Vorwort
Sie lieben Musik und möchten diese auch unterwegs im Auto genießen? Dann finden Sie in diesem Buch die richtigen Tipps, damit Ihre Auto-HiFi-Anlage ordentlich klingt.
Es gibt sehr unterschiedliche Klang-Geschmäcker. Damit Ihnen die gewählte Auto-HiFi-Anlage später klanglich gefällt und damit Sie Ihr Geld nicht nutzlos zum Fenster rauswerfen, brauchen Sie eine gute Beratung. Das kann ein kompetenter Fachhändler prinzipiell am Besten. Und er wird Sie auch recht neutral beraten - zumindest innerhalb der Angebotspalette der Marken, mit denen er sich auskennt und die er in seinem Laden anbietet.
Eine breitere Markenkenntnis haben die Fachzeitschriften. Aber sie testen die Geräte meist einzeln und selten im Verbund mit anderen Einheiten. So können sie dann zwar sagen, welcher im Vergleichstest der beste Verstärker oder Lautsprecher ist, aber das bezieht sich insbesondere auf die gewählte Testumgebung. Und die ist bei manchen Magazinen nicht einmal immer ein Auto. Oft werden die Geräte, der einfachen Handhabung wegen, im Labor oder im Heim-HiFiHörraum verglichen. Da können schon mal wichtige Wechselwirkungen mit dem Auto verloren gehen. Gut ist es, wenn die Zeitschriften die Eigenschaften der geprüften Geräte möglichst genau beschreiben; dann kann man bei der Vorauswahl gezielt ein Analgenkonzept zusammenstellen. Beispielsweise sollte man mit Frontlautsprechern, die in der vorgesehenen Einbauposition eher spitz klingen, einen Verstärker kombinieren, der eher voll und rund klingt und sich bei Hochtonverzerrungen zurückhält. Es sei denn, man mag einen deutlich überbetonten Hochtonbereich.
Da ist der springende Punkt: Sie müssen sich zunächst erst einmal klar werden, was Sie von Ihrer Car-Audio Anlage wirklich erwarten. Wie hoch soll die Dynamik bzw. Maximallautstärke sein? Wie räumlich oder authentisch soll sie klingen? Soll sie bei Lust und Laune auch mal das Zwerchfell massieren können? Oder soll sie vor allem Nachrichten und den Verkehrsservice gut verständlich wiedergeben? Reicht Ihnen Hintergrundmusik beim Fahren? Wollen Sie sich auch einmal auf dem Parkplatz einen Film in Kinolautstärke ansehen und nachher den Motor wieder starten können? Wieviel Platz soll im Kofferraum erhalten bleiben? Darf man Teile der Anlage sehen können (Diebe wollen ja schließlich wissen, wofür sie das Auto aufbrechen)? Schwieriger und teurer wird es, wenn Sie offenbar gegensätzliche Forderungen umsetzen möchten. Im ersten Kapitel werde ich verschiedene Hörertypen definieren und hoffe, Sie finden sich in einer dieser Kategorien wieder. So lässt sich dann eine gezielte Beratung aufbauen.
Trotz aller Bemühung um Neutralität wird meine Beratung in diesem Buch - wie bei anderen Fachleuten auch - nicht völlig frei von subjektiver Meinung sein können. Auch ich habe nicht alle Geräte aller Marken ausprobiert und daher ist meine Erfahrung zwangsläufig begrenzt. Außerdem kommen täglich Neuheiten auf den Markt. Ich werde mich auf markenunabhängige Eigenschaften und Messwerte beschränken, um möglichst neutral zu bleiben. Die Eingruppierung gemäß der verlangten Eigenschaften lässt sich bei manchen Zeitschriftentests direkt nachlesen, bei anderen findet man oft zwischen den Zeilen dezente Hinweise. Meine Beispiele resultieren aus den gemachten Erfahrungen in den Jahrzehnten meiner Tätigkeit als Entwickler und in der Beratung von Konsumenten, Fachhändlern, Handelsvertretern, Vertrieben und Herstellern. Gerade die Jahre der Hotline für einen Vertrieb waren sehr hilfreich, bekommt man doch einen guten Überblick über den Informationsbedarf in der Branche. Insbesondere bekommt man mit, dass es in unserem Land an Einem besonders fehlt: an kompetentem, aber freundlichem Beratungsservice. Ich kann aus eigenem Erleben (besonders an viele Vertriebe gerichtet) sagen: Solcher Service schafft treue Anhänger und einen exponentiell wachsenden, zufriedenen und nachhaltigen Kundenkreis! Und solche Merkmale sind dem »Verbraucher oft wichtiger als minimale Unterschiede der Klangeigenschaften verschiedener Marken. Zumal letztlich der Klang einer Car-Audio Anlage weit mehr von der richtigen Gerätekombination, der Einbauposition und der Sorgfalt des Einbaus als von den Eigenarten der einzelnen Komponenten abhängt. Genau hier soll das vorliegende Buch aufklären. Wenn dann schließlich die Musik im rollenden Konzertsaal (fast) so authentisch klingt wie im richtigen Konzertsaal, dann hat sich die Mühe gelohnt und es stellt sich bei jeder Autofahrt ein Glücksgefühl ein.
