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Vorwort

Auch wenn die Diözese Eichstätt und die Erzdiözese München und Freising keine gemeinsame geographische Grenze haben - auf der Landkarte legen sich die Bistümer Augsburg und Regensburg wie ein Riegel dazwischen -, gibt es doch nicht wenige gemeinsame Anknüpfungspunkte: Der Eichstätter Diözesanpriester Martin Grabmann lehrte zwischen den Weltkriegen Dogmatik in München; Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität zogen in großer Zahl wegen der Kriegszerstörungen nach Eichstätt, um dort ihre Studien fortsetzen zu können; Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., zeigte als Erzbischof von München und Freising großes Interesse an der Gründung der Katholischen Universität Eichstätt, welche ohne die exzellenten Kontakte zwischen Altmühl und Isar nicht hätte verwirklicht werden können; Erzbischof Friedrich Wetter lehrte als junger Professor Fundamentaltheologie in der barocken Stadt an der Altmühl, bevor er nach den Stationen Mainz und Speyer in der bayerischen Landeshauptstadt eintraf. In diese verbindende Linie, die keine Einbahnstraße war und ist, findet sich Ludwig Mödl hineingestellt, der von 1996 bis 2003 Pastoraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrte und im vergangenen Jahr zum Nachfolger des Religionsphilosophen Eugen Biser als Universitätsprediger von St. Ludwig München ernannt wurde.

Auch im Falle Professor Mödls führte der Weg von Eichstätt nach München über Umwege, die mit seinen Erfahrungen als Professor der Pastoraltheologie in Luzern verbunden sind. "Ein bißchen Bammel habe ich vor dem, was in München auf mich zukommt", räumte Professor Mödl 1996 denn auch in einem Interview öffentlich ein. Die Sorge war unbegründet, war die Aufnahme doch eine herzliche und sind doch seitdem zahlreiche Beziehungen gewachsen, für die Grund zur Dankbarkeit auf vielen Seiten besteht. Im übrigen war es in Wirklichkeit ein Comeback, das Mödl 1996 hatte, der ein gutes Jahrzehnt zuvor an der Katholisch-Theologischen Fakultät in München beim Religionspädagogen Erich Feifei promoviert worden war. "Geplant war der Sprung nach München von mir jedenfalls nicht", versicherte Prälat Mödl 1996 im Interview mit der Heimatzeitung vor seinem Aufbrechen. Was glaubhaft ist, denn, so erklärte der Professor weiter, "nur Priester werden wollte ich. Das war sicher". Heute wirkt der Professor emeritus als Spiritual des Herzoglichen Georgianums München. Sein Leben ist - wie sich auch an dieser wichtigen Aufgabe erkennen lässt - untrennbar mit dem katholischen Priestertum verknüpft, weshalb die vorliegende Festgabe, die anlässlich des 70. Geburtstags des Jubilars erscheint, den Wahlspruch als Titel trägt, der Prälat Mödl seit seiner Weihe zum Priester am 29. Juni 1966 im Dom zu Eichstätt vor Augen steht: "Diener Christi und Bruder der Menschen."

Die Festgabe versammelt Vorträge, die Werk und Wirken von Prof. Dr. Ludwig Mödl in den Blick nehmen. Prof. Dr. Winfried Haunerland, Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maxi milians-Universität München und Direktor des Herzoglichen Georgianums, deutet verschiedene Dimensionen priesterlichen Dienstes anhand der Apostel Petrus und Paulus. Prof. Dr. Andreas Wollbold, Nachfolger von Prof. Dr. Mödl auf dem Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Ludwig-Maximilians-Universität, arbeitet in seiner Laudatio, die beim Akademischen Festakt anlässlich des 70. Geburtstags von Prälat Mödl am Freitag, 25. April 2008, im Herzoglichen Georgianum in München gehalten wurde, zentrale Aspekte der Theologie des Geehrten heraus, der den Grundakt des Erinnerns in die Mitte des Denkens rückt. Ebenso zentral ist dabei die Frage, wie Pastoral Menschen zur Heilswahrnehmung befähigt, was in den Bereichen Predigt, Spiritualität und Begleitung der Priester konkret wird. Dr. Veit Neumann beschreibt in seinem Beitrag, der ebenfalls während des Akademischen Festakts gehalten wurde, das katholische Priestertum, wie es sich bei Prälat Mödl als Vermittlung zweier unterschiedlicher Beschreibungen - der Priester als Verkünder, der Priester als sacerdos - verwirklicht findet.

O-Ton Mödl: "Ein alter Mann erlebt seine Pension. Gerne hat er gearbeitet. Er wollte etwas schaffen. Er hat sich geplagt. Die Arbeit war sein Leben. Und nun? Niemand erkennt an, was er geleistet hat. Mit ein paar schönen Worten hat man ihn verabschiedet. Was er aufgebaut hat, erklären die Jungen für nicht mehr modern. Sie haben die Gebäude abgerissen und machen alles anders." Diese Gedanken entstammen einer Predigtskizze des Prälaten von 1991, sind aber keinesfalls auf den Jubilar zu beziehen, der die Priesterbildung in Zeiten kirchlichen Umbruchs, ja der Krise in besonnenen, der Zukunft gegenüber aufgeschlossenen Bahnen geführt hat, der der wissenschaftlichen Reflexion der Möglichkeiten kirchlichen Hirtendienstes wichtige Impulse gegeben hat und gibt und der zahlreiche Menschen bis heute geistlich begleitet. Wer möchte diese Leistungen in Frage stellen?

Dass die "Bruderschaft", die Professor Mödl gemäß seinem Wahlspruch den Menschen anbietet, dankbar angenommen und gewürdigt wird, davon legt die lange Reihe prominenter Unterstützer dieser Festgabe ein beredtes Zeugnis ab, stellvertretend für viele andere Menschen. Zu den großzügigen Unterstützern gehören: die Erzbischöfliche Finanzkammer der Erzdiözese München und Freising, der Bischöfliche Stuhl Regensburg, das Priesterseminar Eichstätt, die Pfarrer-ElzStiftung München, das Kollegiatstift St. Johann Regensburg, Herr Stephan Ley von der Ley - Agentur für Kommunikation & eMarketing e. K. München, Dr. Max Wittmann und Klaus Wittmann (Oberhaunstadt) und weitere Personen sowie Institutionen, die nicht genannt werden sollen. Ihnen allen sei herzlich gedankt für die Unterstützung des Vorhabens, das jahrzehntelange Wirken von Prälat Professor Dr. Ludwig Mödl dieses eine Mal als ein Zeichen bescheidenen Dankes schlaglichtartig an die Öffentlichkeit zu heben. Zu danken im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Festgabe ist H. H. Pater Wolfgang H. Spindler OP, München, für zahlreiche Anregungen, Herrn Christian Lenze für die Bearbeitung der Publikationsliste und Frau Dagmar Biechele für weitere wichtige Tätigkeiten.

Prof. Dr. Andreas Wollbold

Dr. Veit Neumann


 
   


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