Vorwort
Seit dem Zweiten Weltkrieg haben sich viele islamische Länder allmählich zu religiösen und politischen Großmächten entwickelt. Durch nie dagewesene Migration sind in vielen nicht islamischen Ländern Muslime und Nicht-Muslime zu Nachbarn geworden. Der Angriff auf die USA am 11. September 2001 und zahllose Terroranschläge an anderen Orten haben den Islam ins Zentrum der Aufmerksamkeit katapultiert, was folglich zu Fragen über diese Religion geführt hat. Inzwischen ist es offensichtlich geworden, dass der Islam keine Religion im üblichen Sinne einer rein persönlichen, religiösen Überzeugung ist. Ganz im Gegenteil behauptet der Islam, als Religion über einzelnen Menschen und Nationen und über allen Bereichen des Lebens zu stehen: Glaube, Ethik, Gesetz, soziale Ordnung, Kunst, Bildung, Wirtschaft und Politik. In diesem Buch möchte ich einen Überblick über den Islam als Religion und seine scharfen Attacken auf den schlichten biblischen Glauben geben. Ich möchte untersuchen, wie Christen ihren muslimischen Nachbarn zuversichtlich und mit Liebe begegnen können, und bin bemüht, die oft eigenartigen Vorstellungen zu korrigieren. Ich habe mich bemüht, den Text so abzufassen, dass er auch für Laien leicht verständlich ist. Unsere Website (www.aymf.net) gibt zusätzliche Informationen zum weiterführenden Studium. Außerdem findet der Leser weitere Literaturhinweise im Anhang unter 4.1.
Vier wichtige Punkte
Das Buch ist so eingeteilt, dass es grundlegende Einsichten über den Islam und die religiösen Praktiken der Muslime vermittelt. Nach dem Lesen dieses Buches hat der Leser möglicherweise eine bessere Kenntnis des Islam als der durchschnittliche Muslim. Ziel dieses Buches ist jedoch nicht, dass Christen nun die religiösen Auffassungen der Muslime korrigieren können. Christen sollten stattdessen verstärkt Interesse an dem zeigen, was Muslime zu sagen haben.
Manche in diesem Buch enthaltenen Informationen stehen möglicherweise im Gegensatz zu Aussagen von Muslimen und helfen Christen, zwischen Tatsachen und dem Wunschdenken der Muslime zu unterscheiden.
Mit diesem Grundwissen können Christen wirkungsvollere Fragen stellen, um die Muslime dazu herauszufordern, über ihre eigene Beziehung zu ihrem Schöpfer nachzudenken. Statt schnelle Antworten zu geben, ist es besser, die Muslime anzuregen, selbst nachzudenken und Antworten zu finden.
Erst danach sollten Christen mit den Muslimen über ihren Glauben sprechen und die Lehren der Bibel erklären.
Die folgenden Gespräche sollen diese Punkte verdeutlichen:
Gespräch Nr. 1
Muslim: Ich muss fünfmal am Tag beten, um ein guter Muslim zu sein!
Christ: Das ist aber interessant! Könnten Sie mir zeigen, wo das geschrieben steht, dass Sie fünfmal am Tag beten sollen?
Muslim: Das steht im Koran!
Christ: Ich würde das sehr gerne selbst nachlesen - können Sie mir die Stelle nennen?
Muslim: Danach muss ich erst suchen!
(nach einiger Zeit)
Muslim: Hier sind einige Stellen über das Gebet im Koran...
(Anmerkung: Es gibt keine Koranstelle, die eindeutig besagt, dass Muslime fünfmal täglich beten müssen. Christen sollten Muslime auf diese Tatsache liebevoll und freundlich hinweisen, ohne sie lächerlich zu machen.)
Christ: Vielen Dank, dass Sie mir dies im Koran gezeigt haben. Darf ich Ihnen zeigen, was die Bibel über das Thema »Gebet« sagt?
