Vorwort zur dritten Auflage
Für die Neuauflage ist der gesamte Text durchgesehen, auch im Blick auf wichtige Ergebnisse der jüngeren Forschung geprüft, überarbeitet oder ergänzt worden. Vor allem das Kapitel VI, für die Zeit seit 1945, wurde vollständig neu gestaltet, so daß jetzt die Geschichte der Erziehung für beide deutsche Staaten bis 1990 dargestellt wird.
Trotz solcher Veränderungen, die Arbeit an der Neuauflage hat gleichzeitig schmerzlich bewußt gemacht, daß eine einführende Darstellung nicht nur im Umfang begrenzt ist, sondern auch im Angebot immer nur selektiv sein kann. Angesichts der stürmischen Entwicklung, die für die historische Bildungsforschung in so erfreulicher Weise zu konstatieren ist, wird damit auch die Diskrepanz zwischen einer Einführung und den Ergebnissen der historischen Arbeit immer größer. Die Verweise auf die Literatur - im einführenden Kapitel sowie zu den einzelnen Epochen - sollen deshalb nicht nur den Weg zu weiteren Informationen bahnen, sondern auch das weite Feld zeigen, in dem die historischen Fragen von Bildung und Erziehung heute interdisziplinär diskutiert werden.
Für die Klärung der Fragen, die diese "Geschichte der Erziehung" aufgeworfen hat, waren die Diskussionen mit den Studierenden in Berlin wichtig und förderlich. Dank ihrer Kritik und Bettina Eweleits geduldiger Arbeit am Manuskript ist die Überarbeitung schließlich auch zu einem Abschluß gekommen.
| Berlin, Herbst 1999 | Heinz-Elmar Tenorth |