Warenkorb anzeigen
 
 
im Gesamtkatalog   nur in Geowissenschaften > Mineralogie & Petrographie
   
 
     
  Architektur
Bau- & Umwelttechnik
Belletristik
Betriebswirtschaft
Biologie
Briefe, Bewerbung, Rhetorik
Chemie
Entspannung & Meditation
Esoterik & Anthroposophie
Essen und Trinken
Fitness, Aerobic, Bodybuilding, Gymnastik
Garten, Pflanzen, Natur
Geowissenschaften
Geschenkbücher
Geschichte
Gesundheit, Körperpflege
Heimwerken
Hobby, Freizeit, Natur
Informatik & EDV
Innenarchitektur & Design
Journalistik & Presse
Kinder- & Jugendliteratur
Kunst
Lebensführung
Literaturwissenschaft
Lyrik, Dramatik, Essays
Management
Mathematik
Mechanik & Akustik
Medien & Kommunikation
Medizin & Pharmazie
Musik
Nachschlagewerke
Naturmedizin & Homöopathie
Naturwissenschaft & Technik
Partnerschaft, Beziehungen
Pädagogik
Philosophie
Physik & Astronomie
Politik, Gesellschaft, Arbeit
Psychologie
Recht
Reise
Religion
Romane, Erzählungen & Anthologien
Sachbuch / Ratgeber
Schule & Lernen
Soziologie
Sport
Sprachwissenschaft
Steuern
Technik
Theater, Ballett & Film
Tiere
Tiermedizin
Umwelt, Land- & Forstwirtschaft
Verlagswesen, Buchhandel, Bibliothekswesen
Völkerkunde & Volkskunde
Werbung & Marketing
Wirtschaft
 
 
 

Design, Architektur & bildende Kunst
Aktuelle Buchempfehlungen

 
   
 
 
   
Buchcover Titelblatt Vorwort Klappentext Inhaltsverzeichnis Autor 
 

 


vergrössern
Weiterempfehlen
Das Buch von den Steinen
Neu   25.00 EUR   In den Warenkorb

 
 
 

EINFÜHRUNG - VORWORT


Das naturkundlich-medizinische Werk Hildegards, der "Liber Subtilitatum diversarum naturarum creaturarum" (LSu) umfaßt zwei Teile: den "Liber simplicis medicinae" (LSM = "Physica"), eine Naturkunde der einfachen Heilmittel, und den "Liber compositae medicinae" (LCM = "Causae et Curae"), das Buch der zusammengesetzten Heilmittel, geordnet nach Krankheiten, deren Ursachen und Heilung. Die Echtheit dieser zwischen 1152 und 1158 verfaßten Schriften ist gesichert, doch läßt sich die ursprüngliche Textgestalt aus den bisher bekannt gewordenen Handschriften (Hss.) nicht eindeutig ermitteln.

"Die Basis des LSu ist nicht die Vision, sondern die natürliche Erkenntnis und Erfahrung" (Schrader u. Führkötter 1956, 58). "Beide Werke gehören nicht zu den Visionsschriften" (Führkötter 1989, 225). Dies gilt mit Nachdruck auch für das IV. Buch "Von den Steinen".

Es behandelt Minerale und Gesteine, vornehmlich "edel Gesteine, das heißt adeliges, edles, herrliches, deshalb auch kostbares Gestein, seit dem 14. Jahrhundert auch in einem Wort geschrieben: edelstein" (Lüschen 37).

In den Mittelpunkt der Edelsteineigenschaften rückt Hildegard den für jeden Stein komplexen Entstehungsprozeß und die medizinisch-magischen Wirkungen. Im Hintergrund bleibt demgegenüber die allegorische Deutung der Edelsteine, doch weist Hildegard in der Vorrede auf den moralisch-geistlichen Bezug des ganzen Stoffbereichs hin.

Zur Quelle des natürlichen Wissen der Zeit über die Steine gehören sowohl die Bibel - hier weniger auffällig als im Buch "Von den Tieren" - als auch pagan-antike und ma. Lapidarien. Es legte sich daher nahe, auch in dieser Studie überlieferungsgeschichtliche Zusammenhänge zu prüfen und den Hildegard-Text mit den überkommenen Steintexten zu vergleichen. Der Vergleich brachte Einzelzüge ans Licht, die in ähnlicher, verwandter oder vergleichbarer Form in Hildegards Steinbuch Eingang gefunden haben.

