GELEITWORT
Als die "Lübeckische Geschichte" im Jahr 1988 veröffentlicht wurde, waren seit dem Erscheinen der letzten großen Darstellung über die Stadt fast einhundert Jahre vergangen. Daher war mit Recht anzunehmen, dass das Bedürfnis nach einer historischen Schilderung von den Anfängen der Hansestadt bis zur Gegenwart der heutigen lebensvollen Großstadt unabweisbar geworden wäre.
Wie treffend diese Einschätzung gewesen ist, zeigte die Notwendigkeit der beiden Neuauflagen 1989 und 1997. Nun nach weiteren zehn Jahren ist der umfangreiche Band über die geschichtliche Dimension und die Realität Lübecks, der einstmals bedeutendsten Stadt im nördlichen Europa, wieder einmal ausverkauft.
Inzwischen haben sowohl die seit der Rückkehr der Lübecker Archivalien aus dem Osten wieder benutzbaren schriftlichen Quellen der Reichs- und Hansestadt Lübeck, als auch der methodische Fortschritt der Geschichtswissenschaft manch neues Ergebnis der Forschung erbracht. Auch gibt es zur Entwicklung Lübecks seit den 1980er Jahres einiges zu berichten.
So bietet die hiermit vorgelegte 4. Auflage der "Lübeckischen Geschichte" mit Überarbeitung und Fortsetzung bis in die letzten Jahre die notwendige Aktualisierung und unterstreicht noch einmal mehr die Qualität der Stadt als einzigartiges historisches Phänomen. Gerade die gegenwärtige Besinnung in Lübeck auf seine geschichtliche Leistung und auf die vielen architektonischen und künstlerischen Zeugnisse jener frühen Jahrhunderte, die diese so augenfällig machen, schafft - so scheint es - ein neues und verpflichtendes Bewusstsein. Um so mehr ist fundiertes, aber zugleich leicht zugängliches Wissen vonnöten. Dieses ist in der alten und zugleich neuen "Lübeckischen Geschichte" zu finden, der hiermit eine freundliche Aufnahme gewünscht wird.
Lübeck, im März 2008
Bernd Sax
(Bürgermeister)
Gabriele Schopenhauer
(Stadtpräsidentin)