Vorwort
Dankbar denke ich an mehr als fünfzig Lebensjahre zurück, in denen mich alljährlich im Frühjahr der Vogelgesang in seiner Mannigfaltigkeit und Schönheit begeistert hat. Durch die enge Verbindung mit den Sängern und ihren Stimmen hatte ich oft das Gefühl, als würden mir besonders aus der Klangwelt der Natur Lebensenergien zufließen. Ich bin überzeugt, dass das auch für andere Bereiche des Naturgeschehens gilt, wenn wir uns intensiv mit ihnen verbinden. Wichtig scheint mir zu sein, dass wir eine dem Forschungsinhalt angemessene Arbeitsmethode finden, die also den lebendigen Naturerscheinungen entspricht. Dazu gehört eine gewissenhafte phänomenologische Herangehensweise und die Tatsache, dass wir bei dem Blick auf das Detail nicht den lebendigen Zusammenhang verlieren. Das bedeutet aber auch - und das muss einer wissenschaftlichen Forschungsweise nicht im Wege stehen -, sich Naturphänomenen mit Begeisterung, Hingabe und Geduld, mit Staunen und Ehrfurcht zu nähern. So möchte dieses Buch tiefer in die Lebensbereiche der Singvogelwelt einführen und das Interesse und die Freude an dieser musikalisch begabten Tiergruppe fördern.
Dieses Buch verdankt sein Entstehen der Hilfe verschiedener Menschen, die mich nicht nur vielfältig angeregt haben, sondern die mich auch immer wieder ermutigten, wenn es galt, unvermeidliche Rückschläge zu bewältigen. Danken möchte ich den Exkursions- und Tagungsteilnehmern, wie auch meinen Freunden, besonders Bettina und Christoph von Stietencron, die meine Arbeit kontinuierlich begleitet und unterstützt haben.
Insbesondere möchte ich die zahlreichen anregenden «Tischgespräche» mit dem Stuttgarter Geigenbauer Antoine Muller erwähnen, die sehr häufig um das Thema Singvögel und Musik kreisten und nicht selten den Werdegang des Manuskripts zum Inhalt hatten. Für sein fortlaufendes Interesse an dem Buch und seine anregenden Fragen und Einwendungen möchte ich mich herzlich bedanken.
Großer Dank gilt dem Freund und Vogelkenner Rudolf Donner, durch den ich wichtige Hinweise erhalten habe. Er hat den gesamten Werdeprozess des Buches mit großer Hingabe und Sachkenntnis begleitet und für das gesamte Manuskript mehrfach Korrektur gelesen; sein großes Engagement und seine vielfältigen Ratschläge haben sehr zum Gedeihen des Buches beigetragen.
Vor allem habe ich Priv. Doz. Dr. Bernd Rosslenbroich, Leiter des Instituts für Evolutionsbiologie und Morphologie der Universität Witten/Herdecke, zu danken. Während der letzten drei Jahre hat er mich in meinem Bemühen, den Autonomiegedanken in der Singvogelentwicklung deutlicher herauszuarbeiten, wesentlich unterstützt und gefördert. Darüber hinaus hat er sich, trotz seiner zahlreichen beruflichen Verpflichtungen, auch der Mühe unterzogen, das gesamte Manuskript durchzusehen. Seiner konstruktiven Kritik habe ich sehr viel zu verdanken, und es war mir während der ganzen Zeit eine große Hilfe, in ihm einen kompetenten Ansprechpartner zu haben. Dass das Buch in dieser Form erscheinen kann, ist nicht zuletzt auch sein Verdienst!
Für die gute Zusammenarbeit möchte ich mich bei dem Verlagsleiter Jean-Claude Lin, dem Lektor Martin Lintz und dem Hersteller Thomas Neuerer bedanken, die meinen Wünschen großzügig entgegenkamen und die alle wesentlich dazu beigetragen haben, dass dieses Buch in einer so schönen Gestalt herausgegeben werden kann.
4. März 2009
Walther Streffer