VORWORT
Diese kleine Sammlung verdankt ihr Entstehen einem doppelten Anstoß. Einmal dem Büchlein "Stüfchen, Eminenz", Anekdoten rund um den Kölner Dom, gesammelt von Friedhelm Hofmann (dem ehem. Kölner Dompfarrer und jetzigen Weihbischof). Es erschien im Frühjahr 1992. Durch dessen Lektüre wurde bei mir, so möchte ich es sagen, eine Lawine von Erinnerungen losgetreten. Und diese Erinnerungen haben in erster Linie mit Begebenheiten aus der Amtszeit von Erzbischof und Kardinal Josef Frings zu tun. Hin und wieder aber kommen Personen ins Spiel, die während eben dieser Amtszeit im Dienst der Kölner Ortskirche standen.
Für einige Vorkommnisse bin ich selbst Zeuge. Die meisten Ereignisse jedoch - und hier war sein Todestag der zweite Anstoß - verdanke ich dem langjährigen Liturgik-Professor am Kölner Priesterseminar, DDr. Theodor Schnitzler. Vielen ist er auch als Pfarrer von St. Aposteln in Köln und als Begründer der Kölner Liturgieschule (und deren erster Leiter) in Erinnerung.
Theodor Schnitzler, mir und meiner Familie lange Jahre hindurch eng verbunden, war für mich der unermüdliche Überlieferer von Anekdoten über Kardinal Frings. Deshalb sei auch diese Sammlung ihm dankbar gewidmet. Die Anekdoten haben alle einen sehr hohen Wahrscheinlichkeitsgehalt. Theodor Schnitzler hat sie zu einem nicht geringen Teil miterlebt bzw. von bischöflichen und priesterlichen Mitbrüdern - oft unmittelbar, nachdem sie sich ereignet hatten - berichtet bekommen und sie festgehalten. Er konnte sie meisterhaft erzählen.
Möge diese Sammlung - vor allem, wenn Kardinal Frings selbst handelt oder zu Wort kommt - in dem Jahr, da sich sein Todestag zum 25. Male jährt, das Andenken an einen Kölner Erzbischof und Kardinal der Kirche wachhalten, der vor 60 Jahren sich dem Wahlspruch verpflichtete:
PRO HOMINIBUS CONSTITUTUS - FÜR DIE MENSCHEN BIN ICH DA
So haben wir ihn erlebt! Voller Ironie war er. Er konnte über andere lachen, aber auch über sich selbst. Sein Humor kam von Innen. Er lag nie vor sich auf den Knien. Vor anderen auch nicht. "Hä wor einer vun uns", sagen die Kölner noch heute!
Düsseldorf-Kaiserswerth, im Frühjahr 2003
JOACHIM KETTEL