Vorwort zur 2. Auflage
Seit dem Erscheinen der 1. Auflage sind nun über sieben Jahre vergangen und dies ist bei einer sich so schnell entwickelnden Technologie wie xDSL enorm viel Zeit. Als wir im Jahr 2000 die "xDSL-Fibel" erstellt haben, wussten nur relativ wenig Leute etwas mit der Abkürzung "xDSL" anzufangen und zum Großteil waren dies Fachleute. Laut Angaben von Point Topic von Mitte 2007 gibt es mittlerweile weltweit knapp 300 Mio. Breitbandteilnehmer , wovon etwa 200 Mio. xDSLbasierend sind *. Auch in Deutschland hat man mit über 15 Mio. eine nicht unerhebliche xDSL-Teilnehmerzahl erreicht, wodurch die xDSL-Technologien heute in vieler Munde sind. Ende Dezember 2006 hieß es in der Presse: "Die Schallmauer ist durchbrochen. Auf Basis von T-DSL gibt es jetzt zehn Mio. Breitbandzugänge in Deutschland"***. Zum Zeitpunkt der Erstellung der
Auflage waren einige xDSL-Technologien, die sich heute großer Beliebtheit erfreuen, noch gar nicht bekannt, z. B. ESHDSL, ADSL2, ADSL2+ oder VDSL2. Die positive Resonanz auf die 1. Auflage und die Nachfragen von interessierten Lesern, ob und wann denn eine neue Auflage erscheint, haben uns motiviert, die
Auflage anzugehen, deren Fertigstellung sich leider immer wieder verzögert hat.
Wir haben versucht, die bewährte Struktur der Fibel beizubehalten, wobei die Kapitel 1 und 9 zusammengelegt wurden. Auf Ausführungen zu alternativen Zugangstechnologien wurde bewusst verzichtet. Wir erlauben uns, zu dieser Thematik den interessierten Leser auf das von uns gemeinsam mit Prof. Schiffel herausgegebene Buch "Zugangsnetze für die Telekommunikation" zu verweisen. xDSL-Marktprognosen bilden nun den Abschluss des Kapitels 1. Das Kapitel 7 sollte zunächst um Triple Play ergänzt werden, musste aber im Endeffekt ganz weggelassen werden, um den vorgegebenen Rahmen des Buches nicht zu sprengen. Im Vergleich zur 1. Auflage wurden u.a. die folgenden Inhalte ergänzt: ESHDSL, ADSL2-, ADSL2+, VDSL2 und der Anhang. Selbstverständlich wurden die Angaben zu den Normen auch aktualisiert.
Da der Umfang des Buches begrenzt ist und der Fibelcharakter beibehalten werden sollte, konnten wir manche Sachverhalte nur anschneiden und wir verweisen daher den interessierten Leser auf weiterführende Literaturquellen. Nicht selten haben wir dabei auf die Technik-Ecke der dsl-review verwiesen, die wir ab Anfang 2003 wöchentlich bis Anfang 2007 (zugeordnet zu Rubriken) veröffent licht haben. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der 2. Auflage wurden 206 Ausgaben erstellt, die unter zur Verfügung stehen. Großen Wert haben wir auf die Ergänzung der Anhanges gelegt. Die Übersicht zu den xDSL-Kurzbeschreibungen wurde um die Neukreationen ergänzt, wobei es illusorisch ist, einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen. Um sich in der gewachsenen Anzahl der xDSL-Abkürzungen nach wie vor orientieren zu können, wurden die xDSL-Stammbäume erweitert. Wir mussten immer wieder feststellen, dass die Einordnung der einzelnen xDSL-Dienste als symmetrisch oder asymmetrisch nicht immer einfach ist. Der Hauptgrund dafür ist, dass es nicht selten vorkommt, dass symmetrische Technologien für asymmetrische Angebote genutzt werden. Auf diesen Sachverhalt wird von den Anbietern nur in seltenen Fällen hingewiesen. Manchmal kann man daher auch mit "zwischen den Zeilen lesen" nicht ermitteln, ob eine symmetrische oder asymmetrische Technik eingesetzt wird.