Meine Bitte um Vergebung an die Leute, die schon lange auf mein Buch gewartet haben - ich habe 1994 damit begonnen und hatte (und habe) einfach noch zu viele andere Jobs.
Mein besonder Dank an:
Andreas Millitzer, in dessen Opel Manta ich die erste wirklich audiophil klingende Car-HiFi-Installation mit extremem Maximalschalldruck realisieren durfte. Dieser Manta brachte es neben anderen Erfolgen bis zur Titelgeschichte der allerersten Ausgabe der CAR&HIFI!
Dirk Mulert, den ich beim Aufbau der Tricom unterstützte, was mir wiederum die Möglichkeit bot, mit einem großen Teil der internationalen Car-Audio-Szene direkte Zusammenarbeit pflegen zu dürfen, was mein Fachwissen spürbar erweiterte. Im Zuge dessen durfte ich in den 90er Jahren helfen, die deutsche Car-HiFi-Szene zu etablieren.
Wolfgang Seikritt, Braun-Lautsprecherentwickler, Gründer von Heco und Mitbegründer des 1972 gegründeten Lautsprecherherstellers Canton, der mich in die Sphären des deutschen Heim-HiFi einführte und der sich das Treiben schon eine Weile vom Himmel aus betrachtet.
Andreas Schönberg, der zunächst meine Monsterkabel nicht wollte und später nicht nur zu einem der erfolgreichsten Vertriebsprofis der Branche wurde (bis Ende 2008 Vertriebsleiter bei JVC), sondern auch zu meinem besten Freund. Er ist immer erst dann zufrieden, wenn ich glaube, »nun wirklich absolut« nicht mehr weiter zu wissen.
Allen Leuten, die ich in meinen gut zehn Tricom-Jahren und danach kennen- und schätzen lernen durfte, angefangen mit Dirks Bruder Klaus Mulert bis hin zu Noel »Head Monster« Lee, (Monster Cable), Matthiew Polk (Lautsprecherhersteller Polk Audio) oder Gene Cerwinski (Cerwin-Vega), letztere Gründer ihrer Unternehmen mit Weltgeltung, die mich in ihren engsten Entwicklerkreis aufnahmen. Und den vielen weiteren Menschen, deren Bekanntschaft gemacht zu haben mich in 99% der Fälle noch heute freut. Und dank meines Engagements in der Car-HiFi-Welt kommen täglich neue hinzu.
Hervorheben möchte ich nicht ohne Stolz meine drei Meisterschüler und engen Freunde:
Dirk Kuxhausen, mehrfacher Deutscher Meister und Europameister, in dessen Autos viele meiner Experimente stattfanden, die dann dank seines Anspruchs, erst mit 100% zufrieden zu sein, aber auch dank seiner unermüdlichen 1 A-Schrauberkünste zu wirklich neuen Erkenntnissen führten,
Chris Körbel, Kopf der Fulda-Gäng, ebenfalls mehrfacher Meister und ein (ge)wichtiger Mann der intl. Sound-Off Szene, dessen konstruktive Kritik mich immer wieder über die Grenzen des bis dato Üblichen trieben,
Michael »The Big Oki« Müller, unzählige Meistertitel in Deutschland, Europa und den USA; heute einer der bekanntesten Macher in der dB-Drag Szene. Er blies meine Vorurteile gegen »laut« beiseite und verblüfft mich immer wieder, weil er keinesfa-Us auf guten Klang verzichtet. Er etablierte seinen Begriff »Üüüühh!!!« zu einem weltweiten Erkennungslaut der Fan-Gemeinde.
Besonderer Dank gilt auch meinem mir freundschaftlich verbundenen Lektor René Roland Katterwe, dem Mitbegründer und langjährigen Chefredakteur der Fachzeitschrift CAR&HIFI, der das Lektorat dieses Buchs sowohl sprachlich und inhaltlich sehr kompetent als auch ausgesprochen engagiert realisiert hat. Und mir dabei meinen eigenen Stil weitestgehend erhalten hat.
Auf weitere Namensnennungen möchte ich verzichten, sonst müssten Sie noch etliche Seiten lesen über Leute, mit denen ich es meistenteils auch heute noch ausgesprochen gerne zu tun habe. Schade, dass ich inzwischen manche aus den Augen verloren habe. Ich hoffe, sie sind gesund und glücklich. Gruß in den HiFiHimmel, Heiko!
Ihr Klaus Methner