das nicht nur seinem Interesse für geschichtlich relevante politische Ereignisse gerecht wird, sondern auch wirtschaftliche, kulturelle, geistige und soziale Fragen angemessen berücksichtigt - »Welt-Geschichte« in einem umfassenden, universalhistorischen Rahmen. Globale Veränderungen in der Gesellschaft und in den Beziehungen der Menschen zueinander werden erfasst und dargestellt: sei es die Entwicklung neuer Staatswesen, die Wandlung ihrer Völker oder der rasante Fortschritt auf den Gebieten Medizin, Naturwissenschaften, Industrie und Technik.
Wie mit einem Brennglas werden zweitausend Jahre Menschheitsgeschichte in das Gesichtsfeld des Lesers gerückt. Bei dieser Darstellung wird neben den großen geschichtlichen Ereignissen aber auch die Alltagsgeschichte berücksichtigt, die mitunter viel häufiger den Geist einer Epoche treffend darstellt: Die Erinnerung an eine Schlagermelodie, an den Inhalt eines Buches, eines Filmes oder eines Theaterstücks wird wieder wach, eine Naturkatastrophe oder ein Emotionen wachrufendes Verbrechen wird wieder in Erinnerung gebracht.
Das moderne Wissen friedlich zu nutzen und die nicht minder großen Risiken der Gegenwart verantwortungsbewusst zu bewältigen ist nur möglich bei einer kritischen Rückbesinnung auf das spezifisch Menschliche, auf unsere Geschichte. Das vorliegende Werk will dazu einen grundsätzlichen Beitrag leisten.