Vorwort
Die vorliegende Sammlung von Leitentscheidungen des Europäischen Gerichtshofes und des Gerichtes Erster Instanz der Europäischen Gemeinschaft entstand im Rahmen von Vorlesungen an der Universität Bern zum europäischen Wirtschaftsrecht. Sie dient der Begleitung und Vertiefung der Vorlesung und als Grundlage für die jeweils parallel durchgeführte Fallbesprechung. Dieser Band macht die Sammlung auch Behörden, Anwälten und Gerichten zugänglich; ein weiterer Band zum europäischen Verfassungsrecht ist in Vorbereitung. Aus der Fülle der heute elektronisch ohne Weiteres greifbaren Entscheidungen beschränken sie sich auf wegleitende Entscheidungen, die zugleich zu Richt- und Eckpunkten des europäischen Gemeinschaftsrechts geworden sind und immer wieder als Präjudizien für die Beurteilung neuer Sachverhalte als Grundlage und Ausgangspunkte verwendet und herangezogen werden müssen. Das gilt auch für die Schweiz im Rahmen einer europakompatiblen Auslegung des schweizerischen Rechts, wie es teils autonom, teils auf Grund von staatsvertraglichen Verpflichtungen praktiziert wird. Die Sammlung und ihre Hinweise auf weiterführende Literatur sollen die Studierenden und die Praxis bei ihrer Arbeit erleichtern und sie im Prozess der Rezeption und Integration des Europarechts unterstützen.
Die Fallsammlung ist über mehrere Jahre entstanden. Sie wurde immer wieder aktualisiert und zu Beginn der Vorlesung auf den neusten Stand gebracht. Frau Dr. Alexandra Dengg und Frau Dr. Maya Hertig Randall, heute Professorin an der Universität Genf, haben wesentlich dazu beigetragen. Ohne ihre Vorarbeiten wäre der heutige Band nicht entstanden. Wir danken Frau Stefanie Kurt, BLaw und Herrn Alexander Spring, MLaw für ihre Mitwirkung bei der Editierung und Durchsicht der Fälle und des Manuskriptes in Hinblick auf die Drucklegung. Wir danken dem Verlag Staempfli und Frau Sandra Hadorn für die Betreuung des Projektes. Unser Dank geht schliesslich an die zahlreichen Studierenden, die uns über Jahre mit Engagement und Interesse an diesen Fällen dazu ermutigt haben, das Europarecht auf Grund von Fällen zu erarbeiten und diese als Grundlage für die Schulung des juristischen Denkens in komplexen Konstellationen in den Vordergrund zu stellen.
Bern, im November 2008 Thomas Cottier
Rachel Liechti-McKee Samuele Scarpelli