So wird z.B. das außerordentliche Grün des "Smaragdus" in den literarischen Quellen des Altertums und Mittelalters als charakteristisches Merkmal des lebhaft grünen Steines in übereinstimmender Weise lebendig und anschaulich beschrieben. Ebenso gehen Hildegards Ansichten über die Eigenschaft des "Magnes" (Magnetsteins), Dinge anzuziehen und festzuhalten, mit der schriftlichen Tradition konform.

Eine Tradition der genannten Art weist auch der "Ligurius" auf, dessen merkwürdige Entstehung aus dem Harn des Luchses alle Hss. beschreiben. Die Stoffgeschichte des Luchssteins, des ersten Steins in der dritten Reihe des hohenpriesterlichen Brustschildes, überliefern antike Autoren wie C. Plinius Secundus d.Ä., Solinus, Aelianus und nach ihnen ma. Autoritäten wie Isidorus von Sevilla, Beda Venerabilis, Hrabanus Maurus und Marbod von Rennes.

Der Entstehungsprozeß des "Cristallus" aus "bestimmten gefrorenen Wassern" ist unverwechselbar hildegardisch, doch haben auch schon nach antiker Lehre äußere Einwirkungen am Entstehungsort des Steins, wie Eis, Schnee und Wasser, einen direkten Einfluß auf dessen Werden.

In gleicher Weise erwähnen die Alten die blutstillende Wirkung des roten oder rötlichen "Cornelion" und die des "Jaspis", die beide nach Hildegard das Nasenbluten stillen.

Der Bestand der von Hildegard überlieferten Bezeichnungen leitet sich in erster Linie von den biblischen Edelsteingruppen ab. Darüber hinaus werden die lat. Bezeichnungen "prasius" (Prasem), "magnes" (magnetischer Stein), "marmor", "calx" (Kies, Kalkstein, Kalk) und das mittellat. "alabastrum" (Alabaster) gebraucht. In zweiter Linie folgen Namen heimischen Ursprungs, darunter "b(p)erle(i)n" (Flußperlen), "gri(e)szstein" (Sandstein), "calc(k)stein" (Kalkstein), "duck(h)stein" (Tuffstein), "wacke(i)n" (Feldstein) "et similes" (u. ähnliche), also Steine im landläufigen Sinn bzw. solche des praktischen Lebens.

Geistliche Interpretationen der Steine sind selten. Eine Ausnahme machen die christlichen Elemente in den "Heilssprüchen" und die Heilzeremonien, die unter dem Zeichen des Kreuzes vor sich gehen.

Auch die Farben der Steine, die in den literarischen Quellen stark variieren, lassen sich aus Hildegards Ausführungen erschließen. Ihre Darstellung der Entstehungsgeschichte der Steine, deren Wachsen in Tages- und Nachtzeiten von atmosphärischen Ausstrahlungen, Stimmungen oder Störungen, wie etwa einer Mondfinsternis, beeinflußt wird, gibt Anhaltspunkte für die Farbendeutung. Die Namen der Steine in den Kapitelüberschriften genügen jedoch nicht, um die "zu verschiedenen Zeiten, verschieden beantwortete]" (Lüschen 37) Frage nach der (einfachen oder komplexen) Farbe des betreffenden Steins zu klären.

In Verbindung mit den Eigenschaften der Steine stehen Hildegards Belehrungen über die medizinischen und magischen Kräfte der Steine, die unter dem Aspekt betrachtet werden, ob sie zu Heilzwecken geeignet oder ungeeignet sind. Dementsprechend werden zahlreiche Steine in übertragenen Arzneiformen gegen körperliche und zerebrale Funktionsstörungen angewandt, wobei auch Praktiken des "Besprechens" in Form von Gebeten, Segenssprüchen und Beschwörungen empfohlen werden. Eine diesbezügliche Textstelle, die dem religiösen und abergläubischen Bereich zugeordnet werden kann, liefert die Verwendung des Smaragds.

"Und wenn jemand, von der Fallsucht (caducus morbus) überwältigt zu Boden fälllt, dann schiebe ihm, der so am Boden liegt, einen Smaragd in den Mund, und sein Geist wird wieder aufleben. Und nachdem jener aufgestanden ist und diesen Stein aus dem Mund genommen hat, soll er ihn aufmerksam anschauen und sprechen: "Wie der Geist des Herrn den Erdkreis erfüllt hat, so erfülle er das Haus meines Körpers mit seiner Gnade und vertreibe den Teufel aus ihm, auf daß es niemals mehr erschüttert werden kann." Das soll er auch die neun folgenden oder mehr Tage morgens tun, und er wird geheilt werden" (Struck 7,8-17; Migne 1249C-1250B).

