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Chemische Nomenklatur
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Vorwort

Die meisten Kollegen und Wissenschaftler angrenzender Disziplinen, die ich kenne, stehen der chemischen Nomenklatur gleichgültig gegenüber oder haben gar eine starke Abneigung dagegen. Eine Ursache dafür ist sicher der Mangel an entsprechenden systematischen Einführungen in den Anfangssemestern der Studiengänge. Es ist schon bezeichnend, daß im Pharmaziestudium die chemische Nomenklatur von Gesetzes wegen zum Pflichtfach gehört, während meines Chemiestudiums jedoch nur einzelne Aspekte davon vermittelt wurden, die zudem teilweise falsch oder bereits überholt waren.

Dabei ist die chemische Nomenklatur, d. h. die eindeutige und korrekte Benennung chemischer Verbindungen, die Voraussetzung dafür, sich über das Fachgebiet zu verständigen, dem Kollegen oder dem Wissenschaftler anderer Disziplinen mitzuteilen, über welche Verbindung man gerade etwas Wichtiges zu sagen oder zu schreiben hat.

Das vorliegende Buch entstand aus dem Wunsch heraus, den Studierenden nicht nur mündlich die Grundlagen der chemischen Nomenklatur vermitteln zu wollen und nicht in jedem Semester erneut sagen zu müssen, daß sie den Inhalt des Seminars nur schwerlich nachlesen können (obgleich sich die Situation zwischenzeitlich gebessert hat).

Bei der Konzeption des Buches wurde ein neuartiges didaktisches Konzept verfolgt: Dem einspaltigen Text werden in einer zweiten Spalte passende Formelbeispiele unmittelbar zur Seite gestellt. Studierende können das nomenklatorische Regelwerk somit Satz für Satz am Beispiel nachvollziehen, wodurch sich der Lehrstoff auch dem Anfänger leicht erschließt.

Darüber hinaus soll das Buch dem in der Praxis stehenden Wissenschaftler als Anleitung dienen, einen systematischen Namen für eine Verbindung korrekt zu entwickeln. Schließlich wird es Chemielehrern empfohlen, damit bereits im Chemieunterricht der Schulen die aktuellen und richtigen Regeln Verwendung finden.

Bei der Fülle des heutigen Wissens kann das Gebiet der chemischen Nomenklatur hier verständlicherweise nicht vollständig abgehandelt werden. Um dem Anspruch an ein Lehrbuch gerecht werden zu können, ohne den Rahmen eines bezahlbaren Buches zu sprengen, mußte folglich eine Auswahl getroffen werden. Sollte der Leser daher spezielle Probleme mit Hilfe dieses Buches nicht lösen können, sei er auf die umfangreiche aktuelle Literaturliste im Anhang verwiesen.

Mein Dank gilt in erster Linie den derzeitigen und ehemaligen Studierenden der Pharmazie in Frankfurt und Jena, die durch ihre kritischen Fragen und Anmerkungen immer wieder Anlaß zu Verbesserungen am Konzept gegeben haben. Etliche der von ihnen konstruierten Beispiele haben Eingang in dieses Buch gefunden. Ferner bin ich Frau G. Kruse, Heidelberg, Herrn Dr. W. Liebscher, Berlin, und Herrn Dr. G. P. Moss, London, für interessante Diskussionen und Hinweise dankbar. Schließlich danke ich auch dem Govi-Verlag, und hier im besonderen den Herren Dr. A. Helmstädter und J. Seifert.

Offenbach am Main, im Januar 1998

Karl-Heinz Hellwich

Vorwort zur dritten Auflage

Nach dem großen Erfolg auch der im Frühjahr 2002 erschienenen, in einzelnen Abschnitten erweiterten zweiten Auflage dieses Buches war es nach nunmehr elf Jahren seit der Herausgabe der ersten Auflage an der Zeit, den gesamten Text des Buches zu überarbeiten und an die zwischenzeitlichen Entwicklungen in der chemischen Nomenklatur anzupassen. Für diese nicht selbstverständliche Möglichkeit danke ich dem Govi-Verlag außerordentlich.

So wurden neben einigen sprachlichen Verbesserungen und kleineren Korrekturen wesentliche inhaltliche Ergänzungen in den Abschnitten über Ester, Amide, Imine, Kohlensäurederivate, die radikofunktionelle Nomenklatur und die Darstellung von Formeln vorgenommen. Einige Abschnitte wurden der Neuausgabe der IUPAC-Nomenklatur der Anorganischen Chemie von 2005 angepaßt. Ferner wurden Formeln gemäß den neuen IUPAC-Empfehlungen zur zeichnerischen Darstellung aktualisiert. Ein neuer Abschnitt zur Kennzeichnung von Racematen und eine Tabelle mit Abkürzungen für Strukturfragmente in Formeln geben dem Leser zusätzliche Hilfestellung. Durchgängig sind auch viele Beispiele hinzugefügt und einige weitere durch instruktivere ersetzt worden. Schließlich wurden das Literaturverzeichnis auf den aktuellen Stand gebracht und das Sachverzeichnis deutlich erweitert. Unverändert blieben dagegen die Gliederung und das didaktische Konzept sowie einem - durch die weitestgehende Rücknahme der Rechtschreibreform als bestätigt geltenden - Wunsch der bisherigen Leserschaft folgend die bereits in der ersten Auflage verwendete Rechtschreibung.

Es ist sicherlich nicht möglich, alle zu nennen, deren Anregungen und Hinweise direkt oder indirekt in den überarbeiteten Text eingeflossen sind. Stellvertretend für sie alle bedanke ich mich ganz besonders bei Herrn Prof. R. Bückner, Freiburg, für die zahlreichen Anregungen und Verbesserungsvorschläge.

Offenbach am Main, im August 2008

Karl-Heinz Hellwich


 
   


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