Beim VDE VERLAG möchten wir Herrn Roland Werner für die Unterstützung bei der Erarbeitung der nun vorliegenden 2. Auflage danken. Des Weiteren gilt unser Dank unseren Kollegen von der Teleconnect GmbH und allen anderen Fachkollegen für die fruchtbaren Diskussionen.
Herrn Marc C. Schmidt und Herrn Jürgen Vielmeier von fresh-info+++ sowie der Redaktion der dsl-review, die im Jahre 2003 unsere Idee der Technik-Ecke aufgegriffen hatten, danken wir für die gute Zusammenarbeit. Praktikanten und Diplomanden, denen wir die erste Bekanntschaft mit xDSL vermitteln konnten und die uns mit ihren Arbeiten und Recherchen unterstützt haben, möchten wir ebenfalls danken: Andy Janko, Anja Schernus, Robert Renner, Nadja Panchenko, Stephan Fertig, Philipp Rietzsch und Sebastian Wagner. Andreas Bluschke dankt seiner Frau Natalija und den Kindern Annet und Nicole für die immer wieder aufgebrachte Nachsicht, wenn "xDSL" wieder mal die höhere Priorität gegenüber der Familie hatte. Besonders dankt er seiner Tochter Annet für die sorfältige Korrekturlesung.
Michael Matthews möchte sich bei seiner Frau Claudia bedanken, die gerade auch nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes viel Verständnis für die Arbeit an diesem Buch aufgebracht hat.
Tipps und Hinweisen zur inhaltlichen Verbesserung stehen wir offen gegenüber. Bitte nehmen Sie über blua@teleconnect.de oder matm@teleconnect.de Kontakt zu uns auf.
Dresden im Januar 2008
Andreas Bluschke Michael Matthews
Vorwort zur 1. Auflage
Die Abkürzung xDSL (x ist der Platzhalter für andere Buchstaben oder Buchstabenkombinationen, und DSL bedeutet Digital Subscriber Line) existiert nun etwa ein Jahrzehnt und wird durch immer neue Varianten fast wöchentlich bereichert. xDSL-Technologien ermöglichen den Transport von hochbitratiger digitaler Information über Teilnehmeranschlussleitungen (TAL).
Einer der Autoren hat sich im Laufe seiner fast gesamten beruflichen Tätigkeit bei der Teleconnect GmbH immer wieder mit der Datenübertragung über symmetrische Kupferdoppeladern (DA) beschäftigt. Noch lange bevor die Abkürzung "xDSL" allgemein bekannt wurde, hat er sich mit dieser Thematik befasst. Durch das nun schon über zehn Jahre andauernde intensive Auseinandersetzen mit xDSL ist ein sehr umfangreiches Literaturarchiv gewachsen, und es konnten viele praktische Erfahrungen gesammelt werden.
Der zweite Autor ist als Student erstmals mit der xDSL-Technik konfrontiert worden, und seither hat ihn das Thema fast ununterbrochen "verfolgt". 1998 haben die Autoren angefangen, ihre Erkenntnisse zu xDSL einem breiteren Interessentenkreis vorzustellen. Der Einstieg in die Rolle als "xDSL-Propagandisten" erfolgte mit einem etwa sechsstündigen Übersichtsvortrag zu "xDSL-Netzzugangs- und Übertragungssystemen" im Juni 1998 in Dresden, wo alle für xDSL relevanten Gesichtspunkte betrachtet wurden. Bedingt durch die äußerst positive Resonanz haben die Autoren, basierend auf diesem Übersichtsvortrag, begonnen, die "xDSL-Homepage der Teleconnect GmbH" () zu erstellen. Das monatlich gewachsene Interesse an dieser Internetpräsentation und auch die häufigen Nachfragen nach einer gedruckten Ausgabe haben die Autoren zu dem Schluss gebracht, dass eine Momentaufnahme des Entwicklungsstands zur xDSL-Thematik in Form eines Buches durchaus sinnvoll ist. Diese Momentaufnahme für das Jahr 2000 halten Sie nun in der Hand, und die Autoren hoffen, dass Sie nach dem Durchstöbern der xDSL-Fibel nicht enttäuscht sind und die erhoffte Information gefunden haben.
