Vorwort
Die Bedeutung der Bereiche Energie und Abfall in der Europäischen Union und somit auch und gerade in der Bundesrepublik Deutschland wächst. Stets steigende Kosten für Öl und die Beseitigung von Abfällen stehen hierfür beispielhaft. Insofern werden Verfahren, die in der Lage sind beide Bereiche miteinander unter Wertschöpfung zu verknüpfen, besonders beachtet. Die Erzeugung von Strom und Wärme aus biologischen Abfällen über den Energieträger Biogas ist ein solches Verfahren, welches gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels von besonderer Bedeutung ist.
Die Entwicklungen auf dem Feld Biogas sind rasant. Während Deutschland bei den Erneuerbaren Energien im Sektor "Wind" Weltmeister ist, besteht beim Biogas noch Nachholbedarf. Andere Länder der EU, wie zum Beispiel Spanien, sind hier in Teilbereichen weiter. Ziel dieses Buches ist es den Aufholprozess zu befördern. Zu diesem Zweck haben die Autoren rechtliche, technische, biologische und ökonomische Aspekte beleuchtet, um eine ganzheitliche Sicht des Themas zu ermöglichen. Hervorzuheben sind hierbei die Ausführungen zur Verwertung von Speiseresten und zur Vermeidung von Schäden an Biogasanlagen. Die Vorgabe der EU zum Verbot der Verfütterung von Speiseresten wurde zwischenzeitlich auch in Deutschland umgesetzt. Dies führte zu einem starken Anstieg der für die Biogaserzeugung zur Verfügung stehenden Tonnagen. Jede stürmische Entwicklung hat aber auch ihre Kehrseite: Schäden. Die ersten Biogasanlagen werden abgebrochen. Um hieraus zu lernen, wurden Erfahrungen aus verschiedenen Schadensfällen ausgewertet und unter Hinweisen zur Schadensverhütung systematisch dargestellt.
Im Hinblick auf die für das Jahr 2008 geplante Überarbeitung des EEG bleibt zu hoffen, dass der Gesetzgeber den entstandenen Markt nicht durch falsche Signale empfindlich stört.
Allen Mitautoren wird an dieser Stelle gedankt. Der Dank gilt auch dem Verlag, der diese Publikation durch Mittragen des wirtschaftlichen Risikos überhaupt erst ermöglicht hat. Mein besonderer Dank gilt allerdings meiner langjährigen Mitarbeiterin, Frau Karin Theinert, welche die mühevolle Arbeit der redaktionellen Zusammenführung und Korrektur der Beiträge der Autoren übernommen hat.
Karlsruhe, im August 2007 Dr.-Ing. Uwe Görisch