Vorwort
Messen, Wiegen und Rechnen begleitet den angehenden Pharmazeuten vom ersten Semester an, und für die spätere Berufsausübung ist der sichere Umgang damit unabdingbar.
In der Berufspraxis sind die Anforderungen an die Rechenkünste höchst unterschiedlich. Das Mischen von Lösungen, Kalkulieren eines Dosierungsintervalls oder Berechnungen aus dem Bereich der Ernährungslehre zählen nicht immer zu den Routinearbeiten des Apothekers, dennoch wird bei diesen Fragen von jedem Pharmazeuten eine zuverlässige und schnelle Antwort erwartet. Die wichtigsten Rechenoperationen aus den verschiedenen Bereichen der Pharmazie in einem Werk zusammenzustellen, lag nahe.
Die ersten beiden Kapitel, Rechnen in der Chemie und Pharmakokinetik, richten sich hauptsächlich an Pharmaziestudenten, aber auch an berufserfahrene Kollegen. Die Berechnung chemischer Mengen oder das Mischen von Lösungen steht ganz am Beginn der pharmazeutischen Ausbildung, und häufig ist später im Apothekenlabor eine Auffrischung der Kenntnisse hilfreich. Die im Grundstudium vermittelten Kenntnisse über Red-Ox-Gleichungen, das Mischen von Lösungen und die Maßanalyse sind ebenso enthalten wie Beispiele aus der Stöchiometrie.
Die Herstellung von patientenindividuellen Zubereitungen und das Therapeutische Drug Monitoring (TDM) finden zunehmend Verbreitung in der pharmazeutischen Praxis, und das Fach Klinische Pharmazie hat sich in der universitären Ausbildung etabliert. Das Buch stellt anhand von Fallbeispielen die Berechnung pharmakokinetischer Parameter dar, wie sie z.B. zur Abschätzung eines Dosierungsintervalls notwendig sind und erklärt ausführlich den Zusammenhang von Halbwertszeit, Eliminationskonstante, Plasmaspiegel, Verteilungsvolumen und Clearance.
Ein weiteres Kapitel widmet sich Berechnungen und Formeln aus dem Gebiet der Ernährung. Zusammengestellt sind hier Energie-Einheiten, Nährstoffdichte, Energiebedarf und die Beurteilung des Körpergewichts nach Broca und dem Body-Mass-Index. Der kurze Exkurs zur Berechnung von Zuschlag und Spanne mag auch für den Praktikanten oder Auszubildenden hilfreich sein.
Insbesondere die in jedem Kapitel enthaltenen Fallbeispiele aus dem Bereich der Pharmakotherapie, wie sie bisher in deutschsprachigen Lehrbüchern selten zu finden sind, unterstützen das patientenorientierte Einüben pharmakokinetischer Berechnungen.
Autoren und Verlag
Eschborn, Oktober 2002