Die Entwicklung der Signalverarbeitung und Mikroelektronik (schnellere und höher integrierte Schaltungslösungen) hat dafür gesorgt, dass immer neuere Verfahren zur effektiveren Nutzung der herkömmlichen TAL genutzt werden konnten und dass heute verschiedene xDSL-Varianten zum allgemeinen Sprachschatz des halbwegs Technikinteressierten gehören. Zumindest "ADSL" und "T-DSL" kennt der eine oder andere, denn auch in der Tagespresse und populärwissenschaftlichen Literatur wurden diese mittlerweile kurz beschrieben. Vom Basisraten- und Primärratenanschluss (BRA und PRA) des ISDN (Integrated Services Digital Network) als frühzeitige xDSL-Varianten ganz zu schweigen.
Die xDSL-Begriffswelt ist derart vielschichtig, dass nicht nur Neueinsteiger in die Thematik, sondern mitunter auch die Fachleute den Überblick über die xDSL-Varianten verlieren. Hier sei darauf hingewiesen, dass DSL oft auch als Synonym für xDSL verwendet wird, obwohl dies nicht ganz korrekt ist, denn mit DSL wurde (und wird) eigentlich der BRA in den USA bezeichnet. Bedauerlich ist, dass oft aus Unkenntnis der xDSL-Thematik BRA und PRA als nicht zu xDSL gehörig eingestuft werden und mitunter ADSL mit DSL oder xDSL gleichgesetzt wird, obwohl diese Abkürzungen für völlig verschiedene Dinge stehen. In diesem Zusammenhang sei auf eine Feststellung von M. F. Finneran, in seiner Person Verfasser des Beitrags "xDSL, Cable Modems and Other High Speed Access Technologies" zur ComNet 2000 in Washington D. C. verwiesen, der durchaus nicht nur einen Scherz machen wollte, als er schrieb, dass das A in ADSL nicht mehr länger nur für "Asymmetrisch" steht, sondern für "All of them". Er fordert alle auf, eindeutiger die einzelnen xDSL-Varianten zu unterscheiden. Die Autoren haben nach jahrelanger Recherche und Klassifizierungsansätzen versucht, ihren Beitrag zur eindeutigeren Unterscheidung der xDSL-Varianten zu leisten. Im Ergebnis ist ein sog. xDSL-Stammbaum entstanden, der in den Kapiteln 4, 5 und 6 näher behandelt wird. In den anschließenden Erläuterungen zu den "Familienmitgliedern" des Stammbaums und insbesondere im Anhang werden die einzelnen xDSL-relevanten Abkürzungen kurz und bündig erklärt. Die Autoren haben bewusst auf tiefgreifende theoretische Abhandlungen verzichtet, denn dazu gibt es genügend Publikationen, sondern versucht, einen Überblick zur xDSL-Thematik zu erstellen, der manchmal durchaus gewollt auch in Richtung Nachschlagewerk tendiert. Bedingt durch die Unmenge an aktuellen Neuerungen zu xDSL waren die Autoren zwar bestrebt, möglichst alle Entwicklungen zu berücksichtigen, sind sich aber darüber im Klaren, dass dies nicht in allen Fällen gelungen sein kann. Dazu ist der Informationsfluss einfach zu groß. Es kann dadurch auch kein Anspruch auf Vollständigkeit gestellt werden. Die Autoren haben besonderen Wert auf umfangreiche Quellenverzeichnisse gelegt. Damit besteht für den interessierten Leser die Möglichkeit, sich bei Bedarf in Details zu vertiefen. Wir bitten um Nachsicht, wenn die eine oder andere Quelle im Internet nicht mehr verfügbar sein sollte. Auch dies ist ein Zeichen der schnelllebigen Zeit.
Hinweise für Ergänzungen und Verbesserungen des Buchs werden gern entgegengenommen. Bitte wenden Sie sich an: .
Dresden im Dezember 2000
Andreas Bluschke Michael Matthews