Nie zuvor gab es soviel Wohlstand zu verteilen wie heute. Dennoch wachsen Angst, Verunsicherung und Not. Das Buch von Klaus Popp löst den Knoten der Ratlosigkeit auf. Der Autor beschreibt die Dimension der Zinskosten, die bereits jeden dritten Euro des Bruttosozialproduktes verschlingen und die unaufhaltsam wachsen.
Niedrigere Zinsen würden Arbeit für alle bezahlbar machen, so das überraschende Ergebnis der Analyse. Schon ein Drittel der Zinszahlungen reichen aus, um viele Millionen Arbeitsplätze zu finanzieren. Ein Null-Zins-Niveau würde die Verschuldungssituation der Entwicklungsländer nachhaltig auflösen und auch die eigenen öffentlichen Kassen um zweistellige Milliardenbeträge entlasten.
Der Zins macht Reiche reicher und Arme zahlreicher. Er ist die Wachstumspeitsche, die uns nicht zur Ruhe kommen lässt. Wer diesen Mechanismus versteht, gewinnt die Zuversicht, dass wir etwas daran ändern können. Gesellschaftlicher Wandel braucht eine Vision. Die von Popp vertretene Idee der Fairconomy ist ein realistisches Gesellschaftsmodell für dieses Jahrhundert. Er gibt Denkanstöße für Menschen, die sich Sorgen machen über die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen und denen eine friedliche und lebenswerte Gesellschaft ein Anliegen ist.
Hier in Frankreich herrscht gegenwärtig die größte Ruhe. Nur ein leiser, monotoner Tropfenhall. Das sind die Zinsen, die fortlaufend hinabträufeln in die Kapitalien, welche beständig anschwellen; man hört ordentlich, wie sie wachsen, die Reichtümer der Reichen. Dazwischen das leise Schluchzen der Armut. Manchmal klirrt etwas wie ein Messer, das gewetzt wird.
Heinrich Heine (1842)
ISBN 3-7766-8005-9