Gespräch Nr. 2
Christ: Erzählen Sie mir doch bitte, wie Sie Muslim geworden sind.
Muslim: Ich bin in Saudi-Arabien geboren!
Christ: Wenn Sie in Japan geboren worden wären, wären Sie dann Buddhist? Das führt oft zu weiteren Diskussionen, vielleicht sogar zu der Frage: Muslim: Nun, wie sind Sie denn Christ geworden?
Dieses Buch soll die Christen zurüsten, um Muslimen ein wirkungsvolles Zeugnis geben zu können. Obwohl sich Christen durch das Lesen dieses Buches viel Wissen aneignen, soll es nicht die Aufgabe sein, den islamischen Glauben der Muslime zu korrigieren oder gar zu kritisieren. Vielmehr verfolgt es folgende Ziele:
Christen werden selbstbewusster, und Angst, Vorurteile und falsche Einstellungen in der Begegnung mit Muslimen werden abgebaut.
Christen lernen, gezielt Fragen zu stellen und die Muslime zum Nachdenken über ihren eigenen Glauben herauszufordern und anzuregen.
Christen lernen, hinsichtlich des Glaubens zwischen dem Wunschdenken der Muslime und den Tatsachen zu unterscheiden.
Christen werden befähigt, auf die Einwände der Muslime wirkungsvoll zu antworten.
Christen entwickeln die Kunst, mit Muslimen, deren religiöse Vorstellungen sich ganz wesentlich von denen der Christen unterscheiden, über das Evangelium zu sprechen.
Nach meiner Überzeugung und Erfahrung ist eine der besten Strategien, Muslime mit der Guten Nachricht von Jesus Christus zu erreichen, ihnen die passenden Fragen zu stellen. Die Voraussetzung dafür sind grundlegende Kenntnisse des Islam und der Bibel.
Anmerkungen:
Durch Fragestellung soll der Muslim nicht in eine peinliche Lage versetzt werden (weil er vielleicht keine Antwort weiß) und auch nicht zu einer aggressiven Reaktion herausgefordert werden. Christen müssen Methoden entwickeln, die mit der christlichen Nächstenliebe in Einklang stehen und die zu intensiverem Austausch und ernsthaftem Nachdenken führen (siehe Abschnitt 3.1 und 3.2). Jede Situation ist anders und einzigartig; daher benötigen Christen Weisheit bei der Auswahl der Fragen, die in diesem Buch vorgeschlagen werden. Nicht jede Frage eignet sich für jede Situation. Oft ist es weise, zu Anfang einfach eine allgemeine Frage zu stellen: »Was meinen Sie damit?«, um dann zu konkreteren Fragen überzugehen, falls es die Situation erlaubt.
Zusätzlich zum Stellen von Fragen gibt es viele weitere geeignete Methoden, um Muslime anzusprechen. Es ist auch möglich, direkt über das Evangelium zu sprechen. In jeder Situation ist es notwendig, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen.
Dieses Buch ist in drei Hauptabschnitte eingeteilt:
Die Lehre des Islam: eine grundlegende Einführung in die Religion, nach Themen geordnet und strukturiert.
Christliche Antworten auf muslimische Einwände: einige übliche Einwände, die Muslime gegen den christlichen Glauben erheben, werden genannt, und es werden geeignete Antworten vorgeschlagen.
Begegnungen mit Muslimen: praktische Richtlinien für Christen, um guten Kontakt mit Muslimen aufzunehmen und dauerhafte Beziehungen aufzubauen.
Gott »möchte, dass jeder gerettet wird und die Wahrheit erkennt.«
l.Timotheus 2,4
»Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Schäme dich also niemals, vor anderen Menschen unseren Herrn zu bezeugen. Und schäme dich auch nicht für mich, obwohl ich für Christus im Gefängnis bin. Sei vielmehr durch die Kraft, die Gott dir gibt, bereit, gemeinsam mit mir für die Verbreitung der guten Botschaft zu leiden.«
2.Timotheus 1,7-8