Vorwort
Aufgaben können sehr unterschiedlich angegangen und gelöst werden. Vieles wird routinemässig erledigt, manches rezeptartig. Bei nicht alltäglichen Problemstellungen ist man oft genötigt, die Gedanken zu ordnen und über Lösungswege nachzudenken. Häufig handelt man aber dennoch intuitiv, spontan. Dass dabei dem Handeln in der Regel auch methodisches Vorgehen zugrunde liegt, mag kaum bewusst sein. Dies gilt auch hinsichtlich raumplanerischer Tätigkeiten.
Raumplanung ist in dreierlei Hinsicht eine besondere planerische Tätigkeit:
| • | Die planenden Behörden und die Planungsfachleute üben diese Tätigkeit in der Regel nicht für sich, sondern bezogen auf ein definiertes Gebiet bzw. für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe aus, z.B. für eine Gemeinde. | |
| • | Planen führt damit selten direkt zum Handeln, da in der Regel die planende nicht zugleich die handelnde Instanz ist und das Resultat planerischen Handelns häufig auch lediglich den Rahmen definiert, d.h. den Handlungsspielraum der Akteure, z.B. der privaten Grundeigentümer, festlegt. | |
| • | Es gibt hierzu wenig routine- und rezeptartige Lösungen, vieles muss spezifisch für den einzelnen Ort und "massgeschneidert" entwickelt werden. | |
Raumplanungsresultate müssen gegenüber der Öffentlichkeit erklärt und begründet werden. Mit all diesen Besonderheiten verbunden, besteht die Notwendigkeit, dass die Planungsfachleute sich oft selber sowie gegenüber Behörden und Bevölkerung detailliert Rechenschaft über die Planungsprozesse abgeben müssen. Sie sind sich möglicherweise kaum bewusst, dass sie dabei sehr methodisch vorgehen.
Die Auswahl der beschriebenen Methoden erfolgte mit Blick auf das Ziel, jenes methodische Denken und Handeln zu schulen, das in der kommunalen Raumplanung besonders angewendet wird bzw. aus Sicht des Autors zur Anwendung kommen sollte.
Das vorliegende Lehrbuch kam aufgrund verschiedener Forschungs- und Planungsarbeiten zustande, die von der KTI, Kommission für Technologie und Innovation, sowie von der HSR unterstützt wurden. Besten Dank.
Es ist mir ein grosses Anliegen, an dieser Stelle auch meiner Mitarbeiterin Alma Sartoris ganz herzlich zu danken; sie war hauptverantwortlich für das Projekt Michelsamt und hat mir geholfen, die Planungsgeschichte für die einleitenden Kapitel aufzuarbeiten. Ralf Züger bin ich dankbar für die Durchsicht und die Zusammenstellung des Stichwortverzeichnisses. Ein grosser Dank gilt auch Bernd Knappmann, dem Lektor beim vdf-Verlag, für die sorgfältige Durchsicht des Manuskripts und für die wertvollen Hinweise bei der Schlussredaktion.
| Rapperswil, April 2006 | Kurt Gilgen |