Vorwort
Der vorliegende Band resultiert aus einer inzwischen fast zehnjährigen Beschäftigung des Autors mit Fragen der Prävention und Intervention gegen Rechtsextremismus. Diese Tätigkeit steht im Kontext der "Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit", die seit dem Jahr 2000 am Deutschen Jugendinstitut an der Außenstelle in Leipzig bzw. Halle angesiedelt ist. Dementsprechend bilden die Erfahrungen und Erkenntnisse, die im Rahmen der Arbeits- und Forschungsstelle gesammelt wurden, das Grundgerüst dieses Buches. Neben schriftlichen Darstellungen, die in diesem Arbeitsfeld verfügbar sind, stützt sich die Arbeit des Projekts auf die in der Präventions- und Interventionspraxis gesammelten Erfahrungen, über die uns in den vergangen Jahren zahlreiche Pädagoginnen und Pädagogen, aber auch die jugendlichen Adressaten pädagogischer Angebote im Rahmen von Interviews, Beobachtungen, Gruppendiskussionen und Workshops informiert haben. Für die uns gewährten Einblicke und für die Erfahrungsberichte bin ich allen Beteiligten zu großem Dank verpflichtet. Maßgeblichen Anteil daran, dass diese Erfahrungen und Erkenntnissen reichhaltig gesammelt, produktiv diskutiert und systematisch aufbereitet werden konnten, haben die Kolleginnen, die dieses Projekt mit mir zusammen entwickelt und getragen haben bzw. weiter tragen: Gabi Elverich, Michaela Glaser, Andrea Pingel, Renate Schulze und Silke Schuster.
Für die Auseinandersetzung mit den in diesem Buch diskutierten Fragen waren auch die mehrjährigen Forschungen zu Bedingungen der Entwicklung rechtsextremer und ethnozentrischer Orientierungen bei jungen Männern prägend, an denen ich an der Universität Hildesheim beteiligt war. Neben spezifischen Einsichten in die Zusammenhänge der Sozialisation solcher Persönlichkeiten, die entsprechende Orientierungs- und Handlungsweisen zeigen, hat dieser Forschungshintergrund dazu beigetragen, dass ich stets nach produktiven Verbindungen zwischen Forschung und der Praxis der Prävention bzw. Intervention gesucht habe.
Bei den Arbeiten an diesem Buch haben mir verschiedene Kolleginnen am Deutschen Jugendinstitut wertvolle Hilfe geleistet. Renate Schulze hat umfangreiche Recherchen durchgeführt und aufbereitet sowie das Manuskript sprachlich korrigiert. Gabi Elverich, Michaela Glaser und Susanne Klingelhöfer haben das Manuskript einer kritischen Lektüre unterzogen und mir sehr hilfreiche Hinweise zur Überarbeitung gegeben. Alle Mängel und Unzulänglichkeiten des Buches habe ich selbstverständlich alleine zu verantworten. So habe ich mich - entgegen dem Rat meiner Kolleginnen - entschieden, nicht immer beide Geschlechter explizit zu erwähnen, um auf diese Weise die Lesbarkeit der Darstellung zu erhöhen. Sofern einseitige Geschlechterverteilungen nicht explizit erwähnt sind, sind im Folgenden also beide Geschlechter gemeint.
Halle, im Dezember 2008
Peter Rieker