Hildegards Verständnis und Bewertung der Steine als Heilmittel beruht weitgehend auf der antiken Elementenlehre, die jedoch umgeformt und in Hildegards eigene Denk- und Sichtweise eingeschmolzen wird.

"Ein Mensch, der heftige Magenschmerzen hat, lege den Ligurius für eine kurze Stunde in Wein oder Bier oder Wasser und nehme ihn dann heraus. Die Flüssigkeit wird von den Kräften des Steins durchzogen, so daß sie von ihm ihre Kraft empfängt. So verfahre man fünfzehn Tage lang und gebe dem Kranken ein wenig davon zu trinken..." (Struck 74,5-12; Migne 1263AB).

Es ist bemerkenswert, daß Hildegard die Heilwirkung des Ligiurius, dessen Existenz schon von Plinius bezweifelt wurde, an die mineralische Substanz dieses Steins knüpft.

Während in der 1. und 2. Auflage unsere Übersetzung der von Daremberg und Reuss für die PL besorgten Edition als der damals einzigen greifbaren Ausgabe der "Physica" folgte (J. P. Migne, Patrologiae cursus completus, series latina, Bd. 197, Paris 1882, Sp. 1247C-1266B) gibt die hier vorgelegte Übersetzung den in der Zwischenzeit von Raimund Struck edierten lat. Text des hildegardschen Steinbuches wieder. Struck legte seiner Ausgabe den Text der Florentiner Hs. (s. u. S. 39 ff.) zugrunde, die nicht nur in einzelnen Wendungen vom Migne-Text abweicht, sondern auch zahlreiche Passagen aufweist, die bei Migne fehlen. Im Vergleich zur 1. und 2. Auflage ist daher die neue Übersetzung um ca. ein Viertel umfangreicher. Erweitert wurde auch der erklärende Teil: zahlreiche Anmerkungen, Erläuterungen und Tabellen sind neu hinzugekommen. Ferner wurde die zwischenzeitlich erschienene Literatur eingearbeitet.


Herrn Vollmann gilt mein aufrichtiger Dank. Sein unbestechliches Urteil und seine fachliche Kritik in Fragen der Textinterpretation ist der dritten Auflage in vielfältiger Weise zugute gekommen. Der Verfasser hat von der Erfahrung des Herrn Vollmann in philologischer Hinsicht in den nach seiner Emeritierung verfaßten Büchern viel profitiert.

Herrn W. Weiskirchner (†), Institut für Mineralogie, Petrologie und Geochemie der Universität Tübingen, danke ich für die Auswahl der Steine, Herrn M. Grohe für die Herstellung der Fotografien.

Ich danke Frau G. Faiß für die fortwährende Sorgfalt und Umsicht beim Schreiben des Manuskripts, Frau G. Hinrichs für die aufmerksame Durchsicht der Arbeit und dem Otto Müller Verlag, Salzburg, für die seit 1959 konstruktive Zusammenarbeit.




 
   


Newsletter bestellen


 
    Titelempfehlungen aus dem Sachgebiet Mineralogie & Petrographie:
 
       
Reinschauen  

Minerale und Gesteine
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Gesteinskunde
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Noch mehr Strandsteine
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Strandsteine
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Auf Fossiliensuche an der Ostsee
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Der Bernsteinmagier
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Mineralien aus aller Welt
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Farbatlas Fossilien
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Bodenkunde
Reinschauen  

 
   
 
    Weitere relevante Titel in Geowissenschaften:
 
       
Reinschauen  

Sedimentgesteine im Gelände
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Die Eifel - NATÜRlich gut. Trilobiten
Reinschauen  

 
   
Reinschauen  

Nördliche Rhön
Reinschauen  

 
   
Weitere relevante Titel anzeigen im Sachgebiet Geowissenschaften  
   

 
 
 
Einkaufen so komfortabel wie in der Buchhandlung: blättern und lesen im Buch vor dem Kauf. Bestellen Sie bei Gefallen das gewünschte Buch über den Onlineshop.
 
© 2000 - 2012  www.DeutschesFachbuch.de