Vorwort
Nach dem Tod von Peter Brielmaier am 22. November 2005 war es keine leichte Entscheidung, sein opus magnum „Regensburg - Metropole im Mittelalter" zu vollenden. Nicht wenige Autoren notieren zu einem bestimmten Zeitpunkt des Schreibprozesses ihre Pläne und Vorhaben nur im Kopf und schreiben daher wenig auf. Wenn dieses Gedächtnis plötzlich erlischt, verschwinden unwiederbringlich alle Gedanken und Ideen. So war es auch hier: Peter Brielmaier hatte, von den vollendeten Kapiteln abgesehen, nur weniges ausformuliert und kaum Ideen schriftlich festgehalten. Es gab die oftmals durchdachte und immer wieder veränderte Gliederung und die Kapiteleinteilung, es gab die intensiven Gespräche mit Vertrauten und Freunden - aber konnte dies ausreichen, um das Buch in seinem Sinne zu vollenden?
Mehr als zwanzigtausend Kilometer waren Peter Brielmaier und Uwe Moosburger, und jener schließlich alleine, für das Projekt auf Fotojagd durch Europa gefahren. Über 1500 Aufnahmen waren zu Regensburg entstanden. Allein das gebot ein Weitermachen. Der Herausgeber, der nicht zum Freundeskreis Brielmaiers gehörte und daher bis zur Anfrage des Verlegers Fritz Pustet, ob das Buch fertig geschrieben werden könne, von dem aufwendigen Unternehmen nur ganz am Rande Kenntnis besaß, ließ sich in intensiven Gesprächen mit Uwe Moosburger, Astrid Riege, Ulrike Lewandowsky und Katja Prölß, also den Personen, die „am nächsten dran waren", alsbald dafür gewinnen.
Peter Brielmaiers Schöpfungsprozess war der einer unablässigen Veränderung und Infragestellung des Themas. Also hätte auch er nichts gegen ein Fortschreiben, ein Um- und Weiterdenken, Neuformulierungen und neue Ideen gehabt. Wir fanden Autorinnen und Autoren, die bereit waren, sich auf die „Schreibe" Brielmaiers einzulassen, wenn nicht journalistisch, so doch essayistisch zu arbeiten und hinzunehmen, dass ihre Texte im Interesse einer einheitlichen Wirkung unter Umständen intensiv bearbeitet würden. Es spricht für die Professionalität und das Einfühlungsvermögen aller Beteiligten, dass sich diese Eingriffe auf den Umfang des normalen Lektorats reduzierten. Trotz ihrer freiwilligen Unterordnung finden sich alle in ihren Texten wieder. Birgit Angerer, Maria Baumann, Lutz-Michael Dallmeier, Matthias Freitag, David Hiley, Ulrike Lewandowsky, Angelika Sauerer, Simon Vogl und Martin Weindl sei herzlich gedankt für die schöne und fruchtbare Zusammenarbeit. Katja Prölß hat als Lektorin verständlich gemacht, was zwar dem Fachmann klar ist, dem Laien jedoch unverständlich sein könnte. Astrid Riege setzte das Buch so herrlich ins Bild; in zahllosen Sitzungen rangen wir um Bilder, Zeilen und schließlich um Silben. Dem Verlag Friedrich Pustet schulden wir Dank für die Gewährung jeglicher Freiheiten in Inhalt und Gestaltung und die perfekte Zusammenarbeit. Verleger Fritz Pustet hat sich das Buch in besonderer Weise angelegen sein lassen.
Regensburg, im April 2007
Uwe Moosburger
Peter Morsbach